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Münchener Rück Verkauf tausender Wohnungen

Die Münchener Rück verkauft für mehr als eine Milliarde Euro Wohn- und Gewerbeimmobilien. Einen Teil davon mit Schwerpunkt Wohnimmobilien veräußert die MEAG als Vermögensmanager der Münchener Rück an das Augsburger Unternehmen PATRIZIA Immobilien. Der andere mit nahezu ausschließlich Gewerbeimmobilien geht an die von Goldman Sachs verwaltete Whitehall 2005 Funds.

Alleine in München seien 2300 Wohnungen von der Transaktion betroffen, bestätigte ein MEAG-Sprecher, nannte aber keine Gesamtzahl der Immobilien. Ziel sei die Neuordnung des Immobilien-Portfolios der Münchener Rück. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sprach von einem "bedauerlichen" und "schwer nachvollziehbaren" Schritt.

Die Versicherungsgruppe habe sich "trotz persönlicher und brieflicher Appelle der Stadt nicht darauf einlassen wollen", ihre Münchner Wohnungsbestände mit dem Ziel des Erhalts von Mietwohnungen an ein Mitglied der Münchner Interessengemeinschaft zu veräußern, erklärte Ude. Andererseits sei anzuerkennen, dass der Bestand nicht an einen internationalen Anlagefonds mit maximaler Renditeerwartung verkauft werde, sondern an ein bayerisches Unternehmen, das in München bereits über umfangreiche Wohnungsbestände verfüge.

Die seit März dieses Jahres an der Börse gelistete PATRIZIA Immobilien, die nach eigenen Angaben insgesamt rund 6800 Immobilien übernimmt, sprach von der größten Einzeltransaktion der Firmengeschichte. Die Einzelobjekte umfassen den Angaben nach nahezu 500.000 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche und befinden sich in bevorzugten Lagen in westdeutschen Ballungsgebieten.

Nach bisherigen Erfahrungen und entsprechenden Bekundungen strebe PATRIZIA jeweils eine schrittweise "Mieterprivatisierung" an, sagte Ude. "Dies kann für zahlungskräftige Mieterhaushalte eine günstige Erwerbsmöglichkeit darstellen, kann aber auch dazu führen, dass sich Mieter bedrängt fühlen oder sich für den Erwerb finanziell übernehmen", warnte der Oberbürgermeister. Vor etwaigen Wohnungskäufen sollten sich Mieter daher intensiv über ihre Rechte und Chancen sowie über die Risiken eines Wohnungskaufs informieren lassen.

Auch Vivacon verkauft

Die Immobiliengesellschaft Vivacon hat für rund 180 Millionen Euro ein weiteres Wohnungsportfolio veräußert. Käufer sei ein internationaler institutioneller Investor, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Wohnungen befinden sich mehrheitlich in Norddeutschland sowie in Nordrhein-Westfalen. Die Firma bekräftigt zugleich ihre Jahresprognose von 38 Millionen Euro Konzerngewinn für das Jahr 2006.

Quelle: ntv.de