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Hundt will mehr "Wir arbeiten zu wenig"

Um den leichten Wirtschaftsaufschwung zu stützen, müssen die Deutschen nach Meinung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt mehr arbeiten. "Wir arbeiten in Deutschland insgesamt zu wenig, deutlich weniger als alle Länder, mit denen wir auf den Weltmärkten im Wettbewerb liegen", sagte Hundt im Deutschlandfunk.

In welche Form mehr gearbeitet werden sollte, dazu seien unterschiedliche Modelle und Wege möglich. "Aber wir müssen im Endeffekt zu längerer Arbeitszeit, entsprechend der jeweiligen Auftragslage der Unternehmen, kommen".

Mit Blick auf die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie fordert Hundt die IG Metall zu betriebsbezogenen Lösungen auf. Es gebe tatsächlich zahlreiche große und international tätig Firmen, die sehr gute Ergebnisse ausweisen würden. Auf der anderen Seite gebe es aber im mittelständischen Bereich eine große Zahl von Unternehmen, die keine ausreichenden Gewinne erwirtschaften. Dem müsse man Rechnung tragen, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Von der Bundesregierung verlangte er kurzfristige Reformen zum Ausgleich für befürchtete negative Effekte durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 3 Punkte auf 19 Prozent im Jahr 2007. Im zweiten Halbjahr 2006 würden die Leute wegen des bevorstehenden Preisanstiegs zwar Käufe vorziehen und damit die Konjunktur kurzfristig ankurbeln. Dies werde aber eine Nachfragedelle Anfang 2007 zur Folge haben. "Und dieses ist dann ein Druck auf die Wirtschaftsentwicklung", sagte Hundt.

Insgesamt erwartet Hundt, dass die Weltkonjunktur Deutschland 2006 ein Stück mit nach oben reißen werde. Ein Wachstum von 1,5 bis 1,8 Prozent werde aber nicht ausreichen, um zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. "Wesentlich für die Beschäftigungsentwicklung ist die Tarifrunde", sagte Hundt. Die Abschlüsse müssten von der Produktivitätssteigerung abgedeckt sein.

Quelle: n-tv.de