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Frohe Botschaft Einzelhändler verkaufen mehr

Die deutschen Einzelhändler haben im Oktober deutlich mehr Waren verkauft als im September. Damit erwischte die Branche einen guten Start ins letzte Vierteljahr. Experten bewerten die Chancen für das alles entscheidende Weihnachtsgeschäft dennoch zurückhaltend.

Saisonbereinigt stieg der reale Umsatz im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Damit lag der Umsatz aber dennoch um 0,8 Prozent unter dem Stand vom Oktober 2004 - allerdings hatte der Oktober diesmal einen Verkaufstag weniger. In den ersten zehn Monaten lag der Einzelhandelsumsatz real um 0,8 Prozent über dem Stand des Vorjahres.

Analysten hatten für den Oktober mit einem realen Umsatzplus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat und einem Rückgang um 0,9 Prozent im Jahresvergleich gerechnet. Die Experten warnten allerdings, den Umsatzanstieg überzubewerten, weil der Einzelhandel im September drei Prozent weniger verkauft hatte. "Wir haben noch keine Trendwende zum Positiven beim Einzelhandel", sagte Alexander Koch von der Hypovereinsbank. Das Weihnachtsgeschäft werde wahrscheinlich nicht besser sein als im vergangenen Jahr. Auch Matthias Huth von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von einem insgesamt trüben Ausblick für die Branche. "Es kann aber dennoch ein vernünftiges Weihnachtsgeschäft geben", fügte er hinzu.

Regierungspläne verderben Kauflaune

Der Einzelhandel ist zwar zufrieden mit den Verkäufen am ersten Adventswochenende, hatte jedoch in der gesamten Adventswoche nach eigenen Angaben das Vorjahresergebnis knapp verfehlt. Das Weihnachtsgeschäft ist für die Branche so wichtig, weil einige Zweige in den Monaten November und Dezember ein Drittel ihres gesamten Jahresumsatzes machen. Allerdings steht das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr unter dem Schatten der Regierungspläne, die für viele Bürger Einkommensverluste bedeuten.

"Die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen sind für die gesamte Branche nicht förderlich", sagte Huth. Auch die jüngste Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung hatte gezeigt, dass die Verbraucher angesichts der Mehrbelastungen überwiegend nicht in Kauflaune sind.

GfK sieht Stimmungsknick

Am Montag hatte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitgeteilt, dass das monatlich ermittelte Verbrauchervertrauen auf 3,1 von 3,3 Punkten gesunken ist. Die von der großen Koalition beschlossene Mehrwertsteuererhöhung habe den Verbrauchern im Westen Deutschlands die Stimmung verdorben, hieß es zur Begründung.

Quelle: ntv.de