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Kartellprobleme UniCredit will länger bieten

Das Übernahmeangebot der UniCredit für die HypoVereinsbank wird offenbar um zwei Wochen verlängert, heißt es aus unterschiedlichen Kreisen. Grund sei jedoch nicht das schwache Interesse der HVB-Aktionäre, sondern kartellrechtliche Probleme.

Die Entscheidung solle am Freitag nach Börsenschluss bekannt gegeben werden, heißt es aus gut informierten Kreisen. Dies habe mit der Unklarheit über die Entscheidung der Kartellbehörden vor allem in Polen und Kroatien zu tun, die wegen der dortigen Töchter beider Banken ebenfalls zustimmen müssen. Eine andere mit dem Vorgang vertraute Person sagte, man warte insgesamt noch auf die Mehrheit der nötigen Entscheidungen von Regulierungsbehörden. Die HVB lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Zustimmung der Aufsichtsbehörden ist in dem Kaufangebot als Voraussetzung für das Zustandekommen der Fusion der beiden Großbanken genannt. Wenn UniCredito von diesen Bedingungen abrückt, ändert sich rechtlich gesehen das Angebot, und die Verlängerung ist nötig.

Angebot soll gleich bleiben

Die Höhe des Angebots von fünf UniCredito-Aktien für eine HVB-Aktie werde nicht verändert, hieß es in den Kreisen weiter. Auch gebe es genügend Signale, dass der angestrebte Umtausch von 65 Prozent der HVB-Aktien gelingen werde. "Es gibt klare Zusagen von einer großen Zahl institutioneller Investoren, dass man sagen kann, der Deal fliegt", sagte ein Manager.

Bis zum Donnerstag betrug die Annahmequote erst 11,95 Prozent des Grundkapitals der HVB. Nicht mit eingerechnet sind dabei die Beteiligungen des weltgrößten Rückversicherers Münchner Rück, der größter Aktionär der HVB ist, sowie des Freistaates Bayern. Beide kommen zusammen auf einen Anteil von 22 Prozent und haben den Umtausch bereits zugesagt.

In einem Bericht des "Handelsblatts" (Freitagausgabe) hieß es, der Hedge-Fonds Altima Partners habe angekündigt, er werde seine HVB-Anteile zunächst nicht tauschen. Bereits zuvor hatte der Hedge-Fonds-Anbieter GAM die Offerte als zu niedrig abgelehnt. "Wir sind gegen die Übernahme, da wir der HVB nach dem Abarbeiten ihrer Probleme gute Kurschancen zutrauen", wurde Managing Partner Mark Donegan zitiert. Der Fonds halte nach eigenen Angaben 0,7 Prozent der HVB-Anteile und gehöre seit Ende 2004 zum Aktionärskreis.

Quelle: n-tv.de