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Wabag-Urteil Max Strauß muss zahlen

In den Zivilrechtsstreitigkeiten zahlreicher Geldanleger mit der Wabag-Unternehmensgruppe ist erstmals ein Urteil gegen Max Strauß ergangen.

Das Landgericht München I hat den ehemaligen Rechtsberater der Wabag nach Angaben vom Mittwoch zur Zahlung von 51.129 Euro Schadenersatz an einen Kapitalanleger verurteilt (Az.: 3 O 23883/04). Es handle sich "um eine Einzelfallentscheidung, die kein Präjudiz für den Ausgang anderer Prozesse darstellt", hieß es. Mehrere andere Klagen gegen den ältesten Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß waren in den vergangenen Monaten abgewiesen worden.

Die Wabag-Gruppe mit Sitz in Oberhaching bei München hatte in den 90er-Jahren Kapitalgeber um einen Gesamtbetrag in dreistelliger Millionenhöhe betrogen. Die Hauptverantwortlichen sind zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Strauß kam wegen Beihilfe in einigen Fällen mit einer Geldstrafe davon. Die Geschädigten versuchten ihre Verluste bei ihm wettzumachen. Dies ist jetzt zum ersten Mal gelungen.

Der Kläger hat das Gericht davon überzeugt, dass er durch positive Aussagen von Strauß über den Wert der Geldanlage zum Kauf von Anteilen an einer nie verwirklichten Recyclingfirma verleitet worden sei. Auch ging die Zivilkammer davon aus, dass Strauß vom Fehlen wichtiger Informationen im Anlageprospekt wusste; er habe selbst die Wabag-Chefs in einem Schreiben darauf hingewiesen.

Strauß hatte in seinem Strafverfahren die Kenntnis der Prospekte eingeräumt, später aber behauptet, sein Geständnis sei unrichtig gewesen. Dies habe er im Zivilprozess nicht überzeugend darlegen können, das Gericht sei daher von der Richtigkeit des Geständnisses im Strafprozess ausgegangen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: n-tv.de