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Sondererträge aus Verkauf Thomas Cook verringert Verlust

Europas zweitgrößter Touristikkonzern Thomas Cook ist dank einer großen Nachfrage nach WM-Schnäppchen gut in die Sommersaison gestartet. Die Buchungen für den Sommer liegen europaweit um 4,8 Prozent über dem Vorjahr, wie das zu Lufthansa und KarstadtQuelle gehörende Unternehmen in Oberursel mitteilte. Der gebuchte Umsatz übertreffe das Vorjahresniveau um 5,2 Prozent. Vor allem das Deutschland-Geschäft entwickelte sich mit einem Buchungsplus von 9,3 Prozent sehr gut. "Der Juni ist der beste Juni seit vielen Jahren", sagte Vorstand Ludger Heuberg. Teilweise hätten Betten nachgeordert werden müssen.

Bei der Neuausrichtung kommt Thomas Cook voran. Der Verlust vor Steuern verringerte sich im schwächeren ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2005/2006 (30. April) um 11,7 Prozent auf rund 216 Mio. Euro. Dazu trugen vor allem Buchgewinne aus Verkäufen bei. Die Erlöse aus dem Verkauf der Clubmarke Aldiana und anderer Beteiligungen summierten sich auf 103 Mio. Euro. Die Strategie, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, sei konsequent fortgesetzt worden. "Die Früchte dieser Strategie ernten wir bereits", sagte Finanzvorstand Heuberg. Der Umsatz im ersten Halbjahr erhöhte sich leicht um 1,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Sorgenkind in der Wintersaison war der britische Markt. Während die Zahl der abgereisten Gäste in Deutschland um 2,6 Prozent auf 1,35 Mio. stieg, sank die Gästezahl in Großbritannien um 2,8 Prozent auf 846 000. Wegen der Vogelgrippe gab es weniger Buchungen für die Türkei, die vor allem bei Briten ein beliebtes Reiseziel ist. Auch für die Sommersaison sind die Buchungszahlen in Großbritannien noch leicht rückläufig. "Die Briten sitzen während der WM wohl lieber vorm Fernseher", sagte Heuberg.

Erfreulich entwickelte sich das Geschäft der Flugtochter Condor. Sie konnte die Zahl der Passagiere bis Ende April um 9,5 Prozent auf knapp 2,9 Mio. steigern. Der Umsatz mit Veranstaltern und Einzelplatztickets kletterte um 15 Prozent auf rund 500 Mio. Euro. Allerdings leidet die Fluggesellschaft unter den stark gestiegenen Kerosinpreisen. Der Verlust vor Steuern lag bei 41,5 Mio. Euro und damit um 9 Mio. über dem Vorjahreswert. Für das gesamte Jahr rechnet Thomas Cook damit, rund 90 Mio. Euro der Kerosin-Mehrkosten im Konzern nicht kompensieren zu können.

Thomas Cook, die Nummer zwei nach Marktführer TUI, hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2004/2005 nach drei verlustreichen Jahren erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben und ein Konzernergebnis nach Steuern von gut 105 Mio. Euro erwirtschaftet. Der seit vergangenem Herbst amtierende Chef Thomas Holtrop will den Konzern nach der erfolgreichen Sanierung fit für den Börsengang machen. Finanzvorstand Heuberg sagte, Thomas Cook werde "in zwei bis drei Jahren" kapitalmarktfähig sein.

Quelle: ntv.de