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Sparprogramm trägt Früchte Thomas Cook erwartet Gewinn

Europas zweitgrößter Touristikkonzern Thomas Cook hat trotz höherer Treibstoffkosten seine Verluste nach den ersten neun Monaten 2004/05 deutlich verringert. Erstmals seit Beginn der Branchenkrise 2001 will die gemeinsame Tochter von Lufthansa und KarstadtQuelle im laufenden Geschäftsjahr wieder einen Jahresüberschuss erzielen.

"Das Sanierungsprogramm der Thomas Cook AG ist so gut wie abgeschlossen", sagte Vorstandschef Wolfgang Beeser am Mittwoch in Frankfurt. Er hatte vor knapp zwei Jahren die Führung des seinerzeit vor der Pleite stehenden Konzerns übernommen. Cook gehe jetzt gestärkt aus einem Sanierungsprozess hervor, der unter anderem den Abbau von 2.600 Arbeitsplätzen bedeutete. Die Betriebskosten seien in den ersten neun Monaten erneut gesunken, sagte Beeser, der Ende Oktober ausscheidet. Nachfolger wird der frühere T-Online-Chef Thomas Holtrop.

"Wir rechnen erstmals seit vier Jahren damit, dass am Ende des laufenden Geschäftsjahres ein substanzieller Gewinn vor und nach Steuern erzielt wird", sagte Finanzvorstand Heinz-Ludger Heuberg. Im Vorjahr hatte Cook noch einen Konzernverlust von 176 Mio. Euro ausgewiesen.

Nach neun Monaten des aktuellen Bilanzjahrs, das am 31. Oktober endet, verbesserte sich der Umsatz lediglich um 1,5 Prozent auf 4,9 Mrd. Euro, die Zahl der Gäste stieg nur 0,5 Prozent auf 7,3 Mio. Dennoch reduzierte sich der operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) aber um 69,2 Prozent auf 36,7 Mio. Euro. Der Vorsteuerverlust sank noch stärker um 75 Prozent auf 71,2 Mio. Euro. Dem standen Mehrkosten für Treibstoff in Höhe von 90 Mio. Euro gegenüber.

Heuberg erläuterte, die Hälfte der Ergebnisverbesserung gehe auf gesunkene Kosten zurück, die andere Hälfte resultiere aus deutlich geringeren Abschreibungen. Die Nettokreditverschuldung sei von 333 Mio. Euro im Vorjahr vollständig abgebaut worden, sagte Heuberg. Die flüssigen Mittel übersteigen mit gut 100 Mio. Euro erstmals seit Beginn der Sanierung die Finanzverbindlichkeiten.

Das touristische Geschäft in Europa sei zwar durch Naturkatastrophen und Anschläge wiederholt gedämpft worden. Gleichwohl habe Cook Ende August bei der Gästebuchungen 4,1 Prozent über dem Vorjahr gelegen, teilte das Unternehmen mit.

Quelle: ntv.de