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MTU-Poker entschieden Zuschlag für Schweden

Nach monatelangen Verhandlungen hat der schwedische Finanzinvestor EQT den Zuschlag für den Kauf des Großdieselmotorenherstellers MTU Friedrichshafen vom Autokonzern DaimlerChrysler erhalten.

Der Übernahme liege ein Unternehmenswert von 1,6 Mrd. Euro zu Grunde, teilte DaimlerChrysler am Mittwoch in Stuttgart mit. Der Mittelzufluss werde nach dem für das erste Quartal 2006 erwarteten Verkaufsabschluss rund eine Milliarde Euro betragen. Zum Betriebsgewinn werde der Verkauf 0,4 Mrd. Euro beitragen.

Auch der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN sowie ein Konsortium aus dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und DaimlerChrysler-Großaktionär Dubai Capital hatten für MTU mitgeboten. "Bei vergleichbaren Preisvorstellungen der drei Kaufinteressenten haben wir uns für den Bieter mit dem überzeugendsten Konzept entschieden", teilte DaimlerChrysler-Vorstand Rüdiger Grube mit.

Die Beteiligungsgesellschaft EQT gehört zur einflussreichen schwedischen Wallenberg-Gruppe. Die auf den Kauf mittlerer Unternehmen in Nordeuropa sowie in Deutschland spezialisierte Private Equity Gesellschaft wurde 1994 als Tochter von Wallenbergs Finanzgesellschaft Investor gegründet. EQT verwaltet sechs Mrd. Euro in sieben Fonds und hat mehr als drei Milliarden Euro in 40 Unternehmen investiert.

Die Wallenbergs mit dem derzeitigen "Clanchef" Marcus Wallenberg (49) waren im 20. Jahrhundert die mächtigste Industriellenfamilie in Schweden mit Beteiligungen an Unternehmen wie ABB, AstraZeneca, Atlas Copco, Electrolux, Ericsson, Saab, Scania und der Skandinaviska Enskilda Banken. Im Zuge der Globalisierung und der Öffnung Schwedens für ausländische Investoren ist der frühere legendäre Einfluss der Gruppe zurückgegangen.

In den letzten Jahren hat die Familie über Investor mehrere traditionelle Langzeitbeteiligungen abgegeben, um Kapital für schnelle Übernahmen flüssig zu machen.

Quelle: n-tv.de