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US-Börse erreicht Neuzeit Nyse feiert ihr Debüt

Die weltgrößte Börse, die New York Stock Exchange (NYSE), ist am Mittwoch an den Kapitalmarkt gegangen und hat ein sehr erfolgreiches Debüt gefeiert. Bereits in den ersten Handelsminuten stieg der Kurs deutlich. Die Aktie gewann zeitweilig 12,16 Prozent auf 72,06 US-Dollar.

Der Vorstandsvorsitzende der "neuen" NYSE Group, John Thain, gehörte zu den ersten Käufern der Aktie und erwarb symbolisch 100 Stück zum Eröffnungskurs von 67 US-Dollar.

Die Papiere waren sehr gefragt, über 12 Mio. Anteile wechselten in den ersten Handelsstunden den Besitzer. Die Aktien der NYSE Group Inc. firmieren unter dem neuen Aktiensymbol "NYX".

Die NYSE hatte 213 Jahre lang ihren Mitgliedern gehört, die einen exklusiven Club bildeten. Sie werden jetzt stattdessen Aktionäre, da die NYSE in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Börsen-Chef Thain hatte die Ära der alten NYSE durch den Zusammenschluss mit dem elektronischen Wertpapiermarkt Archipelago beendet. Thain, der früher bei der Investmentbank Goldman Sachs arbeitete, übernahm den Chefposten der Börse im Jahr 2004. Am Mittwoch läutete er die Glocke im Börsensaal zum Auftakt des Handelsbeginns.

Zur Eröffnung gab es Beifallsrufe, es waren aber auch Proteste zu hören. Diese waren Händlern zufolge gegen die 1.366 Mitglieder der NYSE gerichtet. Jeder von ihnen hatte vor dem Börsengang 80.000 Aktien im Gegenwert von rund 5,6 Mio. US-Dollar sowie eine Barzahlung von 350.000 US-Dollar erhalten.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 140 sei die Aktie zudem sehr hoch bewertet, gaben Börsianer zu bedenken. In den nächsten sechs Wochen soll durch die großen Investmenthäuser Merrill Lynch, Morgan Stanley, Lehman Brothers und JP Morgan als Konsortialführer eine zweite Platzierung von Aktien erfolgen, kündigte Thain an.

Der Börsenmanager hat für die neue NYSE große Pläne. Er plant Zukäufe sowohl in den USA als auch in anderen Ländern. Ein Marktteilnehmer äußerte sich euphorisch: "John Thain ist nun bereit, die Welt zu erobern."

Trotz des Einzugs des elektronischen Handelszeitalter soll der traditionelle Parketthandel an der Wall Street beibehalten werden. Larry Trainor, Mitglied der NYSE, sieht den Zusammenschluss mit Archipelago als richtigen Schritt: "Es ist gut für die Börse, es ist gut für das Geschäft. Es ist der einzige Weg, um zu überleben".

Quelle: ntv.de