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Teile der Norisbank vakant Bieterwettstreit läuft

Im Bieterwettstreit um die zum Verkauf stehenden knapp 100 Filialen der Nürnberger Norisbank prüfen Finanzkreisen zufolge derzeit etwa eine Handvoll Interessenten die Bücher.

Neben der HVB, die bereits Interesse geäußert hat, seien auch Commerzbank sowie die GE Money Bank und die Citibank im Datenraum, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen zu Reuters. Mindestens ein weiterer potenzieller Käufer nehme an der so genannten Due Diligence teil, die voraussichtlich in einigen Tagen ende. Mit verbindlichen Angeboten der Interessenten werde noch in der ersten Juli-Hälfte gerechnet.

Mehrere Eingeweihte nannten als Obergrenze für den zu erwartenden Preis die Marke von 900 Millionen Euro. Er könne aber auch deutlich niedriger liegen, weil erst im Zuge der Verhandlungen feststehen werde, was genau abgespalten werde, sagte ein Beteiligter. "Es gibt in diesem Verkauf einfach Teile, bei denen bislang nicht klar ist, ob sie auch abgegeben werden. Das hängt einfach von den weiteren Gesprächen ab." Ein Beispiel seien etwa die Rechte am Namen Norisbank. "Da wird einfach auch unheimlich gepokert", sagte ein Anderer.

Norisbank, Commerzbank, Citibank und die mit dem Verkaufsprozess betraute Schweizer Investmentbank UBS lehnten eine Stellungnahme ab. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hat aber erst vor kurzem bekräftigt, sein Haus prüfe jede Gelegenheit, um ihr Geschäft auszuweiten. Die zum US-Mischkonzern GE gehörende GE Money Bank war am Abend für einen Kommentar nicht zu erreichen. Die Münchener HVB, die die Norisbank erst 2003 für mehr als 400 Millionen Euro an die DZ Bank verkauft hat, hat bereits öffentlich Interesse bekundet.

Nur ein Teil der Bank steht zum Verkauf


Die genossenschaftliche DZ Bank will die Filialen der auf Ratenkredite spezialisierten Norisbank mit ihren rund 350.000 Kunden verkaufen. Das Norisbank-Kernprodukt "easyCredit" soll weitergeführt und künftig über die Volks- und Raiffeisenbanken vertrieben werden. Die rund 1150 Mitarbeiter des Instituts sollen im Genossenschaftsverbund bleiben und stehen damit nicht zum Verkauf. Finanzkreisen zufolge ist der Verkaufsprozess komplex, weil die Bank nicht komplett verkauft wird. "Hier geht es um das Herausbrechen von Teilen und das ist grundsätzlich nicht ganz einfach", hieß es.

Die Absicht, die Filialen ohne jegliches Personal zu verkaufen, könnte Finanzkreisen zufolge gerade für die GE Money Bank zum Problem werden. Das ebenfalls in der Konsumentenfinanzierung tätige Institut benötige nämlich einige hundert Mitarbeiter für den Betrieb, sagten mehrere mit der Situation Vertraute. "Für die Norisbank wäre das aber ein K.O.-Kriterium", sagte ein Beteiligter. Norisbank-Chef Theophil Graband wolle die Mitarbeiter halten, außerdem wolle man auf diese Weise keine zusätzliche Konkurrenz für die Volks- und Raiffeisenbanken heranziehen.

Quelle: n-tv.de