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Beratungsgeschäft lahmt IDS Scheer senkt Prognose

Wegen verzögerter Projekte in Amerika, China und Osteuropa hat das Software-und Beratungshaus IDS Scheer seine Umsatz-und Gewinnziele gesenkt. Der Aktienkurs brach ein.

"Das dritte Quartal hat unsere Erwartungen nicht erfüllt", sagte der seit September amtierende Unternehmenschef Thomas Volk am Montag in Saarbrücken. Daher sei 2006 nur mehr mit einem Umsatzanstieg von acht Prozent zu rechnen. Bislang lagen die Planungen bei bis zu elf Prozent. Die operative Rendite (Ebita-Marge) soll neun bis zehn Prozent statt bisher angestrebter 11,1 bis 11,6 Prozent betragen.

"Im internationalen Beratungsgeschäft ging es einen Schritt rückwärts", sagte Volk. Daher habe sich im dritten Vierteljahr das operative Ergebnis (Ebita) auf 4,2 Mio. Euro halbiert. Der Umsatz legte wegen starker Softwareverkäufe allerdings um fünf Prozent auf 80,3 Mio. Euro zu.

Branchenexperten sagten, im internationalen Beratungsgeschäft könnten weitere Sanierungskosten anfallen. IDS hat angekündigt, dort dieselben Managementstrukturen zu schaffen wie im Inland. Die Landesbank Rheinland-Pfalz stufte die Aktie herab, andere Analysten erklärten, sie erwögen ähnliche Schritte. Die Anleger zeigten sich enttäuscht, die im TecDax notierten Aktien verloren zeitweise 12,4 Prozent an Wert.

Dass IDS Scheer die Langfristprognose einer Verdoppelung des Umsatzes und einer Steigerung der Rendite auf 14 Prozent bis 2010 unangetastet ließ, überzeugte die Investoren nicht. Das Ziel will die Firma vor allem über neue Partnerschaften erreichen. "Dabei wollen wir verstärkt mit externen Unternehmensberatern zusammen arbeiten", sagte Volk. Bisher setzt IDS Scheer beim Vertrieb seiner Software primär auf eigene Berater. Darüber hinaus will das Unternehmen auch seine Technologie erweitern. "Das wird einige Zukäufe nötig machen", sagte Volk.

Wesentlicher Wachstumstreiber soll weiterhin das Geschäft mit Lizenzen und Wartung der IDS-Software Aris bleiben, die Unternehmensprogramme etwa von SAP ergänzt. Ab Anfang 2007 erhofft Volk durch ein auf den SAP-Konkurrenten Oracle zugeschnittenes Produkt weitere Impulse.

Im dritten Quartal stiegen die Umsätze des Segments Software um 14 Prozent, während im doppelt so großen Beratungsgeschäft die Erlöse stagnierten und die Auftragseingänge sanken. Das Minus im internationalen Beratungsgeschäft konnte IDS dabei auch durch gute Geschäfte im Inland, die zur Neueinstellung von 100 Mitarbeitern führten, nicht ausgleichen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen derzeit rund 2700 Menschen.

Quelle: ntv.de

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