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Gerüchte um Sparpläne Dresdner Bank holt Jentzsch

Die Dresdner Bank hat eine Neuordnung ihrer Geschäftsfelder beschlossen. Die Investment-Sparte Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) soll - wie bereits angekündigt - mit dem Corporate Banking zusammengelegt werden. Mit der Umstrukturierung will die Bank bis 2008 eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 12 Prozent erreichen.

Mit Spannung wurde jedoch die Besetzung der Führungsposition des neuen Bereichs erwartet: Neues Vorstandsmitglied für die fusionierte Sparte wird Stefan Jentzsch. Bis vor wenigen Wochen saß er noch im Vorstand der HypoVereinsbank, nahm jedoch nach der Übernahme der HypoVereinsbank durch die italienische UniCredit Anfang des Monats gemeinsam mit Vorstandskollegin Licci seinen Hut.

Neben Jentzsch als neues Vorstandmitglied wurde auch DrKW-Chef Andrew Pisker als möglicher Kandidat für die zusammengelegte Sparte gehandelt. Nach der Berufung von Jentzsch wird Pisker nun das Institut verlassen.

Weitere 3000 Stellen auf der Kippe?

Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter schloss nicht aus, dass es durch die Bündelung von Investmentbank und Firmenkundengeschäft einen Stellenabbau geben könnte. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet derweil in ihrer Freitagsausgabe, die Bank plane den Abbau von 2000 bis 3000 Stellen. Die Ausweitung der Sparpläne soll laut dem Bericht jedoch auch weiterhin ohne Entlassungen umgesetzt werden. Die Dresdner Bank dementiert unterdessen diese Meldung. Aktuell seien keine Stellenstreichungen geplant, zukünftig sei dies jedoch nicht ausgeschlossen, so eine Sprecherin gegenüber n-tv.de.

Die bis 2008 geplanten Ergebnisverbesserungen will er vor allem durch steigende Erlöse erreichen, unter anderem sollen mittelgroßen Firmen mehr Kapitalmarktprodukte verkauft werden. Das Marktwachstum in dem Bereich liege bei fünf bis zehn Prozent pro Jahr, in dieser Größenordnung wolle auch die Dresdner Bank zulegen, erläuterte der Bankchef. Die Kosten sollen aber nicht steigen: "Ziel ist, die Kostenbasis von 2005 von etwa fünf Mrd. Euro bis 2008 stabil zu halten", sagte Walter.

Mit der Zusammenlegung und der Berufung von Jentzsch bindet das zum Allianz-Konzern gehörende Finanzhaus die Investmentbank wieder stärker in den Heimatmarkt ein. Über die Zukunft von DrKW wurde seit mehreren Jahren spekuliert. Jentzsch gilt als einer der profiliertesten deutschen Investmentbanker.

Auch das Privatkundengeschäft der Dresdner Bank wird neu aufgestellt. Die bisherigen Bereiche Personal Banking und Private & Business Banking würden in einer Einheit konzentriert. In dem neuen Bereich, der Private & Business Clients heißen soll, würden klare Zuständigkeiten für Vertrieb und Produkte eingeführt. Stephan-Andreas Kaulvers, zuvor Leiter des Personal Banking, werde im Vorstand die Verantwortung für den Vertrieb Deutschland übernehmen. Andreas Georgi, der bisher das Private & Business Banking leitete, werde künftig das internationale Wealth Management und sowie das Produktangebot der Dresdner Bank verantworten.

Quelle: ntv.de

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