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BaFin untersucht Kursprung Premiere zeigt Bundesliga

Der Bezahlsender Arena hat sich mit Premiere überraschend über eine gemeinsame Verbreitung der Fußball-Bundesliga im Pay-TV geeinigt.

Premiere werde Arena im Netz von Kabel Deutschland (KDG) vermarkten und technisch rund 9,6 Mio. Kabel-TV-Haushalte erreichen, teilte Premiere am Donnerstag in München mit. Durch eine technische Kooperation sind für Premiere-Kunden keine neuen Decoder für den Bundesliga-Empfang nötig. Damit ist Premiere ein wichtiger strategischer Befreiungsschlag geglückt. Die Versuche von Arena, sich mit KDG direkt auf die Einspeisung in das größte Kabelnetz zu einigen, wurden abrupt abgebrochen. Arena hatte sich in den vergangenen Monaten vergeblich um eine Kooperation bemüht. Am Ende zeichnete sich ab, dass eine Einigung nicht mehr bis zum Bundesliga-Start am 11. August gelingen würde. Premiere hat nach eigenen Angaben entschieden, Einzelabonnements zunächst für 14,90 Euro, d.h. zum Arena-Preis, anzubieten.

Premiere-Vorstandschef Georg Kofler zeigte sich erfreut. "Das ist ein schöner Tag für uns", sagte er bei n-tv. "Es ist eine klassische Win-Win-Situation. Aus Premiere-Sicht besteht der Gewinn darin, dass wir jetzt die Bundesliga live einem großen Teil unserer Kunden anbieten können, damit wenig finanzielle Risiken eingehen und damit auch noch eine Marge erzielen können."

Über Premiere und über die Kabelnetze der Unity Media in Hessen (iesy), Nordrhein-Westfalen (ish) und Kabel BW in Baden-Württemberg erreicht Arena praktisch alle Kabelkunden in Deutschland. Die nationale Verbreitung über Satellit sichert Arena mit einer eigenen Plattform. Premiere strahlt das Angebot des Senders Arena unverändert aus.

Premiere hatte die Übertragungsrechte an der Bundesliga nach 15 Jahren überraschend an Arena verloren, was den Aktienkurs des Senders drastisch einbrechen ließ. Ohne eine Einigung mit Arena hätten Premiere-Kunden Fußball in den nächsten drei Spielzeiten bis 2009 nur über das geplante Internet-Fernsehen der Deutschen Telekom sehen können, für das Premiere die Fußballsendungen auch produzieren soll. Die Bundesliga-Saison beginnt am 11. August.

Die Titel von Premiere reagierten auf die Nachricht mit einem Kurssprung von bis zu 30 Prozent. Die deutsche Finanzaufsicht kündigte an, auffällige Kursbewegungen der Premiere-Aktie auf Insiderhandel zu prüfen. "Wir schauen etwas genauer hin", sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und bestätigte damit einen Bericht des "Tagesspiegel". Die Prüfung der Handelsumsätze und Kursbewegungen sei jedoch eine reine Routineuntersuchung, wie sie bei allen Übernahmen und Kooperationen von Unternehmen eingeleitet werde.

Der Handel mit Premiere-Aktien hatte bereits am Dienstag stark angezogen, zwei Tage bevor der Pay-TV-Sender die Einigung mit dem Bundesligarechte-Inhaber Arena auf eine Kooperation zur Übertragung der Bundesliga-Spiele im Kabelfernsehen mitgeteilt hatte.

Quelle: ntv.de