Freitag, 10. August 2018: Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer

18:08 Uhr
Kommt die nächste Finanzkrise aus der Türkei?
Kommt die nächste Finanzkrise aus der Türkei?(Foto: picture alliance/dpa)

Dax im Tiefenrausch - Anleger fürchten Türkei-Krise

Der Lira-Absturz hat den Börsen am letzten Handelstag der Woche schwer zugesetzt. Der Dax fiel zeitweise um 2,25 Prozent und erreichte bei 12.390 Punkten den tiefsten Stand seit fünf Wochen.

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Am Ende ging er 1,9 Prozent leichter bei 12.425 Punkten ins Wochenende. Der Euro-Stoxx-50 sackte ebenfalls 1,9 Prozent auf 3426 Punkte.

Die Anleger fürchten wegen der finanziellen Engagements der europäischen Banken in türkischen Schuldtiteln bzw. deren Verbindungen mit türkischen Geldhäusern eine systemische Krise. Entsprechend standen die Banken-Titel unter besonders großem Abgabedruck. 

Die Talfahrt der Lira wurde verstärkt durch die Ankündigung der USA, die Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus der Türkei zu verdoppeln. Der türkische Präsident Erdogan gibt sich kämpferisch und sieht sein Land in einem Wirtschaftskrieg, der er "nicht verlieren" wird. Erdogan hat seine Mitbürger aufgefordert, mit Lira-Käufen die eigene Währung zu stützen.

Der Lira-Absturz wirkte sich auch auf den Euro aus. Die Gemeinschaftswährung knickte gegen den Dollar auf 1,1405 Dollar ein, nach rund 1,1525 Dollar am Vorabend. Teilnehmer sprechen von einer "Flucht in sichere Häfen", zu denen neben dem Dollar auch bundesdeutsche Staatsanleihen zählen. Deren Kurse sprangen auf Zweiwochenhochs.

Auch die Börse in Istanbul blieb nicht verschont. Sie brach zwischenzeitlich um annähernd fünf Prozent ein, der BIST 100 erholte sich danach allerdings wieder bis auf minus 2,3 Prozent.

Am türkischen Anleihemarkt stieg das Zinsniveau für Staatsanleihen mit zwei Jahren Laufzeit auf 23,66 Prozent. Die Zinskurve spiegelt die zunehmendem Spekulationen über drohende Finanzprobleme des Landes. Die Rendite der 10-jährigen Papiere lag zuletzt bei 19,98 Prozent. Nach Einschätzung aus dem Handel läuft der Türkei die Zeit davon.

Die Zentralbank müsse schnell und überzeugend handeln. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) sind spanische Banken in der Türkei mit mehr als 80 Milliarden Dollar engagiert, gefolgt von französischen Geldinstituten, die es auf fast 40 Milliarden bringen. BBVA verloren 5,1 Prozent und BNP Paribas fielen um 2,9 Prozent.

Die Türkei-Festspiele im letzten Börsen-Tag sind damit beendet. Ab jetzt halten Sie die Kollegen von der Spätschicht auf dem Laufenden. Bleiben Sie informiert!

17:15 Uhr

EZB akzeptiert künftig keine griechischen Anleihen mehr

Die Griechenland-Krise scheint Lichtjahre entfernt, trotzdem ist das Kapitel nicht geschlossen. Das letzte Hilfsprogramm von Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU läuft im August aus. Danach muss das Land auf ein paar entscheidende Annehmlichkeiten verzichten.

Ab August will Griechenland finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen.
Ab August will Griechenland finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen.(Foto: picture alliance / ORESTIS PANAG)

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt klar, dass sie griechische Staatsanleihen oder vom Staat garantierte Anleihen ab dem 21. August 2018 nicht mehr als Sicherheit akzeptieren wird, weil die Kreditwürdigkeit des Landes ohne Hilfsprogramm nicht mehr gewährleistet ist.

Eine negative Nebenwirkung, deren konkretes Ausmaß zumindest derzeit aber begrenzt ist.

Laut EZB gelten für griechische Staatspapiere künftig wieder die gleichen Bonitätsanforderungen wie für alle anderen Euro-Länder. Das heißt, dass ein Land wenigstens von einer der vier relevanten Ratingagenturen ein Rating von BBB- haben muss. Derzeit wird Griechenland aber höchstens mit B+ bewertet.

Von einer aus EZB-Sicht ausreichenden Kreditwürdigkeit ist das hoch verschuldete Land damit noch vier Stufen entfernt. Die Wirtschaftsdaten sehen erst einmal gut aus, das Land ist auf bescheidenem Wachstumskurs.

16:29 Uhr

Türkei-Krise zieht auch US-Börse nach unten

Die Währungskrise in der Türkei belastet nicht nur den Dax, sondern auch die Wall Street.

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Anleger befürchten, dass sich viele türkische Kreditnehmer nicht ausreichend gegen den Kursverfall der heimischen Lira abgesichert haben könnten. Somit könnten Zahlungsprobleme bei den auf Euro oder Dollar laufenden Krediten drohen.

Im frühen Handel sackt der US-Leitindex Dow Jones 0,8 Prozent. Der marktbreite S&P 500 fällt 0,6 Prozent. Der Dax notiert mittlerweile über zwei Prozent im Minus!

Die Lira kratzt bereits von unten an der magischen Marke von sieben Lira pro Dollar:

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16:04 Uhr

Ankaras "neues Wirtschaftsmodell" bleibt mehr als vage

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hat der Notenbank seines Landes die Unabhängigkeit zugesichert und ein vages Maßnahmenpaket für die schwer angeschlagene Wirtschaft vorgestellt.

Finanzminister und Erdogans Schwiegersohn Berat Albayrak
Finanzminister und Erdogans Schwiegersohn Berat Albayrak(Foto: picture alliance/dpa)

In einer fast einstündigen Präsentation sagte er, die Regierung unterstütze eine "unabhängige Geldpolitik". Man wolle das Vertrauen in die Lira verbessern und werde die Inflation effektiv bekämpfen. Außerdem werde das Budget gestrafft.

Wie genau die Regierung das anstellen will, ging aus der Rede nicht hervor.

Aus dem Finanzministerium hatte es am Vortag geheißen, die Maßnahmen, die die Regierung ein "neues Wirtschaftsmodell" nennt, sollen unter anderem das Wachstum, das Experten kurz vor einer Überhitzung sehen, von rund 7 Prozent auf rund 3 bis 4 dämpfen und die Inflationsrate von mehr als 15 Prozent in den einstelligen Bereich drücken.

Noch während Albayraks Rede heizte US-Präsident Donald Trump die Krise um den Verfall der türkischen Währung Lira mit einer Verdoppelung von US-Strafzöllen an. Mittlerweile notierte die Lira bereits knapp unter der Marke von 7,0 Lira zum Dollar.

15:06 Uhr

Trump erhöht Druck auf Türkei - Lira sackt immer schneller

Trump verdoppelt die Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Türkei. Der Zoll auf Stahl steigt damit auf 50 Prozent.

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"Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut", schreibt der US-Präsident bei Twitter.

Die Finanzmärkte saugen die schlechten Nachrichten auf wie Schwämme. Die türkische Lira war erst kurz zuvor auf ein Rekordtief bei 6,44 Lira zum Dollar gefallen. Kurz nach der Nachricht durchbrach die türkische Landeswährung diese Marke schon wieder. Zuletzt notiert die Lira 6,60.

Für die Türkei kommt die Ankündigung aus den USA zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Der Besuch einer türkischen Delegation in Washington hatte keinen Durchbruch im Streit mit den USA gebracht. Diplomatisch herrscht Eiszeit. Hinzu kommt, dass das Land unter einer schweren Vertrauenskrise an den Finanzmärkten leidet. Erdogan forderte seine Mitbürger heute auf, mit Lira-Käufen die eigene Währung zu stützen.

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14:49 Uhr

Investoren fliehen: Ausverkauf türkischer Staatsanleihen

Die Renditen türkischer Staatsanleihen haben ihren jüngsten Anstieg fortgesetzt, auf teilweise deutlich über 20 Prozent bei fast allen Laufzeiten. Ausfallversicherungen auf Staatsanleihen (CDS) der Türkei verteuern sich ebenfalls sprunghaft.

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An einen kompletten Zahlungsausfall mag man lieber erst gar nicht denken: "Die Türkei könnte nicht einmal der Internationale Währungsfonds auffangen", so ein Händler.

Der Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher findet deutliche Worte für das Erdogan-Regime:

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14:10 Uhr

Erdogan: "Werden Wirtschaftskrieg nicht verlieren"

Dieser Börsen-Tag entwickelt sich zum Türkei-Tag. Zurecht, denn die Fronten zwischen den USA und der Türkei verhärten sich immer noch weiter.

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Erdogan hat sich heute noch einmal siegessicher geäußert. Die Türkei werde den Wirtschaftskrieg nicht verlieren, sagte der türkische Präsident dem staatlichen Sender TRT Haber. Die Lira hat zum Wochenschluss zeitweise bis zu 14 Prozent verloren. Investoren sehen insbesondere den Einfluss Erdogans auf die Notenbank kritisch.

Anleger bleiben angesichts der Türkei-Krise in Deckung. Nach dem fortgesetzten Kurseinbruch der türkischen Lira mit dem Sprung über die magische 6-Lira-Marke pro US-Dollar am Morgen ist dem Markt wieder bewusst geworden, wie hoch das Ansteckungsrisiko europäischer Banken ist, nachdem die Nullzinspolitik der EZB sie in Hochzinsländer wie die Türkei getrieben hat.

13:01 Uhr

DZ Bank: Lira-Crash strahlt auf Rand und Franken ab

Die DZ Bank schreibt, dass die Auswirkungen des Lira-Verfalls nicht mehr auf die Landeswährung der Türkei begrenzt bleiben.

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Das gelte vor allem für den Südafrikanischen Rand, der in den vergangenen beiden Tagen mehr als vier Prozent zum Dollar eingebüßt hat. Entwicklungen vom Kap könnten dafür nicht verantwortlich gemacht werden könnten, so die DZ.

Heute Morgen geriet dann auch noch der Euro in den Sog der Lira-Krise. Es sei jedoch nicht nur die Krise in der Türkei, die der Stimmung an den Devisenmärkten aktuell zusetze.

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"Die restriktivere Ausrichtung der US-Zentralbank, ein drohender Handelskrieg zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften und ein US-Präsident, der Gefallen an Sanktionen und Zöllen gefunden zu haben scheint - das ist der Mix, der das Sentiment insbesondere gegenüber Schwellenländerwährungen zusehends belastet." Sichere Häfen wie der Japanische Yen und der Franken seien hingegen gefragt wie lange nicht.

Hier ein Beitrag unserer TV-Kollegen zum Thema:

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12:24 Uhr

Türkei-Krise drückt Dax unter 12.500 Punkte

Die Türkei-Krise hat den Aktienmarkt voll erfasst, die Kurse rutschen immer tiefer in den Keller. Der seit Tagen schwerfällige Leitindex verliert gegen Mittag 1,6 Prozent auf 12.464 Punkte. Auf Wochensicht zeichnet sich aktuell für den Dax ein Abschlag von 1,1 Prozent ab.

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Börsianer machen erneut auf den internationalen Handelskonflikt zwischen den USA und China und die saisonale Schwäche während der Sommermonate aufmerksam. Zusätzlich sorgt der rasante Verfall der türkischen Währung Lira für nervöse Stimmung.

Händler fürchten, dass sich die Nervosität am Devisenmarkt auf den Aktienmarkt überträgt. Für den MDax un den TecDax geht es jeweils 1,0 Prozent abwärts.

11:54 Uhr

Warten auf "neues Wirtschaftsmodell" der Türkei

Es ist ein dramatischer Tiefpunkt für die türkische Lira: Die Währung verliert am Morgen vorübergehend zwölf Prozent ihres Werts und erreicht erstmals die Marke von sechs Lira zum Dollar. Um den Euro stand es kaum besser: Nach einer Spitze bei 7,14 am frühen Morgen wurde die europäische Währung am Vormittag bei 6,80 gehandelt.

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Die Sorgen über die Auswirkungen auf die europäischen Banken steigen. "Bisher galt die Türkei-Krise als ein lokales Ereignis mit begrenzten Auswirkungen für den Rest der Welt. Das hat sich nun radikal geändert", schreiben die Experten der Citi.

Die Finanzmärkte warten jetzt auf Finanzminister Berat Albayrak, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten, der am Mittag das "neue Wirtschaftsmodell" vorstellen will. Bislang ist wenig darüber bekannt. Die türkische Führung will angeblich ihre Wachstumsprognose etwas zurücknehmen und die Inflation in den einstelligen Bereich senken.

Die Türkei hat eine tief negative Leistungsbilanz, die vielfach stark in Dollar verschuldeten türkischen Unternehmen sind auf ausländisches Kapital angewiesen. Steigende Zinsen würden sie in die Bredouille bringen, vor allem die Banken.

Investoren erwarten sich jedoch nicht allzu viel von dem Wirtschafts-Programm: "Das Gerede kann kaum die Sorgen der Investoren beruhigen angesichts eines Staatschefs, der auf die Intervention Gottes und des Volkes zu setzen scheint", kommentiert der Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK.

Getrieben wird die Talfahrt durch die erneute Attraktivität des Dollars, die Investitionen in Ländern wie der Türkei weniger attraktiv macht. Auch wirken sich die neuen US-Sanktionen gegen den Iran negativ aus, mit dem die Türkei wirtschaftlich eng verbunden ist. Hinzu kommen aber auch Sorgen um die türkische Währungs- und Wirtschaftspolitik sowie außenpolitische Spannungen.

11:10 Uhr

Deutscher Handelsüberschuss sinkt kaum

Jetzt mal weg von der Türkei und hin zum Zollstreit, für den ja auch noch keine Lösung in Sicht ist ...

Die USA bleiben der mit Abstand größte Abnehmer von Waren "Made in Germany".
Die USA bleiben der mit Abstand größte Abnehmer von Waren "Made in Germany".(Foto: picture alliance/dpa)

Ungeachtet der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump ist der deutsche Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten kaum geschmolzen. Im ersten Halbjahr übertreffen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft die Importe von dort um 24,4 Milliarden Euro. Das sind nur rund 100 Millionen Euro weniger als in der ersten Jahreshälfte 2017.

Mit keinem anderen Land hat Deutschland in den ersten sechs Monaten einen so hohen Überschuss erzielt!

Trump kritisiert das scharf. Als Gegenmaßnahme droht er mit Strafzöllen auf deutsche Autos. Aber auch Organisationen wie der Internationale Währungsfonds prangern Deutschland an, da hohe Handelsüberschüsse eine Gefahr für die Weltwirtschaft seien. Im ersten Halbjahr summierte sich der deutsche Überschuss im Warenhandel mit der restlichen Welt auf 121,5 Milliarden Euro, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet.

10:27 Uhr
Sehen die europäischen Banken ihr Geld aus der Türkei wieder?
Sehen die europäischen Banken ihr Geld aus der Türkei wieder?(Foto: picture alliance / Fabian Sommer)

Euro-Banken geraten in den Strudel des Lira-Absturzes

Der dramatische Kursverfall der türkischen Lira lässt die Aktien von Banken aus der Euro-Zone straucheln. Besonders die Banken BBVA aus Spanien, die italienische UniCredit und die französische BNP Paribas stehen im Fokus. "Es schwingt die Sorge mit, dass die europäischen Banken ihr Geld aus der Türkei nicht wiedersehen werden", sagt Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets.

Die Aktien der drei in einem Zeitungsbericht der "Financial Times" genannten Banken rutschen um je mehr als drei Prozent ab.

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Deutsche Bank und Commerzbank gerieten in den Strudel und verloren 3,3 und 2,1 Prozent. Bei der Deutschen Bank spielte nach Meinung von Händlern auch eine Herunterstufung von Morgan Stanley eine Rolle. Der Index der europäischen Banken ist mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 162 Punkte einer der größten Sektorverlierer.

Der türkische Präsident will den Lira-Crash offenbar lieber mit Gottvertrauen und nicht mit der Zentralbank bekämpfen. Hier lesen Sie mehr zu Erdogans Appell an das Gottvertrauen. Die Einschätzung unabhängiger Marktbeobachter finden Sie hier.

10:10 Uhr
Investoren verlieren das Interesse an türkischen Anleihen, die Abwertung der Lira geht weiter. Was sich derzeit am Bosporus abspielt ist ein Countdown.
Investoren verlieren das Interesse an türkischen Anleihen, die Abwertung der Lira geht weiter. Was sich derzeit am Bosporus abspielt ist ein Countdown.(Foto: imago/BE&W)

Showdown am Bosporus? Stimmen zum Lira-Crash

Die Lira taumelt seit Tagen von einem Tief zum nächsten. Hier die Einschätzungen einiger Ökonomen und Analysten:

  • Thomas Gitzel, VP Bank:  "Die angespannte Situation könnte durch ein beherztes Vorgehen der türkischen Notenbank abgemildert werden. Nötig wäre eine kräftige Zinserhöhung, die zu erkennen gäbe, dass die Währungshüter am Bosporus gewillt sind, dem Verfall der heimischen Währung nicht tatenlos zuzusehen. Doch genau hieran mangelte es in den vergangenen Tagen und Wochen."
  • Michael Hewson, CMC Markets: "Seit geraumer Zeit haben Investoren die sich entwickelnde Währungskrise in der Türkei als lokales Problem eingestuft, aber das beschleunigte Tempo des Absturzes nährt die Sorgen um das Türkei-Engagement europäischer Banken. Die Aussicht auf ein neues Wirtschaftsmodell, das vorgestellt werden soll, lindert diese nicht, vor dem Hintergrund eines Präsidenten, der göttlichen Beistand erfleht und seine Leute gegen den Rest der Welt stellt."
  • Carsten Hesse, Berenberg Bank: "Die Türkei steckt in großen Schwierigkeiten. Nach einem kreditgetriebenen Boom weisen der Anstieg der Inflation und der dramatische Währungsverfall in 2018 darauf hin, dass das Land nun Gefahr läuft, auf eine Pleite zuzusteuern. Neben den auf der Hand liegenden Risiken für die Türkei selbst, wirft das die Frage auf, wie stark die Eurozone davon beeinträchtigt würde. Unserer Meinung nach wäre der Einfluss auf das BIP der Eurozone gering. Selbst wenn die Exporte in die Türkei um 20 Prozent einbrechen würden, würde das nur 0,1 Prozent des Wachstums in der Eurozone wegnehmen."

Der Dollar wird für die Türken immer teurer. Für ein Land, das die meisten Waren importiert, eine dramatische Entwicklung:

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09:59 Uhr
Die Luft am deutschen Aktienmarkt ist raus. Auch die Ausbeute übers Jahr betrachtet ist mager: Bislang ging es nur seitwärts.
Die Luft am deutschen Aktienmarkt ist raus. Auch die Ausbeute übers Jahr betrachtet ist mager: Bislang ging es nur seitwärts.(Foto: picture alliance / dpa)

Dax-Quälerei: Anleger sind reif fürs Wochenende

Nach einer mühsamen Woche ist die Luft am letzten Handelstag der Woche endgültig raus.

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Der seit Tagen schwerfällige Dax verliert zum Auftakt fast ein Prozent auf 12.558 Punkte. Damit folgt das Barometer den schwächeren Vorgaben aus dem späten US-Handel und von den asiatisch-pazifischen Börsen.

Mit dem aktuellen Kursminus sieht es danach aus, als entscheide sich der Leitindex in dieser Woche nun doch noch für eine deutlichere Richtung. In den vergangenen Tagen hatte selbst eine große Welle an Quartalsberichten den Index nur wenig von der Stelle gebracht. Auf Wochensicht zeichnet sich ein Abschlag von einem halben Prozent ab.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es ebenfalls um knapp ein Prozent abwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax sinkt weniger um 0,7 Prozent. Mittlerweile scheinen die Kurse etwas Boden gefunden zu haben.

09:24 Uhr
Für einige südeuropäische Banken könnte die Lira-Lirse zu einem Problem werden.
Für einige südeuropäische Banken könnte die Lira-Lirse zu einem Problem werden.(Foto: picture alliance / Lena Klimkeit)

Lira-Krise: EZB-Bankenaufseher in Habachtstellung

Wegen des drastischen Verfalls der türkischen Währung schauen sich die EZB-Bankenaufseher die Verbindungen europäischer Geldhäuser zu dem Land an.

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Insgesamt würden die Aufseher die Situation zwar noch nicht als kritisch einstufen, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Die Großbanken BBVA aus Spanien, die italienische Unicredit und die französische BNP Paribas seien aber besonders exponiert. Sie hätten bedeutende Geschäfte in dem Land am Bosporus. Die Aufseher würden die Situation schon seit einigen Monaten verfolgen.

Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Guten Morgen, die türkische Lira wird uns als Thema erhalten bleiben. Für einen Dollar sind mittlerweile 6,40 Lira fällig. Bei rund 7 Lira wird es kritisch, weil die Kapitalpuffer der türkischen Banken aufgezehrt sein werden. Statt mit handfesten Maßnahmen gegenzusteuern, versucht es der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit theatralischen Worten: "Macht Euch keine Sorgen" war das eine, was er am Donnerstagabend in Rize am Schwarzen Meer Anhängern zu bieten hatte. Das andere: "Vergesst nicht, wenn sie (die USA) ihre Dollars haben, dann haben wir unser Volk, unseren Gott". Mein Name ist Diana Dittmer und ich begleite Sie auch heute durch den Börsen-Tag!

07:55 Uhr
Streit mit den USA und politischer Einfluss auf die Zentralbank: Was würde Mustafa Kemal Atatürk dazu sagen?
Streit mit den USA und politischer Einfluss auf die Zentralbank: Was würde Mustafa Kemal Atatürk dazu sagen?(Foto: REUTERS)

Türkei steuert Richtung Währungskrise

Die türkische Lira ist am Morgen auf ein neues Rekordtief gefallen: Der Dollar verteuerte sich zur Landeswährung der Türkei um mehr als drei Prozent auf 5,75 Lira.

  • Seit Jahresbeginn hat die türkische Währung mehr als ein Drittel an Wert eingebüßt.
  • Die wachsende Einflussnahme von Präsident Recep Tayyip Erdogan auf die Zentralbank beunruhigt internationale Investoren schon seit Monaten.
  • Hinzu kommt der Streit zwischen Washington und Ankara über den in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Andrew Brunson.

Gespräche hochrangiger Regierungsvertreter beider Seiten brachten keine Annäherung. Aus türkischen Kreisen hieß es, die von Außenstaatssekretär Sedat Önal angeführte Delegation sei inzwischen wieder von Washington zurück nach Ankara gereist.

Die Regierung in Washington stellte den teilweise zollfreien Zugang der Türkei zum US-Markt auf den Prüfstand. Am Freitag will Finanzminister Berat Albayrak - Erdogans Schwiegersohn - neue Pläne für die türkische Wirtschaft vorstellen.

Die Nerven in der Türkei liegen blank. Wie sehr, zeigt die Überreaktion der Medien just zu dem Zeitpunkt, wo Ankara und Washington zur Abwechlsung mal diplomatische Annäherung proben. Die türkische Presse schnappte sich einen kleinen Tweet und bauschte ihn derartig auf, dass er zu einer großen Verschwörungstheorie taugte. Wo hier Wahrheit endet und Fiktion beginnt, ist kaum nachvollziehbar. Klar ist nur, geholfen hat es dem angeschlagenen Verhältnis der beiden Nato-Partner nicht. Lesen Sie hier

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07:44 Uhr
Schwacher Auftakt erwartet: Am deutschen Aktienmarkt dürfte der Dax am Morgen im Minus starten.
Schwacher Auftakt erwartet: Am deutschen Aktienmarkt dürfte der Dax am Morgen im Minus starten.(Foto: picture alliance / Christoph Sch)

Dax taumelt ins Minus

Am deutschen Aktienmarkt müssen sich Börsianer auf einen ungemütlichen Start in den Freitagshandel einstellen. Der Leitindex Dax wird zur Eröffnung im Minus erwartet.

  • Auf Teleboerse.de wird der Dax zum Xetra-Auftakt bei 12.635,00 Punkten gesehen, was einem Minus von 0,3 Prozent entspricht.
  • Am Vorabend war das Frankfurter Börsenbarometer 0,3 Prozent im Plus bei 12.676,11 Punkten aus dem Handel gegangen.
  • Die Termine des Tages und die hochsommerlich ausgedünnten Umsätze an den Märkten verheißen einen unsicheren Wochenschluss. Zahlen gibt es am Morgen aus der zweiten und dritten Reihe. Die Vorlage der Geschäftsergebnisse angekündigt haben Unternehmen wie Innogy, Hella und LEG Immobilien.
06:51 Uhr
Hochsommer an den Märkten: USA-Reisende bekommen die Entwicklung der Wechselkurse bei jeder Hotel- oder Restaurant-Rechnung am eigenen Geldbeutel zu spüren.
Hochsommer an den Märkten: USA-Reisende bekommen die Entwicklung der Wechselkurse bei jeder Hotel- oder Restaurant-Rechnung am eigenen Geldbeutel zu spüren.(Foto: picture alliance / Jens Büttner/)

Euro hält sich unter 1,16 Dollar

Ruhige Lage im Devisenhandel: An den Märkten in Europa beginnt das Währungsgeschäft am letzten Handelstag der Woche mit überschaubaren Entwicklungen. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung hat sich seit dem Vorabend kaum von der Stelle bewegt.

  • Am frühen Morgen notiert der Euro bei 1,1525 Dollar. Am Vortag war der Kurs unter die Marke von 1,60 Dollar gefallen.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Referenzkurs für den Euro am Donnerstag mit 1,1593 Dollar angegeben. Der Dollar kostete damit 0,8626 Euro.
  • Auf der Liste der Konjunkturtermine des Tages tauchen vor dem Wochenende lediglich Daten zur Industrieproduktion aus Frankreich und Großbritannien, das britische BIP und die US-Verbraucherpreise auf.
06:00 Uhr