Wirtschaft
Freitag, 15. Dezember 2006

Kamps gibt Kontrolle ab: IFRC übernimmt Nordsee

Die Fischrestaurant-Kette Nordsee des früheren Großbäckers Heiner Kamps wird von der Nahrungsmittelfirma International Food Retail Capital (IFRC) für 130 Millionen Euro übernommen. Kamps gibt damit wie geplant seine direkte Kontrolle über die Restaurant-Gruppe ab, ist aber weiter indirekt an ihr beteiligt. Die am Freitag bekannt gegebene Transaktion ist für IFRC der erste Schritt zum geplanten Ausbau zu einem europäischen Nahrungsmittelkonzern.

Die Anteilseigner der von Heiner Kamps gegründeten Kamps Food Retail Investments (KFRI), der die Nordsee-Gruppe bislang gehörte, hätten die Offerte von IFRC angenommen, teilte die auf Zypern ansässige IFRC mit. Weitere Anteilseigner der KFRI sind das Molkereiunternehmen Müller Milch, der Finanzinvestor APC Capital sowie der Formel-1-Manager Willi Weber, der langjährige Manager von Rennfahrer Michael Schumacher.

Mit der Eingliederung der Kette in IFRC verändern sich deren Besitzverhältnisse. Kamps werde dann 19,5 Prozent halten, größter Anteilseigner sei der Investor TML Invest mit 39,2 Prozent. Die IFRC ist seit Mitte November an der Londoner Börse gelistet.

Die IFRC will in drei bis fünf Jahren auf einen Umsatz von 1,5 bis zwei Milliarden Euro kommen. Dazu will das Unternehmen kleinere und mittlere Firmen im zersplitterten europäischen Markt der Nahrungsmittelhersteller übernehmen. Derzeit steht IFRC nach Angaben eines Sprechers in fortgeschrittenen Gesprächen zur Übernahme von drei größeren Backwarenherstellern.

Der Umsatz der Nordsee-Kette stieg im ersten Jahr seit der Übernahme durch Heiner Kamps um 2,3 Prozent auf 347,6 Millionen Euro, wie IFRC mitteilte. Der Betriebsgewinn (Ebitda) im Geschäftsjahr 2005/06 (per Ende September) habe sich vor allem dank eines Sparprogramms auf vergleichbarer Basis um 58 Prozent auf 26,9 Millionen Euro erhöht. Die Nordsee-Gruppe betreibt mit insgesamt 6000 Mitarbeitern in Deutschland 367 Restaurants, 45 in Österreich sowie einige wenige in der Schweiz, Slowenien und Tschechien.

Quelle: n-tv.de