Meldungen

Germanwings und TUIfly Fusion gescheitert

Die Fusion der Billigflieger Germanwings und TUIfly ist geplatzt. Die Eigentümer Lufthansa und TUI haben ihre Pläne zu den Akten gelegt. Es gebe keine Gespräche mehr, sagte ein TUI-Sprecher. Nun prüfe der Reisekonzern Alternativen für seine Flugtochter. Branchenexperten gehen davon aus, dass Germanwings und TUIfly zunächst selbstständig bleiben werden. Chancen werden noch einem Bündnis von TUIfly mit Air Berlin eingeräumt.

Das Aus für das seit rund einem Jahr geplante Bündnis der Töchter des größten Reisekonzern und Luftfahrt-Marktführers hatte sich seit längerem abgezeichnet. Die Unternehmen hatten in den Gesprächen ihre unterschiedlichen Ansichten über Standorte und die Bewertung der Firmen nicht überwinden können und keinen gangbaren Weg für die zu zahlenden Tarife gefunden.

Streitpunkte waren neben dem Sitz der gemeinsamen Airline die Zukunft der Flugzeugwartung in Hannover sowie die tarifliche Einstufung der Piloten. TUI wollte auch künftig über Strecken und den Marktauftritt des Billigflugunternehmens mitbestimmen. Lufthansa stemmte sich dagegen, allen Piloten den hohen Tarif ihrer eigenen Flugzeugführer zu zahlen. Eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent hätte entsprechende Begehrlichkeiten bei allen Piloten wecken können.

Andere Lufthansa-Baustellen

Schon ein geplantes Dreierbündnis mit der zum Reisekonzern Thomas Cook gehörenden Fluggesellschaft Condor war zuvor gescheitert. Condor zog sich Ende September aus den Gesprächen zurück und begründete dies mit nicht erfüllbaren finanziellen Erwartungen an den Zusammenschluss. "Das Lufthansa-Management hat genügend andere Baustellen, um die es sich kümmern muss", sagte BayernLB-Analyst Ulrich Horstmann mit Blick auf die Übernahmeprojekte in Italien, Österreich, Belgien und Skandinavien.

Unternehmenskreisen zufolge kommen Germanwings und TUIfly zumindest vorübergehend ohne Partner aus. "TUIfly hat sowohl Auslastung als auch Erträge deutlich gesteigert", hieß es aus dem TUI-Umfeld. Wegen der hohen Kerosinpreise sei TUIfly zwar noch nicht am Ziel, aber auf gutem Weg. Germanwings schreibe ohnehin nur geringe rote Zahlen, womit Lufthansa gut leben könne, verlautete aus Lufthansa-Kreisen.

Alternative wäre für TUIfly nun ein Zusammenschluss mit der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin. "Wir sprechen weiterhin mit TUIfly, aber bislang gibt es kein Ergebnis", sagte ein Air-Berlin-Sprecher.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema