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Fall für die Börsenaufsicht Kurspflege bei Danone?

Nach der beispiellosen Mobilisierung der französischen Politik gegen eine angebliche Übernahme des Nahrungsmittelkonzerns Danone durch den US-Getränkemulti Pepsico hat sich die Pariser Börsenaufsicht AMF eingeschaltet.

Der Verdacht: Die Kaufgerüchte wurden lanciert, um trotz schlechter Finanzdaten den Aktienkurs in die Höhe zu treiben. Ein AMF-Sprecher sagte der Wirtschaftszeitung "Les Echos", PepsiCo habe erklärt, "gegenwärtig" keine Übernahmeattacke zu planen.

Die AMF versucht in Vorermittlungen zu klären, wie es zu den Kaufgerüchten kam. Der Kleinaktionärsverein ADAM vermutet ein Insiderdelikt, weil die Gerüchte die Aktie in einer Zeit um ein Viertel steigen ließen, in der das Unternehmen einen Gewinnrückgang melden musste.

Zudem wirft ADAM den Politikern "Demagogie statt Pädagogik" in der Affäre vor. Bis hin zu Präsident Jacques Chirac hatten sich Regierung, Opposition und Verbände für die Verteidigung von Danone gegen PepsiCo stark gemacht.

PepsiCo hatte die Übernahmegerüchte nicht dementiert. Nach französischem Recht muss ein Konzern aber Übernahmepläne bestätigen, wenn über sie bereits am Markt offen spekuliert wird. Ob PepsiCo den Kauf von Danone langfristig erwägt, bleibt ungewiss. Am Freitag nahm der Anbieter von Chips und Brausegetränken zwei Manager in die Führung auf, die sich um die Expansion im Ausland und in Bereiche der gesunden Ernährung kümmern sollen.

Danone kommt vor allem mit Milchprodukten und Mineralwasser auf 13,7 Mrd. Euro Umsatz und 317 Mio. Euro Überschuss. Der Konzern hat 89.500 Mitarbeiter.

Quelle: ntv.de