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Ungewollter Einblick Google berichtet an SEC

Der Internetkonzern Google hat aus Versehen eine veraltete Geschäftsprognose ins Internet gestellt. Die zuvor unveröffentlichte Präsentation über die Erwartungen im Anzeigengeschäft stamme noch aus dem Jahr 2005, teilte der Konzern in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht mit.

Die Informationen seien nicht für die Geschäftsplanung bestimmt und dürften nicht als Ausblick betrachtet werden. Google bleibe bei seiner Praxis, keine Gewinnerwartungen zu veröffentlichen. Die Google-Aktien hatten auf die Nachricht der Web-Veröffentlichung mit Abschlägen reagiert.

Dem versehentlich veröffentlichten Dokument zufolge rechnet Google damit, dass sein Kerngeschäft im Anzeigenbereich um fast 60 Prozent auf 9,5 Mrd. US-Dollar wachsen wird. RBC-Capital Analyst Jordan Rohan zufolge wurde das interne Ziel vermutlich vor Verlängerung des AOL-Werbevertrages im Volumen von 450 Mio. US-Dollar gesetzt. Demnach rechne Google nun mit einem Bruttoumsatz von rund zehn Mrd. US-Dollar, so Rohan. Das entspräche in etwa den höchsten Erwartungen an der Wall Street von 9,97 Mrd. US-Dollar, läge aber über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von 9,65 Mrd. US-Dollar.

Entdeckt hatte ein Blogger aus Seattle das umfangreiche Dokument, das Google nach einer Analystenkonferenz am 2. März ins Netz gestellt und inzwischen zurückgezogen hat. Anderen Bloggern zufolge, die die Originalpräsentation sahen, wurden darin auch Details zu dem offenbar von Google geplanten neuen Speicher-Angebot genannt. Der Dienst mit Namen "GDrive" soll es Computernutzern ermöglichen, ihren kompletten Datenbestand bei Google speichern und von überall online abrufen zu können.

Nach dem Lapsus fielen Google-Aktien im elektronischen Handel um 2,5 Prozent auf 355,50 US-Dollar. Unmittelbar nach Börsenstart an der Wall Street fielen sie kurzzeitig auf rund 353 US-Dollar.

Quelle: ntv.de