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Lernen aus der Krise BoE will handeln

Die britische Notenbank will mit Verbesserungen ihres Regelwerks zur Liquiditätsversorgung das Finanzsystem des Landes wetterfester für künftige Krisen machen. Gouverneur Mervyn King sagte beim Jahrestreffen der britischen Bankenvereinigung, er werde seine zweite Amtszeit nutzen, um neue Rahmenbedingungen durchzusetzen. Vorschläge werde er noch in diesem Jahr vorlegen. King ist seit 2003 Chef der Bank of England (BoE). Seine erste Amtszeit endet am 30. Juni. Ende Januar bestätigte ihn die britische Regierung für weitere fünf Jahre.

Die BoE werde die Erfahrungen aus der aktuellen Krise nutzen um Verbesserungen vorzunehmen, versprach King. Dabei sei etwa die im April eingeführte Veränderung in dem bisherigen Regelwerk von zentraler Bedeutung, nach der britische Banken nun schwer handelbare Wertpapiere in liquide Papiere bei der Notenbank eintauschen können. Die neuen Regeln, die diese neu geschaffene Möglichkeit enthalten würden, müssten sowohl in ruhigen Zeiten als auch in Stresssituationen des Finanzsystems funktionieren, sagte der Notenbanker.

King war für sein Krisenmanagement beim Fall der Hypothekenbank Northern Rock scharf kritisiert worden. Auf dem Höhepunkt der Northern Rock-Krise erlebte Großbritannien den ersten so genannten "Bank Run" seit Jahrzehnten, weil verunsicherte Anleger scharenweise ihre Ersparnisse abheben wollten. Später beteiligte sich die Bank of England wiederholt an gemeinsamen Geldspritzen internationaler Zentralbanken für den Geldmarkt.

King warnte davor zu glauben, die Krise sei bereits vorbei. Den Auslöser für die Turbulenzen sieht er im ernormen Risikoappetit, den die Banken auf ihrer Jagd nach Rendite entwickelt hätten. Dieser habe zu einer Überhitzung geführt. "Wenn die Banken das Gefühl haben, sie müssen weiter tanzen und die Zentralbank wird am Ende dafür sorgen, dass alle gesund nach Hause kommen, dann werden die Parties mit der Zeit wilder und wilder."

Quelle: n-tv.de

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