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Billige Importe Sargindustrie reagiert

Mit einer Qualitätsoffensive will die deutsche Sargindustrie auf den Import billiger Särge vor allem aus Osteuropa reagieren. Dazu führt der Branchenverband VDZB im Januar ein Vollholz-Siegel ein. Das Zeichen sei auf allen Särgen zu finden, die komplett aus Nadel- oder Laubholz mit einer vorgeschriebenen Mindestdicke hergestellt seien, teilte der Verband der Deutschen Zuliefererindustrie für das Bestattungsgewerbe (VDZB/Bonn) vor dem Volkstrauertag an diesem Sonntag mit.

Die Särge mit Siegel müssen umweltverträglich lackiert, beschichtet oder geklebt sein: Das Vollholzzeichen signalisiere Kunden, Friedhofsträgern und Krematoriumsbetreibern, "dass diese Särge gleichermaßen für die Erd- und Feuerbestattung ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt verwendet werden können". Im ersten Halbjahr 2007 ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Produktion von Särgen im Vorjahresvergleich um 16,5 Prozent auf 96 000 Stück zurückgegangen. Damit habe sich die Zahl der im Inland produzierten Särge seit 1991 mehr als halbiert, berichtete der VDZB.

Der Marktanteil importierter Särge liege schon bei 45 Prozent. Weniger gefragt sind Eichensärge. Deren Anteil schrumpfte von Anfang des Jahrzehnts von 24 auf jetzt 15 Prozent. Der Verband, dem 70 Anbieter von Särgen, Bestattungswäsche, Urnen, Leuchtern und Zubehör angehören, sieht einen harten Preis- und Wettbewerbsdruck. Dafür seien der Verfall der Sterbekultur, das gestrichene Sterbegeld, höhere Holzkosten und stagnierende bis sinkende Sterbezahlen verantwortlich. In diesem Jahr werden in Deutschland rund 820 000 Todesfälle erwartet.

Quelle: n-tv.de

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