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Ausblick schwach Deutsche Börse legt kräftig zu

Die Deutsche Börse hat auch ohne einen amtierenden Vorstandschef im dritten Quartal neue Rekorde bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Wegen der anhaltenden Hausse an den Kapitalmärkten wurde bereits nach drei Quartalen das Vorjahresergebnis übertroffen. Auch im kommenden Jahr will der Frankfurter Börsenbetreiber im operativen Geschäft den Gewinn steigern.

Auf Basis eines Umsatzzuwachses von rund 13 Prozent sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) in 2004 bereits nach neun Monaten mit 532 Mio. Euro übertroffen worden, teilte der Frankfurter Börsenbetreiber mit.

"Kostenvorteile des integrierten Geschäftsmodells sowie Kostendisziplin bestärken die Erwartung, dass das Ebita im Geschäftsjahr 2006 auch bei einer Normalisierung der Umsatzentwicklung über dem Ebita des laufenden Jahres liegt", erklärte Finanzvorstand Mathias Hlubek. Ein Sprecher ergänzte, es werde für das laufende Jahr unverändert ein Ebita von mindestens 630 Mio. Euro erwartet.

Ein Analyst von der Landesbank Rheinland-Pfalz sprach in einer ersten Reaktion auf die Quartalsbilanz von sehr guten Zahlen, bemängelte jedoch den vorsichtigen Ausblick. "Das war das Mindeste, was man erwarten durfte", sagte er mit Blick auf die Prognose für das kommende Jahr. Auch andere Analysten äußerten sich enttäuscht darüber, dass die Börse ihre Prognose für das laufende Jahr nicht nach oben angepasst hat.

Im dritten Quartal hat das Ebita nach Angaben des Frankfurter Börsenbetreibers im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 180 Mio. Euro zugelegt. Der Umsatz sei um 20 Prozent gestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebita von 179 Mio. Euro gerechnet.

Größter Gewinnbringer war wie in den Vorquartalen die zum Teil zur Gruppe Deutsche Börse gehörende weltgrößte Derivatebörse Eurex. Deren Ebita erhöhte sich um 63 Prozent auf knapp 63 Mio. Euro. Den zweitgrößten Anteil zum Konzernergebnis steuerte der Abwickler Clearstream bei, dessen Ebita im Jahresvergleich um 40 Prozent zulegte.

Die Deutsche Börse profitierte auch im dritten Quartal von den hohen Handelsumsätzen an den Finanzmärkten. Diese waren in den Sommermonaten unter anderem deshalb ungewöhnlich hoch, weil zahlreiche große institutionelle Investoren aus dem Ausland in Erwartung eines Regierungswechsels und wegen der vergleichsweise niedrigen Bewertung deutscher Aktien auf dem deutschen Markt zukauften.

Quelle: ntv.de