Meldungen

ProSiebenSat.1 Gewerkschaften gegen Verkauf

Die Mediengewerkschaften DJV und Verdi haben große Bedenken gegen die geplante Mehrheitsbeteiligung des Springer-Konzerns an der größten deutschen TV-Kette ProSiebenSat.1. "Eine solche Medienmacht in einer Hand ist verheerend für die Meinungsvielfalt in Deutschland", kommentierte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Michael Konken, die Pläne. Die Gewerkschaft Verdi forderte Regelungen der Konzentrationskontrolle für die gesamte Medienwirtschaft über Branchengrenzen hinweg.

Der DJV-Vorsitzende appellierte an das Bundeskartellamt, der geplanten Übernahme der Sendergruppe durch Springer die Zustimmung zu verweigern. Er argumentierte: "Eine solche Vormachtstellung kann nicht im Sinne der Demokratie und des möglichst umfassenden meinungsbildenden Auftrags der Medien sein."

Nach Ansicht des DJV entsteht durch die 100-Prozent-Übernahme der Stimmrechtsaktien durch Springer "ein Medienmonopol mit gewaltigem Einfluss auf die öffentliche Meinung". Die Pläne, die Fernsehsender nicht nur wirtschaftlich, sondern auch publizistisch dem Springer-Konzern einzuverleiben, hätten ein bedenkliches Komplettangebot von Information und Meinung zur Folge, meinte Konken. "Deutschland braucht kein Springer TV, sondern Meinungsvielfalt statt Einheitskost."

Der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke meinte: "Kartellrecht und Rundfunkstaatsvertrag reichen nicht aus, um konzentrierte Medienmacht zu begrenzen." Cross-mediale Strategien großer Konzerne würden zu einer wechselseitigen Verstärkung von Meinungsmacht in print- und audiovisuellen Medien führen. Sie böten das ideale Umfeld, um die öffentlich interessierenden Themen vorzugeben und wettbewerbsbegrenzende Vermarktungsstrategien zu entwickeln, die für die Nutzer und Verbraucher undurchschaubar blieben, meinte Werneke.

Quelle: ntv.de