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Kartellbedenken Russen weisen Siemens zurück

Der Einstieg des Münchener Technologiekonzerns Siemens beim russischen Turbinenhersteller Power Machines ist am Widerstand der Kartellbehörden gescheitert.

Ein Vertreter der russischen Kartellbehörde sagte am Mittwoch, das Gebot von Siemens sei abgelehnt worden, weil der Einstieg den Wettbewerb auf dem Markt für Anlagen zur Energieerzeugung eingeschränkt hätte. Nach Angaben von Siemens begründete die Behörde ihr Nein aber auch mit dem Geschäft von Power Machines (Silowije Maschini) in der Verteidigungstechnik.

In der Erklärung der Wettbewerbsbehörde heiße es, es gebe keine Grundlage für die Beteiligung ausländischer Firmen an russischen Unternehmen, die sich mit Militärtechnik befassten, sagte ein Siemens-Sprecher. "Wir bedauern das natürlich, aber wir nehmen das zur Kenntnis", sagte er.

Damit ist ein wichtiger Zukauf des Münchener Industrieriesen geplatzt, der in jüngster Zeit wieder verstärkt als Käufer von Unternehmen aufgetreten war. Siemens hat sich zum Ziel gesetzt, auf dem russischen Markt deutlich zu wachsen und den Umsatz von zuletzt etwa einer Milliarde Euro auszubauen. "Wir werden weiter auf dem russischen Kraftwerksmarkt tätig sein. In welcher Form, ist noch offen", sagte der Siemens-Sprecher zur Ablehnung des Einstiegs beim dortigen Marktführer.

Power Machines gilt als führender Anbieter von Kraftwerkstechnik in Russland. Das Geschäft mit Produkten für die Rüstungsindustrie ist nach Angaben von Siemens sehr klein. Siemens hatte gemeinsam mit dem bisherigen Eigentümer von Power Machines, dem russischen Industriekonglomerat Interros, über ein Gemeinschaftsunternehmen gut 70 Prozent der Anteile kontrollieren und die Geschäftsführung übernehmen wollen.



Das Geschäft schien zunächst auch auf die Zustimmung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu stoßen. Später häuften sich jedoch die Bedenken, da Power Machines auch Teile für die russischen Atom-U-Boote und die Rüstungsindustrie produziert. Analysten hatten die Entscheidung als wichtigen Hinweis darauf angesehen, wie Russland mit ausländischen Investoren umgehe.

Quelle: ntv.de