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Trotz Gegenwehr von Engelhard BASF reicht Angebot ein

Der Chemieriese BASF reicht trotz der fehlenden Unterstützung durch das Engelhard-Management sein Übernahmeangebot für den US-Spezialchemiekonzern offiziell bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Der Chemieriese bietet für die US-Firma 37 Dollar je Aktie in bar.

Die Offerte für die Engelhard-Aktionäre, die der SEC noch am Montag zugehen solle, laufe am 6. Februar um Mitternacht in New York City aus, falls sie nicht verlängert werde, teilte BASF am Montag mit. Die Akquisition des Produzenten von Autokatalysatoren-Technologie und Pigmenten wäre der größte Zukauf in der Firmengeschichte von BASF. Engelhard setzte 2004 mit 6.500 Beschäftigten 4,16 Mrd. Dollar.

Da das Engelhard-Management das Angebot bislang nicht unterstützt und seine Aktionäre am Dienstag gebeten hatte, darauf zunächst nicht zu reagieren, muss die Offerte als feindlicher Übernahmeversuch angesehen werden, auch wenn BASF-Chef Jürgen Hambrecht zuletzt in mehreren Interviews klar gemacht hatte, dass er eine freundliche Übernahme bevorzuge.

Die Gesamtkosten der Transaktion bezifferte BASF auf 4,9 Mrd. Dollar. Mit dem gebotenen Preis je Aktie bieten die Ludwigshafener den Engelhard-Aktionären einen Aufschlag von 23 Prozent auf den Schlusskurs der Engelhard-Aktie vom 20. Dezember. Dies war nach BASF-Angaben der letzte Handelstag vor dem ersten schriftlichen Angebot an den US-Konzern. Zu den Bedingungen der Offerte gehöre nicht nur, dass die Mehrheit der Engelhard-Anteilseigner ihre Aktien zum Kauf anbiete. Auch müsse das Management Maßnahmen zur Abwehr von Übernahmen zurücknehmen. Zudem sei noch grünes Licht der Kartellbehörden für die Transaktion erforderlich.

Aktionärin will freundliche Übernahme erzwingen

Unterdessen haben sich nach Zeitungsinformationen Engelhard-Chef Barry Perry und fünf weitere Vorstände wegen ihrer Weigerung, sich mit BASF an einen Tisch zu setzen, eine Aktionärsklage der Engelhard-Aktionärin Hindy Silver zugezogen. Das berichtete das "Handelsblatt" am Montag. Die Aktionärin wolle damit die Engelhard-Führung gerichtlich zu Verhandlungen mit BASF oder jedem Konzern zwingen, dessen Offerte die Rentabilität ihrer Anlage erhöhe. Die Ludwigshafener hatten bereits mitgeteilt, dass sie bereit seien, ihre Offerte um einen Dollar je Aktie aufzustocken. Dies gelte, falls Engelhard-Chef Perry zu einem Treffen bereit sei und die dabei erhaltenen Informationen dies rechtfertigten.

Unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtete die Zeitung weiter, intern siedele BASF die Obergrenze für ihr Angebot bei 40 Dollar je Aktie an.

An der Börse hatte die BASF-Aktie in der vergangenen Woche nach bekannt werden der Offerte und der harten Haltung des Engelhard-Vorstands nachgegeben. Analysten befürchten ein langwieriges Ringen um die Kontrolle und Integration des US-Konzerns, bei dem BASF gezwungen sein könnte, ihre Offerte deutlich anzuheben - zumal das Unternehmen mit einer feindlichen Übernahme in den USA Neuland betreten würde. Am Montagmorgen lag die BASF-Aktie 0,55 Prozent im Plus bei 63,64 Euro. Engelhard-Aktien hatten am Freitag in den USA bei einem Kurs von 38,42 Dollar den Börsenhandel geschlossen.

Quelle: ntv.de