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Öl- und Benzin zum Trotz Inflation bleibt moderat

Trotz der Rekordpreise für Heizöl und Kraftstoffe hat sich die Lebenshaltung in Deutschland im Juni insgesamt nur wenig verteuert.

Die Verbraucherpreise lagen 1,8 Prozent über dem Vorjahr, nachdem die Teuerung im Mai noch bei 1,7 Prozent gelegen hatte, wie das Statistische Bundesamt nach endgültigen Berechnungen am Donnerstag mitteilte. Von Mai auf Juni kletterten die Kosten für die Lebenshaltung um 0,1 Prozent.

"Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Teuerungsrate nur bei 1,3 Prozent gelegen", erklärten die Statistiker. So verteuerte sich allein leichtes Heizöl zum Vorjahr um fast 41 Prozent. Kraftstoffe kosteten im Juni sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Experten rechnen trotz der anhaltend hohen Ölpreise aber weiter nicht mit einer Beschleunigung des Preisauftriebs. Die schwache heimische Nachfrage verhindere, dass die Unternehmen höhere Rohstoffpreise voll an die Kunden weitergeben, heißt es zur Begründung. "Trotz der hohen Kosten für Rohstoffe sind die Preise in Deutschland sehr stabil", sagte SEB-Analyst Klaus Schrüfer. Auch für die Europäische Zentralbank (EZB) ergebe sich aus den Inflationsdaten kein Handlungsdruck.

Neben Öl und Benzin verteuerten sich im Jahresvergleich den Angaben zufolge auch Strom, Gas und Fernwärme deutlich. Nahrungsmittel waren 0,3 Prozent teurer. Während Computer, Telefone, Fernseher oder Foto-Apparate viel billiger als vor einem Jahr zu kaufen waren, mussten die Verbraucher auch für viele Freizeitaktivitäten wie den Besuch von Vergnügungsparks tiefer in den Geldbeutel greifen.

Einen kräftigen Preissprung registrierten die Statistiker erneut bei Bohnenkaffee, der sich im Juni noch einmal um fast sieben Prozent zum Vormonat verteuert und kostete damit gut 15 Prozent mehr als im Juni 2004. Weiter wirkte dem Amt zufolge eine Reihe von Steuererhöhungen inflationstreibend: Für Tabakwaren mussten die Raucher rund elf Prozent mehr ausgeben, Autobesitzer für die Kfz-Steuer gut 20 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr.

Quelle: ntv.de

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