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Vogel verlässt Aufsichtsrat WCM stellt sich neu auf

Die Beteiligungsgesellschaft WCM vereinfacht ihre Konzernstruktur und verspricht sich davon bessere Akzeptanz auf dem Kapitalmarkt.

WCM werde nahezu alle Aktien der Tochtergesellschaft RSE an die weitere Tochter Klöckner-Werke verkaufen, außerdem Klöckner-Aktien an RSE veräußern und dadurch ihre Schulden bei den Töchtern radikal reduzieren, teilten die drei Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit.

WCM werde danach 68 statt bisher 78 Prozent an Klöckner halten, Klöckner wiederum 97 Prozent an RSE. Der Rest der Aktien befinde sich im Streubesitz. Die ehemalige Schwestergesellschaft RSE werde für Klöckner zur Tochtergesellschaft. Klöckner halte sich die Möglichkeit einer Verschmelzung der beiden Unternehmen, eines Squeeze-Outs der restlichen RSE-Aktionäre oder eines Verkaufs von RSE offen, hieß es in der Mitteilung.

Die Maßnahmen zum Konzernumbau seien wesentliche Meilensteine auf dem Wege einer Stabilisierung von WCM, erklärte WCM-Vorstandschef Roland Flach. Außerdem werde so die vom Kapitalmarkt geforderte Transparenz geschaffen, fügte er hinzu. Die internen finanziellen Verflechtungen hätten zu den wesentlichen Kritikpunkten des Kapitalmarktes gehört. "Entscheidende Transaktionen werden in den nächsten Tagen vollzogen; die weiteren Schritte werden bis Mitte 2006 umgesetzt", hieß es weiter in der Mitteilung.

Kredite verlängert

Weiter teilte WCM mit, ihre Hausbank habe die Kredite von WCM bis Ende Juli 2007 verlängert. Ursprünglich waren die Kredite Ende Januar fällig. Die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft hatte sich in den vergangenen Jahren mit mehreren Transaktionen übernommen und zeitweise Millionen-Verluste ausgewiesen. Ende 2004 hatte WCM die Konzentration auf den Maschinenbau und die Verschmelzung mit Klöckner angekündigt. Dieses Vorhaben war bisher an steuerlichen Problemen und Aktionärsklagen gescheitert. Die nun vorgelegten Maßnahmen zum Konzernumbau sollten ähnliche Ergebnisse bringen wie die geplante Verschmelzung, teilte WCM mit. Eine Verschmelzung der beiden Firmen sei ungeachtet dessen aber weiterhin geplant.

Zudem werde die wechselseitige Verschuldung der drei Unternehmen erheblich reduziert. Ende November habe WCM gegenüber RSE Schulden von 264 Mio. Euro und gegenüber Klöckner von 287 Mio. Euro gehabt, hieß es in der Mitteilung. WCM verkaufe nun 32 Prozent seiner Klöckner-Aktien an RSE und bezahle damit seine Schulden bei RSE. Durch den Erwerb der RSE-Aktien von WCM könne Klöckner gegenüber WCM eine Forderung von 236 Mio. Euro realisieren. WCM habe nun statt wie bisher 550 Mio. Euro nur noch 50 Mio. Euro Schulden bei Klöckner.

Im Zuge der Umstrukturierung werde WCM-Aufsichtsrats-Chef Dieter Vogel sein Amt Ende Januar niederlegen, teilte WCM mit. Mit den nun eingeleiteten Maßnahmen sehe Vogel den größten Teil der Wegstrecke zur Gesundung von WCM als bewältigt an. Er habe seit seinem Antritt vor zwei Jahren die Schulden um rund drei Mrd. Euro zurückgefahren und die Fokussierung auf einen Industriekonzern weitgehend umgesetzt.

Quelle: ntv.de