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Illegale Praktiken Heros-Leitung wurde erpresst

Die Firmenleitung des Geldtransportunternehmens Heros ist nach Zeitungsinformationen angeblich jahrelang von Mitarbeitern erfolgreich erpresst worden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hatten sie nach Angaben aus Justizkreisen damit gedroht, die illegalen Praktiken im Unternehmen auffliegen zu lassen.

Vor einer Woche sei eine 39-jährige Mitarbeiterin der Geldtransportfirma wegen des Verdachts der Erpressung und der schweren Untreue verhaftet worden, schreibt das Blatt. Von dem Heros-Firmenchef und mehreren seiner Mitarbeiter, die zuvor bereits verhaftet wurden, sollen mehr als 300 Millionen Euro Kundengelder unterschlagen worden sein.

Die derzeit in der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen einsitzende Frau war demnach als leitende Personalmanagerin bei der in Viersen ansässigen Nordcash Geldbearbeitungs GmbH tätig. Nordcash sei eine der 23 Heros-Tochterfirmen, für die zwischenzeitlich Insolvenz beantragt worden ist.

Laut Haftbefehl soll die 39-Jährige seit 2002 von dem Heros-Inhaber und dem Nordcash-Leiter in mehreren Tranchen mindestens eine Million Euro erpresst haben. Zudem soll die Frau, eine gelernte Erzieherin, über einen Zeitraum von etwa drei Jahren aus den in Viersen gezählten Kundengeldern monatlich zwischen 50.000 und 250.000 Euro für sich selbst abgezweigt haben.

Der Erpressungsverdacht habe sich für die Ermittler offenbar nach den Vernehmungen der beiden Chefs ergeben, die neben zwei weiteren Heros-Managern bereits am 17. Februar verhaftet worden waren, so die Zeitung. Die beiden Chefs haben nach Angaben aus Justizkreisen ausgesagt, sie seien von Mitarbeitern, die über die strafbaren Machenschaften bei Heros detailliert Bescheid gewusst hätten, zur Zahlung von Schweigegeld genötigt worden.

Die in den Heros-Ermittlungen federführende Staatsanwaltschaft Mönchengladbach wollte sich zu den Erpressungsvorwürfen und der Festnahme der 39-jährigen Nordcash-Managerin nicht äußern. Derzeit werte seine Behörde umfangreiches Beweismaterial sowie Vernehmungen von Beschuldigten und Zeugen aus, sagte Staatsanwalt Peter Aldenhoff der "Süddeutschen Zeitung" zufolge.

Die bisherigen Vernehmungen hätten ergeben, dass die beschuldigten Heros-Manager insbesondere die Euro-Bargeld-Umstellung im Jahre 2002 für ihre Zwecke genutzt hätten, hieß es aus den Justizkreisen weiter. Beschuldigte hätten ausgesagt, man habe das damalige Chaos in der gesamten Geldbranche zum Anlass genommen, um sich durch verspätete Gutschriften von Kundengeldern in einem Schneeballsystem zu bereichern. Millionenschwere Firmenverluste, aber auch Unterschlagungen von Mitarbeitern seien durch immer neue Kundengelder gedeckt worden. Dabei habe das Heros-Management den Überblick verloren.

Quelle: ntv.de