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Flugmeilen für die Stadtwerke Eon weist Vorwürfe zurück

Deutschlands größter Gasversorger Eon Ruhrgas hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Stadtwerke-Kunden noch üppiger bedacht als bisher bekannt. Neben den Vergnügungsreisen für Lokalpolitiker, die bei lokalen Energieversorgern in Aufsichtsräten säßen, habe der Essener Versorger in großem Stil Meilen aus dem Vielfliegerprogramm "Miles & More" von der Lufthansa aufgekauft und diese weitergereicht.

Eon Ruhrgas in Essen wies am Samstag die Darstellung des Magazins, das Unternehmen mache lokalen Energieversorgern üppige Meilengeschenke, als "puren Unsinn" zurück. In dem Bericht des Magazins wird hingegen eine Sprecherin mit den Worten zitiert, es handele sich bei den Miles & More-Geschenken um ein "Marketing- Instrument".

Das Geschenk sei allerdings überaus üppig ausgefallen, so der "Spiegel": So hätten die relativ kleinen Stadtwerke Neuwied allein 2004 Bonusmeilen im Gegenwert von 26.000 Euro für "verkaufsfördernde Maßnahmen in ihrem Absatzgebiet" erhalten. Man habe die Meilen damals an Autohändler weitergegeben, die für Erdgasfahrzeuge geworben hätten, so der Geschäftsführer der Stadtwerke, Dirk Hillesheim. Eine erste Erdgas-Tankstelle wurde allerdings erst Ende 2005 in Neuwied eröffnet.

Ein Lufthansa-Sprecher äußerte am Samstag zum Thema Flugmeilen: "Das ist wie eine Währung". Jedes Unternehmen könne Bonusmeilen erwerben und diese weiter reichen. "Was die Unternehmen aber damit im Einzelnen machen, bleibt ihnen überlassen und ist nicht mehr Sache der Lufthansa", fügte er hinzu. Ob Eon Ruhrgas Meilen erworben habe, könne er nicht sagen.

Selbst wenn nur die Hälfte der rund 100 deutschen, von E.ON Ruhrgas belieferten lokalen Gasversorger das Meilen-Geschenk nutze, dürfte das den Konzern pro Jahr mehrere Mio. Euro kosten, schreibt das Magazin.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt seit einem halben Jahr gegen mehr als 150 Kommunalpolitiker in rund 25 Städten in Nordrhein-Westfalen wegen des Vorwurfs der Vorteilsnahme im Zusammenhang mit Reisen von Eon Ruhrgas. Gegen Mitarbeiter von Eon Ruhrgas wird wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung ermittelt. Die Politiker stehen unter dem Verdacht, als Aufsichtsräte ihrer Stadtwerke an Reisen mit "eher touristischem Charakter" teilgenommen zu haben, die der Essener Gasversorger finanziert haben soll. Die Staatsanwaltschaft versucht zu klären, inwieweit es sich tatsächlich um Dienst- oder Privatreisen gehandelt hat.

Quelle: n-tv.de