Wirtschaft
Freitag, 15. Juni 2007

VW-Affäre lastet schwer: Lenz legt Mandat nieder

Die VW-Affäre um Sexpartys und Lustreisen auf Firmenkosten hat nun auch dem niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Günter Lenz seinen Posten gekostet. Lenz legt sein Landtagsmandat nieder und lässt seine Ämter bei VW bis zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft in der Affäre ruhen. Lenz ist Betriebsratschef bei Volkswagen Nutzfahrzeuge und Aufsichtsratsmitglied der Volkswagen AG.

Damit folgte Lenz folgte einer Aufforderung von SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner. Dieser hatte zwar lange zu Lenz gestanden, ihn aber am Donnerstag aufgefordert, sein Landtagsmandat niederzulegen. Er wolle sieben Monate vor der Landtagswahl in Niedersachsen Schaden von der Partei abwenden, sagte Jüttner. Er betonte erneut, es gebe keinen Anlass, am Wahrheitsgehalt von Lenz' Aussagen zu zweifeln. Das Thema habe jedoch nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine politische Komponente.

Lenz war im Prozess gegen den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Uhl vom ehemaligen VW- Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer erneut beschuldigt worden, in der VW-Affäre verwickelt zu sein. Er soll als Betriebsrat auf Konzernkosten die Dienste von Prostituierten genutzt haben. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig seit längerem gegen Lenz wegen Beihilfe zur Untreue. Lenz selber hatte die Vorwürfe stets bestritten und teilte am Freitag mit, er rechne weiterhin mit einem für ihn "positiven Ende der Recherchen". Allerdings sei das "Maß an Belastung" für seine Familie und die SPD im beginnenden Landtagswahlkampf "unerträglich" geworden. Er werde seit zwei Jahren von Gebauer in der Öffentlichkeit mit unterschiedlichen Schilderungen von strafwürdigen Begebenheiten belastet. Gebauer selbst ist in der Affäre wegen Untreue und Anstiftung zum Betrug angeklagt.

Am Donnerstag war der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl vom Amtsgericht Wolfsburg zu einer Geldstrafe von 39.200 Euro verurteilt worden. Während des Prozesses hatte der frühere VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer Lenz erneut schwer beschuldigt. Dieser soll danach 1999 bei einer Sexparty auf VW-Kosten in Hannover eine Art "Unterorganisator" gewesen sein. Dies ist allerdings strafrechtlich verjährt.

Quelle: n-tv.de