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Doch kein Cook-Verkauf Lufthansa dementiert

Die Deutsche Lufthansa hat einen Zeitungsbericht über einen bevorstehenden Verkauf ihres Anteils am Reisekonzern Thomas Cook an KarstadtQuelle dementiert.

"Es gibt keine solche Vereinbarung", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, es gebe eine grundsätzliche Übereinkunft über den Verkauf des Lufthansa-Anteils von 50 Prozent an den Mitgesellschafter.

Die Ferienfluggesellschaft Condor, die bisher bei Cook integriert ist, solle wieder unter das Konzerndach der Lufthansa zurückgeführt werden. KarstadtQuelle werde für die Komplettübernahme einen mittleren bis hohen dreistelligen Mio.betrag zahlen, berichtete die Zeitung.

Ein KarstadtQuelle-Sprecher sagte: "Für uns gibt es keinen neuen Stand dazu." Er könne angebliche Gespräche zwischen KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff und dem Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber nicht bestätigen.

"An unseren Zielen in Bezug auf Thomas Cook hat sich nichts geändert", fügte er aber hinzu. Middelhoff hat wiederholt erklärt, er wolle die Mehrheit oder alle Anteile am zweigrößten europäischen Reisekonzern übernehmen, den Lufthansa und Karstadt vor acht Jahren aus der Fluggesellschaft Condor und dem Reiseveranstalter Neckermann aufgebaut hatten. An der Fluggesellschaft Condor hat der Handelskonzern allerdings kein Interesse.

"Es gibt häufiger Treffen von Herrn Mayrhuber und Herrn Middelhoff, bei denen auch über die Zukunft von Thomas Cook gesprochen wird", sagte der Lufthansa-Sprecher. Er verwies auf frühere Aussagen des Lufthansa-Vorstands, wonach es bisher lediglich eine Vereinbarung beider Anteilseigener gebe, Thomas Cook in den nächsten Jahren börsenfähig zu machen. Ob es dann zu einem Börsengang komme, sei nicht entschieden.

Der Cook-Konzern hatte im Geschäftsjahr 2004/2005 (31. Oktober) bei 7,7 Mrd. Euro Umsatz einen Überschuss von 105 Mio. Euro erzielt und damit nach drei Verlustjahren erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Luftfahrtexperten von Banken rechnen seit längerem mit einer Aufteilung des Konzerns in das reine Reisegeschäft sowie die Fluggesellschaft. Der scheidende Lufthansa-Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley hatte Analysten zufolge vor drei Monaten auf einer Investorentagung erklärt, die Fluggesellschaft sei bereit, sich von Cook zu trennen, sofern der Preis stimme. "Es ist längst bekannt, dass sich die Kranichlinie von ihrer Beteiligung an Thomas Cook trennen möchte. Wir gehen davon aus, dass die Lufthansa Gespräche mit KarstadtQuelle hierüber geführt hat und weiterhin führen wird", sagte Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland Pfalz (LRP).

Die Lufthansa-Aktie legte zu Wochenbeginn um 1,4 Prozent auf 14,50 Euro zu, KarstadtQuelle-Titel verloren 0,3 Prozent auf 23,40 Euro.

Quelle: ntv.de