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Transparenz beim Scoring Streit um Schufa-Auskunft

Das Innenministerium will die Rechte von Verbrauchern gegenüber Auskunfteien wie der Schufa stärken. So soll das sogenannte Scoring transparenter werden, mit dem Banken, Versicherungen oder Telefonanbieter entscheiden, ob und zu welchen Konditionen sie einen Vertrag abschließen.

Außerdem sieht der Entwurf für eine Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes vor, dass die Bürger einmal im Jahr kostenlos ihre bei Auskunfteien gespeicherten Daten einsehen können. Dieser Punkt sei allerdings unter den Ministerien umstritten, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Den Plänen zufolge sollen Verbraucher auf Wunsch erfahren, anhand welcher Daten eine Entscheidung über ihre Kreditwürdigkeit getroffen wurde. Zwar erhalten Betroffene jetzt schon Auskunft über ihre gespeicherten Daten. Das bisherige Verfahren reiche aber besonders dann nicht mehr aus, wenn Auskunfteien die Daten nicht mehr selbst sammelten, sondern nach Bedarf bei anderen kauften.

Bisheriges Scoring-Verfahren wird kritisiert

Scoring ist ein mathematisches Verfahren, mit dem Auskunfteien statistisch errechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Person einen Kredit nicht zurückbezahlt. Falls der Wert nur noch von Computern errechnet würde, sollen Betroffene dem Ministerium zufolge das Recht auf einen Ansprechpartner bekommen, um ihren Standpunkt darlegen zu können. Das gesamte Verfahren solle eine spezielle Rechtsgrundlage erhalten, die einheitliche Voraussetzungen festlege.

Verbraucher- und Datenschützer kritisieren das Scoring bislang als intransparent, fehlerhaft und diskriminierend. Bei der Schufa als bekanntester Auskunftei gibt es nach Angaben von Sprecherin Katrin Haase mehrere Möglichkeiten, sich als Verbraucher über dort gespeicherte Daten zu erkundigen. Ein Ausdruck per Post oder in einer der bundesweit 14 Servicestellen koste 7,80 Euro. Es werde beispielsweise auch erklärt, welche Angaben wer erhalte.

Für einmalig 15,60 Euro können sich Bürger auf der Internetseite www.meineSchufa.de registrieren und jederzeit ihre Daten einsehen, wie Haase sagte. Im vergangenen Jahr verlangten der Sprecherin zufolge 1,2 Mio. Personen Auskunft über ihre Schufa-Daten. Die Anzahl steige stetig. Die Schufa halte Angaben über 65 Mio. Menschen bereit.

Quelle: ntv.de