Mittwoch, 14. März 2018: Der Börsen-Tag

Heute mit Lisa Schwesig

18:06 Uhr
Am Tag der vierten Kanzlerinnenwahl: Der Dax schließt deutlich unter seinem Tageshoch.
Am Tag der vierten Kanzlerinnenwahl: Der Dax schließt deutlich unter seinem Tageshoch.(Foto: REUTERS)

Dax sichert sich ein schmales Plus

Am deutschen Aktienmarkt endet der Handelstag zur Wochenmitte mit unsicheren Bewegungen: Im Dax retten sich Anleger mit einem schmalen Plus in den Feierabend. Star des Tages sind die Aktien von Adidas, die nach der Bilanzvorlage volle 11,2 Prozent auf 187,90 Euro anziehen.

  • Der deutsche Leitindex Dax verabschiedet sich 0,14 Prozent fester bei 12.237,74 Punkten aus dem MIttwochshandel. Auf Jahressicht liegt der Dax damit knapp 5,3 Prozent im Minus.
  • Der Nebenwerteindex MDax büßt dagegen getrieben von Kursverlusten bei Brenntag, Symrise und Axel Springer 0,71 Prozent ein und schließt bei 25.682,60 Zählern.
  • Im TecDax verzeichnen Händler ein Tagesminus von 0,57 Prozent auf 2679,00 Punkte.

"Der Dax erholt sich vom Tillerson-Schock", kommentierte Marktanalyst Jens Klatt die Lage. Es zeige sich wieder einmal, dass politische Börsen kurze Beine hätten. Andere Beobachter verweisen auf die schwachen Vorgaben aus New York. Die Kursentwicklung dort habe den Dax von seinem Tageshoch deutlich zurückgeholt, heißt es.

17:38 Uhr

Karstadt-Eigner bringt Sportfirma aufs Börsenparkett

Karstadt-Eigner Benko rangiert laut ORF auf Platz zehn der wohlhabendsten Österreicher.
Karstadt-Eigner Benko rangiert laut ORF auf Platz zehn der wohlhabendsten Österreicher.(Foto: imago/Horst Galuschka)

Die Signa Holding des österreichischen Karstadt-Eigners und Immobilien-Investors Rene Benko treibt die Vorbereitungen für den Börsengang ihre Sport-Sparte Signa Sports Group voran.

  • Signa habe die Banken Citi und BNP mit der Organisation des Börsengangs mandatiert, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Weitere Geldhäuser würden die Pläne ebenfalls begleiten.
  • Der auf Börsengänge spezialisierte Berater Lilja sei zudem mit im Boot.
  • Der Sprung auf das Frankfurter Börsenparkett solle binnen zwölf Monaten erfolgen.
  • Signa Sports könne dabei mit rund einer Milliarde Euro bewertet werden.

Signa Sport umfasst sowohl Online-Händler als auch Läden. Unter anderem gehören der Einzelhändler Karstadt Sport und Tennis-Point zu der Sparte. Für 2017 hatte Signa Sports einen Umsatz von rund 650 Millionen Euro angepeilt.

17:32 Uhr

Healthineers-Aktie startet wohl gedämpfter als erwartet

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Die Aktien der Medizintechnik-Tochter von Siemens werden einem Insider zufolge voraussichtlich in der unteren Hälfte der Preisspanne ausgegeben. Die begleitenden Banken hätten den Investoren mitgeteilt, dass die Papiere von Siemens Healthineers zu einem Preis zwischen 27,50 und 28,50 Euro zugeteilt würden, sagte die mit den Platzierung vertraute Person.

  • Healthineers würde damit mit 27,5 bis 28,5 Milliarden Euro bewertet.
  • Siemens könnte mit einem Emissionserlös von 4,13 bis 4,28 Milliarden Euro rechnen.
  • Die offizielle Preisspanne liegt zwischen 26 und 31 Euro.

Die Bücher für den Börsengang schließen am Donnerstag, am Freitag soll Healthineers sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Ein schwacher Start war bereits prognostiziert worden.

17:19 Uhr

VW gibt Trump Rückendeckung

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VW-Markenchef Herbert Diess hat Importzölle auf Autos aus den USA in Europa infrage gestellt. "Man muss sich ja schon fragen, warum wir hier in Europa zehn Prozent Zoll auf amerikanische Autos erheben", sagte Diess bei der Präsentation der Bilanz 2017 und fügte hinzu: "Die Amerikaner tun das nicht."

US-Präsident Donald Trump hatte Importzölle auf Autos angedroht. Er argumentiert damit, dass Europa höhere Abgaben verlange als die USA. Die Äußerungen hatten die Furcht vor einem Handelskrieg verstärkt.

VW will in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Wie das der Konzern schaffen will, lesen Sie hier.

16:59 Uhr

Adidas-Chef bremst Euphorie vor WM

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Die Adidas-Aktie beflügelt heute den Dax, doch Unternehmenschef Kasper Rorsted dämpft die Erwartungen vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Das Großereignis sei für Adidas nicht mehr so wichtig wie in der Vergangenheit. "Wir erwarten durch die WM keinen überproportionalen Umsatzschub", sagte Rorsted. Zuwächse gebe es zwar auch in den Teilnehmerstaaten, der Konzern wächst aber vor allem in Asien und Nordamerika, wo Fußball nicht so populär ist.

Adidas rüstet bei der WM in Russland im Juni und Juli 12 der 32 Teams aus. Mit Fußballschuhen, Bällen und Trikots erwirtschaftet der Konzern heute rund zwei Milliarden Euro, das sind zehn Prozent des jährlichen Umsatzes. Für das Markenimage ist Fußball laut Rorsted aber nach wie vor wichtig.

16:38 Uhr

Ford ruft knapp 1,4 Millionen Autos zurück

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Ford ruft aus Sicherheitsgründen 1,38 Millionen Autos in die Werkstätten, den Großteil davon in den USA. Es bestehe die Gefahr eines lockeren Bolzens am Lenkrad, teilt der US-Autobauer mit. Es gebe Berichte über zwei Unfälle und eine verletzte Person. Zu den betroffenen Fahrzeugen gehören der Ford Fusion und der Lincoln MKZ. Trotzdem legen Ford-Papiere nach einer Hochstufung durch Morgan Stanley fast sechs Prozent zu.

16:16 Uhr

Interesse an Bitcoins bei Google sinkt

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Bitcoins haben ihren Zenit offenbar überschritten. Erst stellt Google die Werbung für die Kryptowährung ein, nun gibt der Konzern bekannt, dass deutlich weniger Menschen in Googles Suchmaschine danach forschen. Laut "Google Trends" sind die Suchanfragen für den Begriff auf dem tiefsten Stand seit Monaten. Das berichtet das Portal "BTC Echo".

Investoren sollten sich davon aber nicht unbedingt abschrecken lassen, warnen Analysten. Die Google-Suchanfragen stehen in keinem direkten Verhältnis zum Handelsvolumen. Eine Kursprognose ist daher nicht möglich. Dennoch zeigen die Kurven seit Wochen einen Werteverfall der Kryptowährung.

15:56 Uhr

US-Anleger freuen sich über schwächeren Einzelhandel

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Die US-Börsen sind auf Erholungskurs. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet 0,3 Prozent im Plus bei 25.087 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewinnt 0,2 Prozent auf 2772 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt ebenfalls 0,2 Prozent auf 7527 Punkte. Gestern hatten der Rauswurf von US-Außenminister Rex Tillerson sowie Ängste vor einem Handelskrieg die Wall Street noch belastet.

Unterstützung kommt auch von den jüngsten Konjunkturdaten. Zwar haben die US-Einzelhändler im Februar das dritte Umsatzminus in Folge verzeichnet. Dies aber unterstützt die Annahme, dass die US-Notenbank die Zinsen dieses Jahr nicht stärker erhöht als bislang angenommen. Unter Anlegern sorgt das für Erleichterung.

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Bei den Einzelwerten steht die geplatzte Großübernahme in der Chipbranche im Fokus. Nach dem Veto von US-Präsident Donald Trump hat Broadcom seine Pläne zum Kauf des Rivalen Qualcomm aufgegeben. Broadcom-Aktien gewinnen 0,2 Prozent, Qualcomm gibt dagegen 0,5 Prozent nach.

15:25 Uhr

Mays Sanktionen setzen Moskauer Börse zu

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Die wachsenden Spannungen mit Großbritannien machen Russland-Anleger nervös. Wegen der Ausweisung russischer Diplomaten aus dem Vereinigten Königreich bauen die Leitindizes der Moskauer Börse ihre Verluste aus und büßen jeweils etwa 1,5 Prozent ein. Börsianer befürchten eine Verschärfung westlicher Sanktionen. Die russische Währung bleibt dagegen stabil. Ein Dollar kostet 56,97 Rubel und ein Euro 70,43 Rubel.

Als Reaktion auf den Nervengift-Angriff auf einen russischen Ex-Spion müssen 23 russische Diplomaten binnen einer Woche Großbritannien verlassen. Außerdem würden alle geplanten hochrangigen bilateralen Gespräche ausgesetzt, sagte Premierministerin Theresa May.

Mehr zu den britischen Sanktionen finden Sie hier.

14:57 Uhr

Tod eines Hundes setzt United unter Druck

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Zur Wochenmitte zeichnet sich nach dem Rücksetzer eine Erholung an der Wall Street ab. Richtungsweisend für den Handel heute dürften vor allem die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen für Februar sein. Sie lassen Rückschlüsse auf den privaten Konsum zu, der für etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung steht. Sollten die Einzelhandelsumsätze überraschend stark gestiegen sein und damit von einer starken Konjunktur zeugen, würde das für ein aggressiveres Vorgehen der Notenbank bei der Straffung ihrer Geldpolitik sprechen und Ängste vor einer Zinserhöhung schüren.

Sollten die Einzelhandelsdaten positiv überraschen, dürften die Anleger wieder Nerven zeigen, meint Jasper Lawler von der London Capital Group. Er prognostiziert für diesen Fall steigende Anleiherenditen und eine Aufwertung des Dollar, die mit Verlusten an den Aktienmärkten einhergehen würden.

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Unter den Einzelwerten an der Börse dürften die Aktien der Fluggesellschaft United Continental wegen des Todes eines Hundes unter Druck geraten. Ein Flugbegleiter hatte das Tier während eines Flugs von Houston nach New York in ein Handgepäckfach gesperrt, wo es verendet war. United Continental war in jüngster Vergangenheit schon häufiger wegen rüden Umgangs mit zwei- und vierbeinigen Passagieren in die Kritik geraten. Die Titel geben vorbörslich 1 Prozent nach.

14:23 Uhr

Schuhhersteller Crocs verliert Patentstreit

Die grelle Pantolette ist beliebt bei Gärtnern, Strandbesuchern und Eltern von Kleinkindern.
Die grelle Pantolette ist beliebt bei Gärtnern, Strandbesuchern und Eltern von Kleinkindern.(Foto: dpa)

Niederlage für Pantoletten-Hersteller Crocs: Das US-Unternehmen hat im Streit um die europäischen Markenrechte am Design seiner bekannten Kunststoff-Clogs eine Niederlage vor dem EU-Gericht kassiert. Die Luxemburger Richter bestätigten die Entscheidung des europäischen Markenamts Euipo. Die Begründung: Das Schuhdesign war vor dem Antrag auf Schutzrechte schon zu lange bekannt. Es geht um die weltweit millionenfach vertriebenen Kunststoff-Clogs mit Fersenriemen.

Gestritten wurde darüber, ob das Design auch in Europa tatsächlich schon zu lange bekannt war, zumal in den USA erst am 28. Mai 2004 ein Patent darauf angemeldet wurde. Das Euipo argumentierte, Schuhe im geschützten Design seien schon mehr als zwölf Monate vor diesem Stichtag auf der Crocs-Webseite und einer Messe präsentiert worden und hätten auch erworben werden können.

13:51 Uhr

Broadcom bläst Qualcomm-Übernahme ab

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Nach dem Veto von US-Präsident Donald Trump zieht der Chipkonzern Broadcom sein Gebot für den Rivalen Qualcomm zurück. Wie der in Singapur ansässige Halbleiterhersteller mitteilt, hält er aber an den Plänen fest, seinen Firmensitz in die Vereinigten Staaten zu verlegen. Insidern zufolge hofft Broadcom darauf, so in Zukunft leichter US-Unternehmen kaufen zu können. In der Chipbranche rollt seit geraumer Zeit eine Übernahmewelle, weil Forschung und Entwicklung immer teurer werden.

Trump hatte Broadcom den 117 Milliarden Dollar schweren Kauf von Qualcomm verboten, weil er die nationale Sicherheit gefährdet sah. Die Regierung befürchtet laut einem Mitarbeiter im Weißen Haus, dass die USA bei der Entwicklung zukunftsweisender Mobilfunktechnologie ins Hintertreffen geraten könnte.

Der Kollege Hannes Vogel hat das Dilemma für Sie zusammengefasst.

13:25 Uhr

Deutsche kaufen mehr Autos und Schuhe

Ob viele Menschen einen Diesel gekauft haben? Wohl eher nicht!
Ob viele Menschen einen Diesel gekauft haben? Wohl eher nicht!(Foto: picture-alliance/ dpa)

Den Deutschen sitzt das Geld lockerer denn je: Im vergangenen Jahr haben die privaten Haushalte ihre Konsumausgaben so stark gesteigert wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Den Antrieb für die Kauflaune geben der Niedrigzins, die gute Wirtschaftsentwicklung und die positive Arbeitsmarktsituation. Dadurch gaben die Menschen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 1,64 Billionen Euro für ihre eigenen Bedürfnisse aus.

Das waren 3,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor und damit der höchste Anstieg seit 1994, erläutert das Statistikamt. Unter anderem kauften die Menschen Autos und andere langlebige Güter, steckten Geld in ihre Wohnungen und leisteten sich hochwertigere Nahrungsmittel. Besonders stark war der Zuwachs bei Schuhen und Bekleidung (nominal +5,9 Prozent) - ein Rekordplus seit 1992. Der private Konsum gilt als wichtige Stütze des langjährigen Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland.

12:52 Uhr

Spohr bleibt Lufthansa-Chef

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Lufthansa-Chef Carsten Spohr bleibt noch länger an der Spitze von Europas größter Fluggesellschaft. Der Aufsichtsrat habe seinen Vertrag um fünf Jahre bis Ende Dezember 2023 verlängert, teilte der Dax-Konzern mit.

Spohr hatte die Konzernführung 2014 von Christoph Franz übernommen. Seither hat er unter anderem den langwierigen Tarifkonflikt mit den Piloten gelöst, die Billigtochter Eurowings auf- und ausgebaut und dem Konzern Teile der pleite gegangenen Rivalin Air Berlin einverleibt. Die Lufthansa will an diesem Donnerstag (15. März) ihre Jahresbilanz für 2017 vorlegen. Analysten rechnen mit einem Rekordgewinn.

12:23 Uhr

Starker Euro drückt Gewinn von Zara-Mutter

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Für den Modekonzern Inditex wird der starke Euro zum Problem. 2017 entpuppten sich die Geschäfte der Zara-Mutter so wenig profitabel wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig brummt beim H&M-Konkurrenten das Online-Geschäft.

Die Erlöse auf vergleichbarer Fläche - also ohne Neueröffnungen - stiegen im vergangenen Jahr um 9 Prozent auf 25,3 Milliarden Euro, wie Inditex mitteilte. Der Gewinn legte um 7 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu. Inditex macht aber zu schaffen, dass seine Kosten überwiegend in Euro anfallen, der Konzern aber den Großteil seiner Umsätze in anderen Währungen erwirtschaftet. Im Jahr zuvor hatte der Modekonzern noch 12 Prozent beim Umsatz und 10 Prozent beim Gewinn zugelegt.

Inditex hat 2017 weiter in seine weltweite Expansion investiert und 60 neue Filialen eröffnet. Gleichzeitig stärkt der Konzern im Kampf gegen Amazon sein Digitalgeschäft. Mit einem Online-Angebot ging der Anbieter von Marken wie Zara, Pull&Bear und Massimo Dutti bevorzugt in asiatischen Ländern wie Indien, Singapur und Thailand an den Start.

11:49 Uhr

Google verbannt Werbung für Bitcoin und seine Brüder

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Bei Google ist der Kryptowährungs-Hype bereits abgeflaut. Der Konzern wird auf seinen Websites keine Werbung mehr für Bitcoin und Co. machen, kündigte der Internet-Riese an. Auch verwandte Dinge wie Börsen zum Handel von Kryptowährungen oder Wallets, in denen sie gespeichert werden, dürfen demnächst nicht mehr beworben werden.

  • Solche Kryptowährungen ermöglichen einen Zahlungsverkehr unabhängig von Regierungen und Banken.
  • Sie gelten aber als höchst spekulativ und werden auch immer wieder für Lösegelderpressungen genutzt.
  • Facebook hatte bereits im Januar unter Hinweis auf Betrugsrisiken für die Nutzer einen ähnlichen Schritt ergriffen.
  • Damit ist Werbung für Kryptowährungen von den beiden größten Anzeigenplattformen im Internet ausgeschlossen.
  • Google erweitere die Sperre auch auf Glücksspielwerbung.

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11:01 Uhr

Siemens baut Brasilien-Geschäft aus

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Siemens plant neue Investitionen in Brasilien. Innerhalb der kommenden fünf Jahre solle eine Milliarde Euro schwerpunktmäßig in die Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung in Brasilien fließen, teilte der Konzern mit. Eine entsprechende Absichtserklärung sei der brasilianischen Agentur für Handels- und Investitionsförderung unterzeichnet worden. "Die in der Vereinbarung skizzierten Initiativen haben das Potenzial, über die nächsten fünf Jahre einen neuen nachhaltigen Konjunkturaufschwung in Brasilien anzustoßen", hieß es in der Mitteilung.

Gemessen daran, dass Siemens in dem Land in den vergangenen 15 Jahren rund eine Milliarde Euro investiert hatte, entspricht die nun geplante Summe einer Verdreifachung. Potenziale biete das Land allein schon aufgrund seiner großen Einwohnerzahl von mehr als 200 Millionen Menschen, hieß es von Siemens. Mit der Absichtserklärung solle die brasilianische Infrastruktur in den Bereichen Energie, Verkehr und im Gesundheitswesen gestärkt werden. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft durch eine größere Produktivität auszubauen und den Wissensaustausch zu fördern.

10:57 Uhr

Trump lässt Dax-Anleger zittern

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Das Personalkarussell in der US-Regierung lässt Dax-Anlegern vorsichtiger werden. Die überraschende Entlassung von US-Außenminister Rex Tillerson durch Präsident Donald Trump wirkt am Morgen nach. An der Wall Street ging es im späten Handel abwärts und auch in Fernost reagierten die Börsen mit Abschlägen auf die Nachricht. Der Dax präsentiert sich im frühen Handel mit minus 0,02 Prozent auf 12.219,16 Punkten richtungslos.

Für den MDax der mittelgroßen Werte geht es um 0,41 Prozent auf 25.759,69 Punkte runter. Der TecDax rückt um 0,06 Prozent auf 2695,87 Zähler vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notiert mit minus 0,03 Prozent nur wenig verändert. Seitens der Konjunktur dürften am Nachmittag Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze aus den USA das Interesse auf sich ziehen.

10:24 Uhr

Windeln.de prognostiziert "deutliches" Margenplus

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Der derzeitige Babyboom beschert Windeln.de einen Höhenflug: Der Online-Händler nimmt daher sein Profitabilitätsziel ins Visier. Das auf Kinder- und Babybedarf spezialisierte Unternehmen rechnet 2018 mit einer "deutlich" verbesserten Marge bei einem stabilen Umsatz. Windeln.de hatte sich zum Ziel gesetzt, bis Anfang 2019 mittels Restrukturierung, darunter Personalabbau, sowie Straffungen im Sortiment, die operative Gewinnschwelle erreichen zu wollen.

  • Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 212 Millionen Euro und lag damit im Rahmen der Anfang Februar vorläufig genannten Spanne.
  • Im vierten Quartal betrug der Umsatz 52,5 Millionen Euro.
  • Der bereinigte operative Verlust belief sich, ebenfalls wie signalisiert, auf 25 Millionen Euro nach 26,7 Millionen im Vorjahreszeitraum.
  • Im vierten Quartal stand ein EBIT-Verlust von 6,5 Millionen Euro zu Buche.
  • Rund die Hälfte des Umsatzes steuerten mit 105,6 Millionen Euro chinesische Kunden bei, ein überdurchschnittlicher Anstieg von 18,2 Prozent.
  • Im vierten Quartal schwächte sich das Wachstum aufgrund einer hohen Vergleichsbasis jedoch spürbar ab.
09:46 Uhr

EZB-Präsident unzufrieden mit Inflationsentwicklung

(Foto: imago/Xinhua)

Nicht viel Neues von Europas höchstem Währungshüter: EZB-Präsident Mario Draghi sieht die Euro-Notenbank mit ihrer ultralockeren Geldpolitik noch nicht am Ziel. Zwar sei die EZB zuversichtlicher als in der Vergangenheit, dass sich die Inflation mit der Zeit dem EZB-Ziel von knapp unter zwei Prozent annähere, sagte Draghi: "Aber wir müssen nach wie vor weitere Hinweise dafür sehen, dass sich die Inflationsdynamik in die richtige Richtung bewegt."

  • Im Vergleich zu vorangegangenen Erholungsphasen bleibe die zugrundeliegende Preisentwicklung verhalten. Daher müsse die Geldpolitik geduldig, beständig und umsichtig bleiben.
  • Die Währungshüter hatten vergangene Woche auf ihrer Zinssitzung einen weiteren Mini-Schritt in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik gewagt. Sie strichen aus ihrem Ausblick die Option, nötigenfalls das inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegte Anleihen-Kaufprogramm erneut auszuweiten.
  • Die EZB hatte bereits seit Januar das monatliche Kaufvolumen auf 30 Milliarden Euro halbiert. Aktuell gehen die viele Volkswirte davon aus, dass die Euro-Notenbank die in Deutschland umstrittenen Transaktionen bis Jahresende beenden wird, sollte die Konjunktur weiter mitspielen.

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09:28 Uhr

Weniger Firmenpleiten in Deutschland

Eine ermutigende Meldung kommt aus der deutschen Wirtschaft: Dank boomender Konjunktur und Rekordbeschäftigung sind 2017 erneut weniger Unternehmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Firmeninsolvenzen sank auf den niedrigsten Stand seit der Einführung der Insolvenzordnung 1999, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit frühere Angaben von Wirtschaftsauskunfteien bestätigte.

  • Nach Angaben der Wiesbadener Behörde registrierten die Amtsgerichte 20.093 Fälle und damit 6,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich der seit Jahren andauernde Trend fort, den letzten Anstieg der Firmenpleiten gab es im Jahr der Wirtschaftskrise 2009.
  • Weil jedoch 2017 wieder mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antraten, erhöhte sich die Summe der voraussichtlichen Forderungen an die Gläubiger auf rund 29,7 Milliarden Euro nach rund 27,4 Milliarden Euro im Jahr 2016.
  • Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen war im 2017 mit 71 896 Fällen um 6,9 Prozent niedriger als im Vorjahr. Einen Anstieg hatte es hierbei zuletzt 2010 gegeben.
09:19 Uhr

Dax hält sich - Adidas-Aktie schießt hoch

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Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibt nach dem Stühlerücken in Washington getrübt. Starke Zahlen und ein Aktienrückkauf des Sportartikelherstellers Adidas stabilisierten die Lage am Frankfurter Aktienmarkt. Der Dax startete zu Handelsbeginn leicht schwächer, fing sich dann aber und legte um 0,1 Prozent auf 12.237 Punkte zu.

"Für den deutschen Leitindex ist es von großer Bedeutung, dass die Unterstützung bei 12.000 Zählern intakt bleibt", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. "Ein klarer Durchbruch unter dieses Niveau würde den Beginn einer größeren Korrektur signalisieren."

Unterstützung lieferte eine Kursexplosion bei Adidas: Die Aktien schossen mehr als acht Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 183 Euro.

Auch bei Rheinmetall ging es kräftig aufwärts. Der MDax-Konzern hat in Australien Aussicht auf einen Panzer-Auftrag im Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro. Die Papiere legten mehr als drei Prozent zu.

08:54 Uhr

Deutz-Papier vorbörslich stark

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Für die Deutz-Aktie geht es vorbörslich nach Ausweis von Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr kräftig um 3 Prozent nach oben. Das Nachsteuerergebnis blieb mit 121 Millionen Euro deutlich über der Marktschätzung von 79 Millionen Euro.

Hierfür waren allerdings auch positive Einmalerträge verantwortlich. Der Ausblick wird dagegen als vage beschrieben. Deutz will den Umsatz deutlich und die Ebit-Marge moderat vor außerordentlichen Sonderfaktoren steigern. Die Dividende soll verdoppelt werden.

08:50 Uhr

Trump verunsichert Asien-Börsen

Die wieder aufgeflammte Furcht vor einem Handelskrieg hat den asiatischen Börsen zugesetzt. In Tokio die der Nikkei-Index um 0,9 Prozent und schloss bei 21.777 Punkten. Die Börse in Shanghai büßte 0,6 Prozent auf 3291 Zähler ein.

Insidern zufolge plant US-Präsident Donald Trump nach den Schutzzöllen auf Stahl- und Aluminium Sonderabgaben auf chinesische Waren im Volumen von bis zu 60 Milliarden Dollar. Ziel sei der Technologie- und Telekommunikationssektor.

"Wenn diese Berichte zutreffen, könnte ein wirtschaftlich schädlicher Handelskrieg schon bald ausbrechen", warnte Anlagestratege Michael McCarthy vom Brokerhaus CMC.

08:11 Uhr

Ölpreise stagnieren vor US-Daten

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Die Ölpreise haben sich vor der Veröffentlichung neuer Daten zu den US-Ölreserven und zur US-amerikanischen Fördermenge nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete am Morgen 64,52 US-Dollar. Das waren zwölf Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im April stieg um einen Cent auf 60,72 Dollar. Damit stabilisierten sich die Ölpreise vorerst nach den Verlusten vom Vortag.

Die jüngste politische Entwicklung in den USA sorgte für Druck. Am Markt gibt es die Befürchtung, dass es mit der Entlassung von Außenminister Rex Tillerson zu einer Zunahme geopolitischer Spannungen kommen könnte, hieß es von Marktbeobachtern.

Weitere Impulse werden am Nachmittag erwartet. Dann stehen neuen Daten zu den US-amerikanischen Ölreserven und zur dortigen Fördermenge auf dem Programm. Am Markt wird damit gerechnet, dass die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche erneut gestiegen sind. Ein unerwartet starker Zuwachs der Ölreserven könnte die Ölpreise sinken lassen.

07:51 Uhr

Euro überspringt 1,24-Dollar-Marke

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Euro hat an die starken Kursgewinne vom Vortag angeknüpft und weiter leicht zugelegt. Am frühen Morgen stieg die Gemeinschaftswährung über 1,24 US-Dollar und erreichte ein Tageshoch bei 1,2413 Dollar. Zuletzt wurde sie wieder etwas tiefer bei 1,2398 Dollar gehandelt und damit nur leicht über dem Stand vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,2378 Dollar festgesetzt.

Der Euro profitierte auch zur Wochenmitte von einer breit angelegten Dollarschwäche. Die US-Währung wurde durch die jüngste politische Entwicklung in Washington belastet. US-Präsident Donald Trump hatte seinen Außenminister Rex Tillerson durch CIA-Chef Mike Pompeo ersetzt.

Im weiteren Handelsverlauf könnten noch Konjunkturdaten aus der Eurozone und aus den USA für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Am späten Vormittag werden Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone veröffentlicht und am Nachmittag stehen Umsatzzahlen aus dem amerikanischen Einzelhandel auf dem Programm.

07:43 Uhr

Adidas schraubt Dividende nach oben

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Gute Nachrichten gibt es von Adidas. Nach kräftigen Umsatz- und Gewinnzuwächsen belohnt der fränkische Sportartikelkonzern seine Aktionäre mit einer deutlich höheren Dividende. Die Ausschüttung soll auf 2,60 (Vorjahr: 2,00) Euro steigen. Das operative Ergebnis kletterte um 31 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro und übertraf damit die Prognosen der Analysten und die Erwartungen von Adidas selbst.

Die Steuerreform in den USA und der Verkauf der Golf-Tochter Taylor Made sowie der Eishockey-Sparte CCM Hockey bremsten aber den Anstieg des Nettogewinns, der nur um acht Prozent auf 1,10 Milliarden Euro wuchs. Beim Umsatz übersprang Adidas erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro. Der währungsbereinigte Anstieg lag mit 16 Prozent allerdings leicht unter den eigenen Erwartungen (17 bis 19 Prozent). In das neue Jahr geht Adidas mit einer Umsatzprognose, die währungsbereinigt zehn Prozent über dem Umsatz von 2017 liegt.

07:38 Uhr

Dax wird mit Verlusten erwartet

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Die europäischen Börsen dürften auch zur Eröffnung am Mittwoch unter Druck stehen. Insbesondere der Dax erscheint anfällig für eine Ausweitung der Korrektur. Vorbörslich notiert der Frankfurter Leitindex 0,5 Prozent tiefer bei 12.154 Punkten.

Während das Inflationsgespenst in der Zwischenzeit die Anleger nicht mehr beunruhigt, nehmen die politischen Risiken umso stärker zu. Die Entlassung von US-Außenminister Rex Tillerson so kurzfristig nach dem Abgang von Wirtschaftsberater Gary Cohn deutet auf einen sich beschleunigenden Verfall der Trump-Administration hin.

Beunruhigend aus Finanzmarktmarktsicht ist dabei vor allem, dass damit das Lager der Freihändler und Globalisierungsbefürworter in der US-Regierung weiter abschmilzt. Damit steigt das Risiko eines Handelskonflikts mit den USA bzw. weiterer protektionistischer Maßnahmen durch Washington. Gerade für Dax-Anleger ist die Entwicklung gefährlich. Kaum eine Wirtschaft ist mehr von offenen Märkten und freien Warenströmen abhängig wie die deutsche.

06:45 Uhr

Angst vor Handelskrieg belastet Nikkei

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Die Angst vor einem möglichen Handelskrieg zwischen den USA und China hat die Börse in Tokio belastet. Der Leitindex Nikkei verlor 0,8 Prozent auf 21.741 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,5 Prozent auf 1742 Zählern nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,7 Prozent.

Händler verwiesen auf Berichte, wonach US-Präsident Donald Trump Importzölle auf chinesische Waren im Volumen von bis zu 60 Milliarden Dollar verhängen will. Für Unruhe sorgte außerdem der Rauswurf von US-Außenminister Rex Tillerson. Sein Nachfolger soll CIA-Direktor Mike Pompeo werden. Es wird erwartet, dass er den Linien von Trumps "America First"-Politik folgt, was Kritikern zufolge etwa im Handel auf Protektionismus hinausläuft.

Am Devisenmarkt legte der Euro 0,1 Prozent zu auf 1,2403 US-Dollar. Zur japanischen Währung notierte der Dollar mit 106,46 Yen etwas schwächer.