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100 Dollar möglich Ölpreis steigt und steigt

Die Opec-Rohölpreise haben Rekordhöhen erreicht. Die durchschnittliche Notierung für ein Barrel (159 Liter) sprang erstmals über die Marke von 72,60 US-Dollar und lag damit um vier US-Dollar höher als noch vor einem Monat.

Nach Auffassung von Experten könnte der Ölpreis angesichts der Gefechte im Libanon und der Unsicherheit über die Entwicklung im Atomstreit mit dem Iran in den kommenden Wochen bis auf 100 US-Dollar steigen.

Zu dem Preisauftrieb trugen unterdessen auch die geringer als erwarteten US-Bestandsdaten vom Mittwoch bei. Die Rohöllagerbestände in den USA sind im Vergleich zur Vorwoche um 1,1 Mio. Barrel auf 332,6 Mio. Barrel gefallen. Analysten hatten einen Rückgang um 0,84 Mio. Barrel prognostiziert. Wie das Department of Energy (DoE) mitteilte, verringerten sich die Lagerbestände an Mitteldestillaten um 0,2 Mio. Barrel auf 132,4 Mio. Barrel. Hier war ein Anstieg um 0,7 Mio Barrel erwartet worden.

US-Rohöl verteuerte sich am Mittwoch zwischenzeitlich weiter um 29 Cent auf 76,60 US-Dollar, die Nordseesorte Brent um 37 Cent auf 77,92 US-Dollar.

Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats in Wien lag der Ölpreis des Kartells am Dienstag bei 72,64 US-Dollar und damit im Durchschnitt 52 Cent höher als zu Wochenbeginn. Der Korbpreis setzt sich aus elf Rohölsorten zusammen, die in den Opec-Staaten gefördert werden. Die Organisation errechnet den Preis stets mit einem Tag Verzögerung.

Die elf Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) haben einen Anteil von knapp 40 Prozent an der Weltförderung und besitzen rund drei Viertel der globalen Erdölreserven. Gegenwärtig fördert die Opec die Rekordmenge von täglich rund 30 Mio. Barrel. Auf der außerordentlichen Tagung in Caracas (Venezuela) Anfang Juni hatten sich die Mitglieder, darunter Saudi-Arabien, Iran und Venezuela, darauf verständigt, trotz Überversorgung des Marktes mit Rohöl die Fördermenge unverändert zu belassen, aber die weitere Preisentwicklung sorgfältig zu beobachten.

Der internationale Energieberater PVM mit engen Verbindungen zur Opec rechnet unterdessen mit weiter steigenden Preisen - auf bis zu 100 US-Dollar pro Barrel. "Wir haben jetzt Preise um die 80 US-Dollar, und dabei ist politisch eigentlich noch gar nichts passiert", sagte PVM- Geschäftsführer Johannes Benigni in Wien. "Wir hatten bisher noch keinen schweren Hurrikan, und die Entscheidung über das iranische Atomprogramm und Sanktionen ist auch noch nicht gefallen." Sollte Teheran auch nur mit dem Öl-Lieferstopp drohen, sei mit einem drastischen Anstieg der Preise zu rechnen.

Quelle: n-tv.de

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