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RAG-Börsengang NRW hat Zweifel

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium zweifelt angesichts noch ausstehender Gutachten am Zeitplan für den Börsengang des RAG-Konzerns. Die RAG betonte dagegen, das Unternehmen werde wie geplant im zweiten Quartal 2007 für den Gang aufs Börsenparkett bereit sein.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Düsseldorf sagte am Donnerstag, das Ministerium sehe den Zeitplan als "sehr ehrgeizig" an, und bestätigte damit einen Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Grund dafür sei ein Gutachten zur Werthaltigkeit des Konzerns, das für den Juni vom Bundeswirtschaftsministerium ausgeschrieben wurde und dann binnen acht Monaten fertiggestellt werden solle. Da die Parlamente in Düsseldorf und Berlin dann noch über das Gutachten beraten müssten, erscheine das zweite Quartal 2007 als Termin für die Emission sehr ambitioniert.

In der im Internet veröffentlichten Ausschreibung des Berliner Ministeriums heißt es, für die Zustimmung der öffentlichen Hand zu den Börsenplänen sei "eine belastbare Einschätzung über den Wert des Beteiligungsbereichs" notwendig. Deshalb müsse eine Studie zum Wert und "mögliche Varianten für dessen Verwertung" erstellt werden. Die RAG will ihre Sparten Energie, Chemie mit der Degussa und Immobilien an die Börse bringen. In Nordrhein-Westfalen hatten Politiker indes auch die Variante einer Zerschlagung des Konzerns ins Spiel gebracht, um damit möglicherweise mehr erlösen zu können. Auf dem Weg an die Börse muss die aus der ehemaligen Ruhrkohle hervorgegangene RAG eine Lösung finden, wie die Folgekosten der Steinkohleförderung finanziert werden können. RAG-Chef Müller will den Bergbau abspalten und die Erlöse aus dem Börsengang in eine Stiftung einbringen, die für die Bergbau-Folgekosten in die Pflicht genommen werden soll.

Die RAG erklärte, die Vorbereitungen für den Börsengang liefen "mit Hochdruck" weiter. "Wir werden als Unternehmen für den IPO im zweiten Quartal 2007 bereit sein." Das Gutachten mache Sinn, wenn die geplante Stiftung gegründet und damit die Voraussetzung für die Abtrennung des Bergbaus geschaffen werde. Zudem sehe der Ministerium selbst "kurzfristigen Handlungsbedarf" für das Gutachten. Der Sprecher des Ministeriums wollte noch keine Angaben machen, ob die Stiftung auch vor einem Vorliegen des Gutachtens gegründet werden könne.

Quelle: ntv.de