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Yugansk klagt Neuer Ärger für Yukos

Die frühere Hauptsparte des russischen Energiekonzerns Yukos, Yuganskneftegaz, hat den ehemaligen Mutterkonzern auf umgerechnet 1,73 Mrd. Euro (62,4 Mrd. Rubel) verklagt.

Wie der neue Mutterkonzern von Yugansk, Rosneft, am Dienstag bekannt gab, wurde die Klage vergangene Woche beim Moskauer Schiedsgericht eingereicht. Einem Rosneft-Sprecher zufolge klagt die neue Hauptsparte des Konzerns wegen Öllieferungen von Juli bis Dezember vergangenen Jahres, für die Yukos nicht gezahlt haben soll.

Yugansk war im vergangenen Jahr angesichts von Steuerforderungen von umgerechnet mehr als 21 Mrd. Euro durch russische Behörden von Yukos abgespalten und zwangsversteigert worden. Eine unbekannte Finanzgruppe hatte Yugansk dabei ersteigert und kurz darauf an Rosneft verkauft.

Chodorkowski drohen zehn Jahre Haft

Yukos vermutet hinter dem Vorgehen einen von der russischen Regierung inszenierten Angriff gegen das Unternehmen, weil dessen Gründer und Haupteigentümer Michail Chodorkowski politische Ambitionen gezeigt habe. Chodorkowski selbst steht wegen des Vorwurfs des Betrugs und der Steuerhinterziehung in Moskau vor Gericht.

Im umstrittenen Betrugsprozess gegen Chodorkowski forderte die Anklage am Dienstag eine zehnjährige Gefängnisstrafe. Sowohl Chodorkowski als auch der Mitangeklagte Yukos-Großaktionär Platon Lebedew haben bislang alle Vorwürfe des Betrugs und der Steuerhinterziehung zurückgewiesen, die auf Privatisierungsfälle vor mehr als zehn Jahren zurückgehen.

Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass am Dienstag berichtete, leiteten regionale Staatsanwälte zudem Ermittlungen gegen Manager der Yukos-Tochter Tomskneft ein. Ihnen werde vorgeworfen, umgerechnet knapp 110 Mio. US-Dollar unterschlagen zu haben.

Öl-Knappheit: Yukos will Raffinerie verkaufen

Wie Lukoils Vorstandsvorsitzender, Vagit Alekperov, am Dienstag gegenüber Journalisten erklärte, steht die OAO Lukoil mit Yukos Oil in Vorverhandlungen über den Kauf von deren größter Raffinerie im Baltikum, der Mazeikui Nafta AB.

Yukos hält etwa 60 Prozent an der Raffinerie, hat aber nach dem Verlust ihrer größten Produktionseinheit Yugansneftegaz Probleme, diese mit Rohöl zu versorgen. Aus Händlerkreisen heißt es, Lukoil wolle in der Raffinerieanlage im zweiten Quartal 600.000 Tonnen Rohöl verarbeiten.

In der Vergangenheit waren Lukoils Versuche zur Übernahme am Einspruch derlitauischen Regierung gescheitert. Sie hatte einen zu großen russischen Einfluss auf die litauische Wirtschaft befürchtet, da die russische Regierung damals noch einen beträchtlichen Teil an Lukoil hielt.

Quelle: ntv.de

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