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Wut in Italien Fiat bei Opel ausgetrickst?

Der Fiat-Konzern fühlt sich offenbar bei den Verhandlungen über die Opel-Übernahme ausgetrickst. Wurde in Berlin mit gezinkten Karten gespielt?

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Fiat hält sich für den besseren Partner.

Der Fiat-Konzern fühlt sich offenbar bei den Verhandlungen über die Opel-Übernahme ausgetrickst. "Man sei sehr verärgert", berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Firmenkreise. Fiat war aus dem Bieterrennen ausgestiegen, nachdem die Opel-Mutter General Motors einen weiteren Finanzbedarf von 300 Mio. Euro angemeldet hatte. Daraufhin hatte sich der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna mit GM geeinigt. Nachdem die Bundesregierung nun einen Notkredit in Höhe der strittigen 300 Mio. Euro an Opel angewiesen hat, mache sich bei Fiat das Gefühl breit, dass "mit gezinkten Karten" gespielt worden sei, hieß es.

Der Fiat-Konzern ist bei der Übernahme von Opel nach Einschätzung des italienischen Ministers Claudio Scajola allerdings immer noch im Rennen. Der Übernahmeplan von Fiat sei der beste, es sei ein "Plan mit Perspektive", sagte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung laut italienischen Nachrichtenagenturen. Fiat sei "eine Länge voraus, sie haben ein gutes Produkt und ein gutes Management".

Scajola äußerte die Hoffnung, dass in sechs Monaten noch einmal darüber nachgedacht werde, ob das nun beschlossene "Provisorium" für Opel unter Führung der deutschen Regierung und der Mutter GM tatsächlich im Interesse Europas sei. Europa brauche einen großen Autokonzern, fügte er hinzu. Fiat hatte vorgeschlagen, seine Autosparte mit Opel und dem US-Hersteller Chrysler zu einem der größten Autohersteller weltweit zu schmieden.

Beim Bieterrennen um Opel waren der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna und die russische Sberbank in der Nacht zum Samstag zum Zuge gekommen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm betonte jedoch am Mittwoch, die Vereinbarungen befänden sich noch im Stadium eines Vorvertrages. Der Bieterprozess sei nach wie vor  auch offen für andere Interessenten. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, Vertreter von Fiat und der chinesischen Holding BIAC hätten sich nach dem Samstag mit Regierungsvertretern getroffen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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