Wirtschaft
Freitag, 25. Mai 2007

Transatlantische Börsenehe: Nasdaq und OMX fusionieren

Die New Yorker Technologiebörse Nasdaq will den nordischen Börsenbetreiber OMX für umgerechnet etwa 2,73 Milliarden Euro übernehmen. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, bieten die Amerikaner je OMX-Anteilschein 0,502 neue Nasdaq-Aktien und 94,3 Schwedische Kronen in bar. Eine OMX-Aktie werde damit mit 208,1 Kronen bewertet, was einem Aufschlag von 19 Prozent auf den OMX-Schlusskurs vom Mittwoch entspreche. Das Angebot werde von dem OMX-Führungsgremium und Großaktionären beider Unternehmen unterstützt. Investor AB und die Bank Nordea, die beide zu den größten OMX-Anteilseignern zählen, hätten die Offerte bereits akzeptiert.

OMX-Aktien reagierten mit einem Kurssprung, kletterten aber nicht bis auf die Höhe des Gebots: Kurz nach Börsenstart lagen die Papiere knapp elf Prozent im Plus bei rund 200 Kronen. Am Donnerstag waren die Aktien beider Unternehmen vom Handel ausgesetzt.

Nach dem Zusammenschluss soll das Unternehmen Nasdaq OMX Group heißen und eine Marktkapitalisierung von etwa 7,1 Milliarden Dollar haben. Chef soll Nasdaq-CEO Robert Greifeld werden. Die beiden Börsenbetreiber erwarten durch den Zusammenschluss jährlich vor Steuern Synergien in Höhe von rund 110 Millionen Dollar. Nasdaq-Aktionäre werden etwa 72 Prozent an dem neuem Unternehmen halten. Schwedens Regierung erklärte, sie wolle die Details der Fusionspläne zunächst prüfen. Grundsätzlich sei es aber positiv, dass OMX umworben werde. Die Regierung will den Staatsanteil von 6,6 Prozent verkaufen.

OMX betreibt die Handelsplätze in Stockholm, Helsinki, Kopenhagen, Reykjavik und den baltischen Staaten. Angesichts eines anhaltenden Konsolidierungsdrucks in der Branche will sich die Nasdaq über den US-Markt hinaus ausdehnen. Sie steht nach der transatlantischen Fusion von Nyse mit der europäischen Börse Euronext im Dezember unter massivem Erfolgsdruck. Im vergangenen Jahr war ihr Versuch, die LSE zu übernehmen, unter anderem am Widerstand des Managements der Londoner Börse gescheitert.

Nicht zuletzt wegen der Bedürfnisse von Anlegern nach länderübergreifendem Handel auch über Zeitzonen hinweg erlebt die Börsenlandschaft derzeit eine regelrechte Übernahmewelle. So hatten diese Woche Spekulationen über ein Interesse der LSE an der Deutschen Börse die Aktien der Frankfurter in die Höhe getrieben.

Quelle: n-tv.de