Wirtschaft
Donnerstag, 09. August 2018

Der Börsen-Tag: Autozulieferer Grammer ist in chinesischer Hand

Zwei Jahre lang die Investorenfamilie Hastor den Autozulieferer Grammer samt Kunden und Belegschaft in Atem gehalten. Damit ist jetzt Schluss: Hastor ist raus, neuer Großaktionär ist ein chinesisches Familienunternehmen.

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Der Autozulieferer Jifeng hält nach Ablauf seines Übernahmeangebots an die Grammer-Aktionäre jetzt 74 Prozent der Anteile. Die Investorenfamilie Hastor, mit der Vorstand, Arbeitnehmer und Kunden von Grammer über Kreuz lagen, ist nicht mehr an Bord.

Gewerkschafter und Investmentbanker reagieren erfreut: Der Ausstieg der Hastors sei positiv. Mit Jifeng komme Grammer jetzt in ruhigeres Fahrwasser. Jifeng hat vertraglich zugesichert, dass Grammer selbstständig und börsennotiert bleibt, und alle Standorte für fünf Jahre und alle Arbeitplätze für siebeneinhalb Jahre garantiert.

Auch Anleger halten den Einstieg der Chinesen offenbar für einen guten Deal: die Aktie profitiert mit plus 1,3 Prozent.

Von der Politik gibt es keine Bedenken gegen die Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen. Die Bundesregierung hatte erst kürzlich den Einstieg eines chinesischen Staatskonzerns beim deutschen Stromnetzbetreiber 50 Hertz verhindert und ist gerade dabei, die Hürden für Übernahmeversuche in sensiblen Bereichen zu erhöhen.

Grammer beschäftigt 15.000 Mitarbeiter, davon 2000 am Hauptsitz Amberg. Das Unternehmen stellt Mittelkonsolen und Kopfstützen für Autos her sowie Sitze für Baumaschinen und Traktoren. An der Börse ist Grammer rund 770 Millionen Euro wert.

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Quelle: n-tv.de