Wirtschaft
Mittwoch, 22. Oktober 2008

Vier Milliarden für Island: Briten helfen ihren Sparern

Mit einem Milliarden-Kredit will Großbritannien einem Zeitungsbericht zufolge seinen Sparern zu ihrem Geld bei einer angeschlagenen isländischen Bank verhelfen. Großbritannien plane, Island einen Kredit von drei Mrd. Pfund (rund 3,8 Mrd. Euro) zu gewähren, damit britische Sparer ihre Einlagen bei der angeschlagenen isländischen Icesave-Bank wieder bekommen, berichtete die "Financial Times" am Mittwoch unter Berufung auf isländische Beamte.

Eine britische Delegation werde zu diesem Zweck in dieser Woche nach Island reisen, um den Deal zu besiegeln. Der Kredit sei in einem Gespräch zwischen dem britischen Finanzminister Alistair Darling und dem isländischen Ministerpräsidenten Geir Haarde vereinbart worden.

Die britischen Sparer kommen derzeit nicht an ihr Geld bei der Icesave-Bank, einer Tochter der Landsbanki. Landsbanki ist neben Glitnir und Kaupthing eine von drei isländischen Banken, die am Rande des Bankrotts vom isländischen Staat übernommen worden sind. Schon in der vergangenen Woche hatte Großbritannien angekündigt, die Landsbanki solle einen kurzfristigen Kredit von 100 Mio. Pfund erhalten, um den tausenden betroffenen Briten ihre Ersparnisse zurückzuzahlen. Der nun laut "Financial Times" bevorstehende Deal hätte ein Volumen von rund 30 Prozent des isländischen Bruttoinlandsprodukts.

Das weitgehend zahlungsunfähige Island ist derzeit fieberhaft auf der Suche nach ausländischem Kapital. Das Land hofft, noch in dieser Woche einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhalten. Verhandlungen mit Russland über ein Darlehen von rund vier Mrd. Euro waren in der vergangenen Woche zunächst gescheitert, laufen aber weiter.

Auch Deutschland und Norwegen alarmiert

Auch deutsche Sparer sind von der Entwicklung in Island betroffen. Die Kaupthing-Bank bot hierzulande relativ hoch verzinste Tages- und Festgeldkonten an. Nach der Verstaatlichung der Bank kommen die Sparer nicht mehr an ihr Geld. Die Bundesregierung hat angekündigt, sie wolle sich bemühen, dass die Sparer ihr Geld erhalten. Diese Zusage erstreckt sich nur auf Beträge von bis zu rund 20.000 Euro. Nur so viel war von der Kaupthing-Bank zuvor garantiert gewesen.

Wie eine norwegische Regierungssprecherin am Mittwoch im Rundfunksender NRK ankündigte, werden in Reykjavik sofortige Verhandlungen über ein "erweitertes Hilfsprogramm" aufgenommen. Man könne "ein Schwestervolk in Not" nicht alleinlassen, sagte Verkehrsministerin Liv Signe Navarsete.

Quelle: n-tv.de