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Klartext im Fall Parmalat Deutsche Bank: Schuldig?

Die Staatsanwaltschaft in Mailand hat ihre Vorwürfe gegen die Deutsche Bank und drei ihrer Manager im Zusammenhang mit dem Parmalat-Skandal einem Magazinbericht zufolge konkretisiert. In einem 13-seitigen Bericht werfen die Fahnder der Bank und vier weiteren Kreditinstituten vor, durch Bondemissionen nur Monate vor der Insolvenz des italienischen Lebensmittelkonzerns im Dezember 2003 den Börsenkurs manipuliert und aus dem "gesetzwidrigen Verhalten" ihrer Mitarbeiter "einen beachtlichen Gewinn gezogen" zu haben, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Konkret sollen die drei Manager der Deutschen Bank im Zusammenhang mit der Auflage einer 350-Millionen-Euro-Anleihe "Falschmeldungen verbreitet" haben. "Diese Falschmeldungen waren in der Lage, eine merkliche Preisveränderung für die an der Börse von Mailand notierten Wertpapiere von Parmalat sowie für die Bonds herbeizuführen", zitiert das Magazin aus dem Bericht. So soll unter anderem ein leitender Angestellter der Deutschen Bank in London den früheren Parmalat-Finanzvorstand Alberto Ferraris in einer E-Mail davor gewarnt haben, die geplante Neuemission im Halbjahresbericht zum 30. Juni 2003 aufzuführen - womöglich um die wahre Finanzlage des Konzerns zu kaschieren.

"Es ist zudem wichtig, dass der Bond in der Pressemeldung nicht erwähnt wird, wenn ihr mit der Emission fortfahren wollt", heißt es laut "Spiegel" in dem Schreiben weiter. Tatsächlich solle Ferraris bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen dann behauptet haben, dass Parmalat "kurzfristig keine Bonds ausgeben wird", schreibt das Magazin. Eine Sprecherin der Deutschen Bank sagte auf Anfrage von Dow Jones Newswires, die Bank weise die Vorwürfe zurück. Aussagen über die angebliche E-Mail an Ferraris lehnte die Sprecherin ab.

Quelle: n-tv.de

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