Meldungen

Vodafone interessiert Kampf um Hutchison Essar

Im Kampf um Indiens Mobilfunkanbieter Hutchison Essar bringen sich mehrere Interessenten für eine milliardenschwere Übernahme in Stellung. Mit dem Branchenzweiten des rasant wachsenden Marktes, Reliance Communications, stürzte sich am Donnerstag ein dritter Bieter ins Rennen um Indiens viertgrößten Netzbetreiber. Auch zwischen den bisherigen Interessenten Vodafone und Essar Group gibt es offenbar eine neue Variante: Einem Zeitungsbericht zufolge hat die indische Essar dem britischen Konkurrenten eine gemeinsame Beteiligung vorgeschlagen.

Branchenexperten beziffern den Wert des indischen Mobilfunkbetreibers auf gut 17 Milliarden Dollar. Dem erfolgreichen Käufer winkt in den kommenden Jahren ein kräftiges Wachstum: bislang haben nur zwölf Prozent der Inder ein Handy. In zwei Jahren dürften es schon doppelt so viele sein, in vier Jahren drei mal so viele. Essar Hutchison hat einen Marktanteil von 16 Prozent in Indien und ist damit die Nummer vier nach Bharti Airtel, Reliance und dem Staatsunternehmen Bharat Sanchar Nigam. Es gilt auch wegen seines hohen Umsatzes pro Nutzer als attraktives Übernahmeziel. Die Hongkonger Hutchison Whampoa hält direkt und indirekt zwei Drittel an Hutchison Essar, die Essar Group ein Drittel.

Reliance-Chef Anil Ambani erklärte, Zeitpunkt und Größe eines Angebots für die Hutchison Essar stünden noch nicht fest. Seine Firma habe sich jedoch die Unterstützung von vielen der weltgrößten privaten Beteiligungsgesellschaften gesichert. Mit der Situation vertraute Personen berichteten, die US-Branchenriesen Blackstone und Kohlberg Kravis Roberts arbeiteten an einem Angebot und könnten sich mit Reliance zusammenschließen. KKR könne sich jedoch auch auf die Seite eines anderen Bieters schlagen, hieß es. Zudem wird weiteren Firmen Interesse nachgesagt.

Die "Times of India" berichtete am Donnerstag, die von der Familie Ruia kontrollierte Essar Group habe Vodafone vorgeschlagen, dass Vodafone 55 Prozent an Hutchison Essar übernimmt. Ihren eigenen Anteil wolle die Essar Group nach einem Jahr an die Börse bringen. Vodafone will schon seit längerem seine Position in Indien ausbauen. Der Konzern hält bereits zehn Prozent am Branchenprimus Bharti Airtel, der jedoch wenig Interesse an einem Verkauf weiterer Anteile zeigt.

Hutchison Whampoa ist vor allem über sein Tochterunternehmen Hutchison Telecommunications International an dem indischen Mobilfunker beteiligt -Branchenexperten bezeichnen den Anteil als "Kronjuwele" des Portfolios. Ursprünglich wollte Hutchison den indischen Netzbetreiber an die Börse bringen. Diesen Plan durchkreuzten jedoch neue Börsenregeln und ein Streit mit dem Partner Essar. Deshalb sind Branchenkenner überzeugt, dass Hutchison einen "angemessenen" Preis annehmen würde -er würde eine schnelle und einfache Lösung bedeuten.

Quelle: n-tv.de