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Anspannung vor Fed-Sitzung Dax rettet mageres Plus

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(Foto: picture alliance / dpa)

Auch besser als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftsdaten können den deutschen Aktienmarkt nicht beflügeln. Am Ende schließen die Indizies fast unverändert. Es ist das alte Lied: Vor den Notenbanksitzungen hallten die Händler die Füße still. Für Bewegungen bei einzelnen Titeln sorgen Quartalszahlen.

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Der Leitindex Dax hat sich von der Wall Street und einem Dow Jones Index auf Rekordhoch ins Plus schleppen lassen. Zuvor hatte der deutsche Aktienmarkt lange Zeit nach einer Richtung gesucht. Die meiste Zeit verharrte er im Minus. Am Ende gingen die Indizes uneinheitlich  - aber nahe der Vortagsstände - ins Ziel. Letztlich legt der Dax 0,1 Prozent auf 8276 Punkte. Der MDax gibt dagegen 0,1 Prozent auf 14.352 Zähler ab. Der TecDax gewinnt 0,1 Prozent auf 997 Stellen. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 büßt 0,2 Prozent auf 2755 Stellen ein.

Vor der Fed-Sitzung am Abend konzentrierten sich die Händler auf einen neuen Schwung gemischt ausgefallener Quartalsdaten sowie überraschend solide US-Konjunkturdaten. Die US-Notenbank pumpt monatlich durch den Kauf von Wertpapieren 85 Milliarden Dollar in die US-Wirtschaft. Ob sie dieses Volumen drosseln wird, hängt von der US-Konjunkturentwicklung ab.

HeidelbergCement und Bayer profitieren von Zahlen

Im Dax führen HeidelbergCement mit einem Aufschlag von 5,5 Prozent auf 57,74 Euro am Ende des Tages die Gewinner an. Das Unternehmen hatte zuvor Zahlen präsentiert. Ein Händler spricht von einer überraschend guten Gewinnentwicklung sowie einem etwas optimistischer klingenden Gesamtjahresausblick. Die Zahlen hätten trotz eines geringeren Zementabsatzes die Prognosen übertroffen, sagte ein Händler.

Nach Gewinnmitnahmen im frühen Handel ziehen Bayer 3,6 Prozent auf 87,35 Euro an. Der Konzern bestätigte nach einem robusten ersten Halbjahr seine Jahresprognose.

Siemens verteuerten sich um 2,0 Prozent auf 82,31 Euro. Der Technologiekonzern hatte zuerst den erwarteten Wechsel an der Konzernspitze verkündet und zugleich Zahlen vorgelegt.

Volkswagen erhöhten sich um 1,4 Prozent auf 178,65 Euro. Einige Börsianer fanden die Details zum Quartalsergebnis - wie den Ergebniseinbruch in der Kernmarke VW - schlecht und verkauften. Andere wieder waren zufrieden, dass der Gewinnrückgang des gesamten Konzerns im ersten Halbjahr weniger stark als befürchtet ausfiel.

K + S fallen weiter

Am anderen Ende ging es für K + S weiter bergab. Einen Tag nach dem Kali-Schock büßten die Papiere weitere 8,5 Prozent auf 18,52 Euro ein. ThyssenKrupp verbilligten sich nach einer Verkaufsempfehlung um 4,2 Prozent auf 16,35 Euro. Nach einem kräftigen Plus in den vergangenen Monaten nutzten einige Anleger die Empfehlung als Vorwand, Kasse zu machen, hieß es. RWE sanken um 1,8 Prozent. Deutsche Bank gaben einen Tag nach ihrem Quartalsbericht weiter nach und kosten mit 33,90 Euro 1,7 Prozent weniger. "Die deutlich verfehlten Erwartungen dürften den Kurs noch eine Weile deckeln. Wir haben unsere Gewinnschätzung für dieses Jahr um immerhin 20 Prozent zurücknehmen müssen", sagt ein Händler.

In der zweiten Reihe standen am Ende Bilfinger ganz oben auf der Verkaufsliste und ermäßigten sich um 2,5 Prozent auf 71,37 Euro. Rheinmetall fielen um 2,2 Prozent auf 35,00 Euro zurück. Wacker Chemie wechselten zuletzt für 73,54 Euro den Besitzer und waren damit 2,2 Prozent preiswerter.

Dagegen zogen SGL Carbon kräftig um 6,2 Prozent auf 24,57 Euro an. Allerdings ist Analysten zufolge über fundamentale Gründe im Handel nichts bekannt. Das Papier legt nun seit mehreren Tagen zu. Ein stärkerer Widerstand ist um 25,50 Euro auszumachen. Gea kletterten 2,2 Prozent auf 31,01 Euro. EADS verteuern sich nach Zahlen um 1,1 Prozent auf 44,86 Euro. Dank guter Geschäfte bei Tochter Airbus hat der Luft- und Raumfahrtkonzern im zweiten Quartal mehr verdient als im Vorjahr.

Im TecDax legten Euromicron 2,3 Prozent auf 14,58 Euro zu. Freenet gewannen 2,2 Prozent auf 17,99 Euro. Cancom stiegen 2,1 Prozent auf 25,10 Euro. Am anderen Ende sanken Aixtron um 3,5 Prozent auf 11,86 Euro. SMA Solar gaben 2,3 Prozent auf 25,69 Euro nach.

Osram nach Quartalsbericht im Plus

Börsenneuling Osram legen 7,1 Prozent auf 29,09 Euro zu. Der Leuchtmittelhersteller hob zusammen mit der Vorlage seiner Drittquartalszahlen die Jahresprognose an. Der Aktienkurs der von einer Existenzkrise bedrohten Immobilienfirma IVG halbiert sich dagegen zeitweise auf nur noch zwölf Cent. Am Ende beträgt das Minus 33,7 Prozent. Das Bonner Unternehmen hatte eingeräumt, dass es seinen Geldgebern keinen freiwilligen Schuldenerlass abringen kann. Eine Pleite der IVG wäre eine der größten in Deutschland seit Jahren. Aufatmen war dagegen bei Loewe angesagt: Der ebenfalls ums Überleben kämpfende Hersteller von TV-Geräten hat Hilfe in China gefunden. Die Aktien stiegen um 26,9 Prozent auf 2,26 Euro.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ/dpa

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