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Wachsen in Indien Vodafone sucht Anschluss

Der britische Telekom-Konzern Vodafone will seine Position in Indien ausbauen und erwägt offenbar ein Angebot von 13,5 Mrd. US-Dollar für den Mobilfunkanbieter Hutchison Essar. Eine mit der Situation vertraute Person sagte am Donnerstag, es gebe Interessenten für den viertgrößten Netzbetreiber Indiens.

Es sei aber unwahrscheinlich, dass die Essar-Mutter Hutchison Whampoa für den genannten Preis von umgerechnet rund zehn Mrd. Euro verkaufe. Der "Financial Times" zufolge gehört Vodafone zu dem Interessenten. Die Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Vodafone will schon seit längerem seine Position auf dem weltweit am schnellsten wachsenden Mobilfunkmarkt mit derzeit rund 143 Mio. Kunden ausbauen. Der in Deutschland zweitgrößte Anbieter nach T-Mobile hält bereits zehn Prozent am indischen Konzern Bharti-Airtel. Der Branchenführer zeigte aber zuletzt wenig Interesse an einen Verkauf weiterer Anteile an Vodafone. Somit scheint sich Vodafone in andere Richtungen umzusehen.

Die "Financial Times" berichtete, der Vodafone-Vorstand wolle am Donnerstag über eine Offerte für Hutchison Essar beraten. Damit könnte es einen Bieterwettstreit mit der Reliance Communications geben, dem zweitgrößten indischen Mobilfunkanbieters. Der Mischkonzern Hutchison Whampoa hält über seine Telekom-Tochter 67 Prozent an Hutchison Essar.

Hutchison hat einen Marktanteil von 16 Prozent in Indien und ist somit der viertgrößte Anbieter nach Bharti Airtel, Reliance und dem Staatsunternehmen Bharat Sanchar Nigam. Essar gilt wegen seines relativ hohen Umsatzes pro Nutzer als attraktives Übernahmeziel. Analysten zufolge ist ein Ausbau der indischen Aktivitäten bei Vodafone grundsätzlich zu begrüßen. "Aber sie sollten nicht um jeden Preis expandieren. Wir befürchten, dass sich in Indien derzeit eine Preisblase gebildet hat", sagte Morten Singleton von WestLB.

Der "FT" zufolge beobachtet auch Reliance die Entwicklung um Hutchinson Essar. Der Rivale sei dazu bereits in Kontakt mit privaten Finanzinvestoren wie Blackstone getreten, habe aber noch keine Entscheidung über ein offizielles Gegenangebot getroffen. Indischen Zeitungen zufolge interessieren sich auch Maxis Communications aus Malaysia und die ägyptische Orascom-Telecom für Essar.

Quelle: n-tv.de