Wirtschaft
Donnerstag, 08. Februar 2007

Hedgefonds-Aufsichtsrat geht: Streit bei CeWe eskaliert

Beim Oldenburger Foto-Entwickler CeWe Color verschärft sich der Streit zwischen Management und Hedgefonds. Der Frankfurter Investmentbanker Sebastian Freitag, der als Interessenvertreter der amerikanischen Fonds und CeWe-Großaktionäre M2 Capital und K Capital im CeWe-Aufsichtsrat saß, erklärte am Donnerstag seinen sofortigen Rücktritt, wie CeWe Color in Oldenburg mitteilte. Die Fondsmanager werfen Vorstand und Aufsichtsrat Versagen vor. Sie fordern den Rücktritt der Manager und hohe Ausschüttungen an die Aktionäre.

In unternehmensnahen Kreisen hieß es, zwischen Freitag und dem Management habe es massive Differenzen gegeben. Ohne die Verantwortung als Aufsichtsratsmitglied, das die Interessen des Unternehmens in den Vordergrund stellen muss, könne Freitag nun freier agieren. Eine Sprecherin von CeWe Color sagte: "Herr Freitag hat uns nur mitgeteilt, dass er zurücktritt. Einen Grund hat er uns nicht genannt." Sebastian Freitag gehört die kleine Investmentbank Freitag & Co., die die beiden Hedgefonds berät.

M2-Capital-Chef David Marcus hatte eine Sonderdividende von mindestens fünf Euro je CeWe-Aktie gefordert. Nach Ansicht des New Yorker Hedgefonds ist der Oldenburger Fotoentwickler "massiv unterbewertet und überkapitalisiert". Um sich durchzusetzen, verlangt M2 Capital eine außerordentliche Hauptversammlung. Die Bostoner Fondsgesellschaft K Capital, die 7,6 Prozent an CeWe Color hält, unterstützt den US-Investor. M2 Capital will seinen CeWe-Anteil von knapp neun Prozent weiter aufstocken. Größter Einzelaktionär ist mit gut 27 Prozent die Erbengemeinschaft des Fotoentwicklers, die ihre stille Beteiligung kürzlich zur Abwehr der Fonds in Aktien umgewandelt habt.

Der Aufsichtsrat von CeWe Color hat sechs Mitglieder -zwei davon werden von der Neumüller CeWe Color Stiftung benannt, vier von den Aktionären gewählt.

Quelle: n-tv.de