Montag, 16. April 2018: Der Börsen-Tag

Heute mit Kai Stoppel

17:40 Uhr

Dax büßt seinen gesamten Gewinn ein

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Der Dax kann seine Gewinne aus der ersten Tageshälfte nicht halten und rutscht im Handelsverlauf ins Minus. Am Ende büßt der deutsche Leitindex 0,4 Prozent auf 12.391 Punkte ein. Jüngste US-Konjunkturdaten fallen durchwachsen aus und liefern zumindest keinen Grund, Aktien zu kaufen.

Erneut fallen Zahlen zur Wirtschaftslage gemischt aus und scheinen damit die Aussicht auf eine Verlangsamung der Weltwirtschaft zu bestätigen. Während die US-Einzelhandelsumsätze im März mit 0,6 Prozent klar über der Prognose von 0,3 Prozent ausgefallen sind, blieb der Empire State Index mit 15,8 Punkten für April unter der Schätzung von 19,1.

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Die Furcht vor einer direkten Konfrontation zwischen den USA und Russland in Syrien hat sich zwar als unbegründet herausgestellt. Im Handel ist dennoch von einer abwartenden Haltung die Rede.

Gewinner gibt es am deutschen Markt am Ende nur noch wenige. Mit Abstand am besten zeigen sich heute Lufthansa, die 1,6 Prozent zulegen. Ein aussagekräftiges Plus verbuchen außerdem Munich Re mit 0,4 Prozent und Deutsche Börse mit 0,5 Prozent. Die Liste der Verlierer hingegen ist lang. Am deutlichsten erwischt es VW, die um 2,9 Prozent nachlassen.

17:06 Uhr

Wertverlust des Schweizer Franken gibt Rätsel auf

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Warum? Wieso? Weshalb? Der seit mehr als einem Monat andauernde kontinuierliche Wertverlust der Schweizer Währung stellt Devisenexperten vor Rätsel. Nach dem Kursrutsch von vergangener Woche rückt sogar die wichtige Marke eines Euro-Kurses von 1,20 Franken wieder ins Blickfeld.

Seit einigen Tagen ist der Franken zum Euro so schwach wie seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses vor mehr als drei Jahren nicht mehr. Auch am Montag kostete ein Euro knapp 1,19 Franken. "Über die Schwäche des Franken rätseln wir auch", sagt ein Händler.

(Foto: picture alliance / dpa)

Über drei mögliche Gründe wird am Markt spekuliert:

  1. Mit dem Ende der Eurokrise verliert der Franken seine Funktion als "sicherer Hafen" in der Region.
  2. US-Sanktionen: Russische Oligarchen könnten auf der Suche nach Liquidität ihre Franken-Positionen abbauen und Bargeld aus der Schweiz abziehen.
  3. Die weiterhin sehr tiefen Zinsen von minus 0,75 Prozent in der Schweiz - während diese in anderen Währungsräumen wieder steigen.
16:20 Uhr

Apple droht Mitarbeitern mit Gefängnis

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Kein Konzern mag es, wenn Interne an die Öffentlichkeit gelangen. So auch Apple. Doch genau dies ist dem Tech-Riesen aus Cupertino in Kalifornien nun geschehen. Und das Kuriose daran: Das Geleakte ist eine Warnung an die Mitarbeiter, nicht zu leaken!

Wie "Bloomberg" berichtet, warnt das Unternehmen in einem "Memo" seine Mitarbeiter davor, Interna über Pläne des Konzerns durchzustechen und droht bei Vergehen mit drastischen Konsequenzen.

Etwa heißt es in dem Schreiben, man habe im vergangenen Jahr 29 Leaker gefasst - 12 davon seinen verhaftet worden seien. "Leaker verlieren nicht nur ihren Job bei Apple. In manchen Fällen droht ihnen sogar Gefängnis und massive Strafzahlungen (...)." Apple hat sich bisher nicht zu dem Bericht geäußert.

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15:58 Uhr

Hersteller warnt: Aluminium könnte knapp werden

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Der norwegische Konzern Norsk Hydro hat vor weltweiten Engpässen bei dem Werkstoff Aluminium gewarnt. Dazu könne es in Folge der US-Sanktionen gegen Russland und der Produktionskürzungen im brasilianischen Hydro-Werk kommen, sagte Konzernchef Svein Richard Brandtzaeg der Nachrichtenagentur Reuters. Norsk Hydro hatte am Wochenende nach einem Streit mit einem Zulieferer seine Produktion im brasilianischen Werk Albras um die Hälfte gekürzt.

Abnehmer wie Automobil- oder Dosenhersteller seien in Sorge - auch weil die Aluminium-Preise an der Londoner Börse bereits auf ein Sechs-Jahreshoch geklettert seien, so Brandtzaeg. Die Aluminium-Industrie sei dadurch in einer schwierigen Lage, weil die langjährigen Kunden auf stabile Rahmenbedingungen vertrauten.

Bauxit-Lager nahe einer Aluminium-Fabrik von Norsk Hydreo im Norden von Brasilien.
Bauxit-Lager nahe einer Aluminium-Fabrik von Norsk Hydreo im Norden von Brasilien.(Foto: REUTERS)

 

15:48 Uhr

Wall Street befreit sich von Syrien-Sorgen

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Auch an der Wall Street kehren die Anleger nach den Luftangriffen in Syrien zur Tagesordnung zurück. Man sei erleichtert, dass die Schläge begrenzt waren und es nicht nach einer Eskalation des Konflikts aussehe, sagen Börsianer. Somit rücken die Quartalszahlen in den Fokus.

Der Dow Jones steigt um 0,8 Prozent auf 24.550 Punkte, der S&P 500 und der Nasdaq-Composite legen jeweils 0,6 Prozent zu.

Die neuesten Konjunkturdaten fallen gemischt aus. So bleibt der Index der New Yorker Fed für das verarbeitende Gewerbe im April hinter den Prognosen zurück. Der Einzelhandelsumsatz im März überrascht insgesamt mit plus 0,6 Prozent positiv. Allerdings sei der Umsatz zuvor in den Monaten gefallen. Daher halte sich die Euphorie in Grenzen.

15:12 Uhr

Pub-Kette löscht sich aus sozialen Netzwerken

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Wer die britische Pub-Kette Wetherspoon bei Facebook oder Instagram liken möchte, der kommt zu spät: Das börsennotierte Unternehmen mit rund 900 Kneipen verabschiedet sich komplett aus den sozialen Netzwerken. Das verkündete es - welche Ironie - auf Twitter.

Auf Facebook und Instagram ist Wetherspoon nicht mehr zu finden. Die Pub-Kette begründete den Ausstieg mit sehr kritischen Nutzerkommentaren über Politiker bei Twitter - und dem schwachen Datenschutz. In London legt die Wetherspoon-Aktie um mehr als einen Prozent zu.

(Foto: REUTERS)

 

14:45 Uhr

Moody's: Lira-Schwäche ein Problem für Türkei

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Nach den immer neuen Rekordtiefs der türkischen Lira melden sich kritische Stimmen zu Wort. So etwa die Ratingagentur Moody's, welche die Lira-Schwäche für sehr problematisch für die türkische Wirtschaft hält. Das Land habe ein hohes Maß an externer Verwundbarkeit und niedrige Devisenreserven, so Moody's. Für die Kreditwürdigkeit sei das negativ.

Im März hatte Moody's das Türkei-Rating weiter in den Junk-Bereich gesenkt und den Ausblick von negativ auf stabil geändert und dabei auf den anhaltenden Verlust an institutioneller Stärke und das erhöhte Risiko eines externen Schocks hingewiesen.

Die türkische Währung steht zuletzt erheblich unter Druck.
Die türkische Währung steht zuletzt erheblich unter Druck.(Foto: picture alliance / Michael Kappe)

 

14:03 Uhr

Verkauf von Krebsthreapien - Shire begeistert Aktionäre

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Der Pharmariese Shire sorgt mit dem Verkauf seines Krebstherapiegeschäfts für Freude bei Anlegern an der Londoner Börse. Die Aktien des Unternehmens klettern um bis zu 3,5 Prozent auf 3732 Pence und sind unter den Top-Favoriten im britischen Auswahlindex "Footsie".

Shire verkauft die Sparte für umgerechnet zwei Milliarden Euro an den französischen Rivalen Servier. Die Einnahmen daraus würden voraussichtlich in Form von Aktienrückkäufen an die Investoren fließen. Auch die Veräußerung von weiteren, nicht zum Kerngeschäft gehörenden Sparten sei möglich.

13:24 Uhr

Diageo investiert massiv in "Whisky-Tourismus"

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Der börsennotierte Spirituosenanbieter Diageo will Besucherströme nach Schottland locken - um sie dort Whisky kosten zu lassen. Rund 150 Millionen Pfund will der britische Konzern dafür in die Hand nehmen, berichtet die "Financial Times".

Diageo-Chef Ivan Menezes spricht dabei von der "größten Einzelinvestition in den Scotch-Whisky-Tourismus". Geplant sei eine "eindringliche" Erfahrung für die Besucher vor allem mit Whisky-Aushängeschild, die Johnnie-Walker-Sorten. Dafür sollen die bestehenden 12 Besucherzentren aufgewertet werden und zwei weitere neue entstehen.

Schnaps-Brennerei in Schottland.
Schnaps-Brennerei in Schottland.(Foto: imago/alimdi)

 

12:46 Uhr

VW klotzt mit neue Rekorden

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Von Krisenstimmung kann beim Wolfsburger Autobauer VW keine Rede sein. Der Volkswagen-Konzern hat das erste Quartal mit einem Auslieferungsrekord abgeschlossen. Weltweit wurden mehr als 2,6 Millionen Fahrzeuge an den Kunden gebracht - 7,4 Prozent mehr als von Januar bis März 2017, wie das Unternehmen mitteilte.

Im März verbuchte Volkswagen das beste Auslieferungsergebnis in einem Einzelmonat in der Geschichte des Konzerns: Insgesamt brachte der Konzern rund 1,04 Millionen Autos an die Kunden, 5,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

 

12:03 Uhr

Aktie von Norwegian Air steigt immer weiter

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Die Aktien von Norwegian Air kennen kein Halten: An der Börse in Oslo schrauben sie sich um weitere zehn Prozent bis auf 291 Kronen in die Höhe, nachdem sie vergangene Woche bereits mehr als 50 Prozent zugelegt hatten. Im August 2015 haben die Norwegian-Air-Titel mit 384,70 Kronen ihr bisheriges Rekordhoch erreicht.

Die Analysten der Bank SEB gehen davon aus, dass die britische Fluggesellschaft IAG für die norwegische Airline ein Angebot von knapp 400 Kronen auf den Tisch legt. Die Experten erhöhten daher ihr Kursziel für die Norwegian-Air-Titel auf 300 Kronen.

Die British-Airways-Mutter IAG hatte sich vergangene Woche mit knapp fünf Prozent an Norwegian Air eingekauft und erwägt nach eigenen Angaben eine Komplettübernahme.
Die British-Airways-Mutter IAG hatte sich vergangene Woche mit knapp fünf Prozent an Norwegian Air eingekauft und erwägt nach eigenen Angaben eine Komplettübernahme.(Foto: imago/Dean Pictures)

 

11:36 Uhr

Software AG verschreckt Anleger - Aktie bricht ein

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Im TecDax erwischt es eine Aktie heftig in einem eigentlich positiven Marktumfeld. Die Papiere der Software AG brechen zwischenzeitlich um sieben Prozent auf 39,68 Euro ein und markieren damit ein Sechs-Monats-Tief. Aktuell erholen sie sich wieder etwas.

Auslöser des Kursrutsches ist ein Umsatzminus zum Jahresstart. Die anhaltende Schwäche im Lizenzgeschäft ließ die Einnahmen des zweitgrößten deutschen Software-Herstellers nach SAP im ersten Quartal um etwa neun Prozent auf knapp 187 Millionen Euro zurückgehen.

10:50 Uhr

Schaeffler gibt Kritik von Anlegern nach

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Eigentlich wollte der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler 166 Millionen Stammaktien - 25 Prozent des Grundkapitals - in stimmrechtslose Vorzugsaktien umwandeln. Am Freitag sollte darüber auf Hauptversammlung abgestimmt werden. Doch daraus wird nichts. Der Konzern streicht den Punkt wieder von der Tagesordnung.

Grund ist Kritik aus dem Kapitalmarkt: Manche Investoren befürchteten, dass der Schritt der Eigentümerfamilie Schaeffler ermögliche, weitere Anteile zu verkaufen, ohne die Macht abzugeben. Georg Schaeffler sagte, viele Investoren hätten Unterstützung signalisiert- man respektiere "aber selbstverständlich auch die kritische Einschätzung, die von anderen Investoren artikuliert wurde".

Halten die Zügel bei Schaeffler in der Hand: Georg Schaeffler und seine Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler.
Halten die Zügel bei Schaeffler in der Hand: Georg Schaeffler und seine Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler.(Foto: REUTERS)

 

10:32 Uhr

Italien sieht für Lufthansa-Offerte gute Chancen

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Beim Übernahme-Wettstreit für die angeschlagenen italienische Fluggesellschaft Alitalia scheint die deutsche Lufthansa die besten Chancen zu haben. Das jedenfalls meint der italienische Industrieminister Carlo Calenda. Die Offerte sei am vielversprechendsten, sagte er der Zeitung "La Repubblica". Die Lufthansa-Aktie legt im frühen Handel munter zu um 1,2 Prozent und steht damit an der Dax-Spitze.

Insgesamt bemühen sich drei Airlines um die Fluglinie aus Italien. Easyjet hat ein Angebot abgegeben. Wer die Nummer drei ist, ist noch nicht offiziell bekannt. Alitalia ging im Frühjahr 2017 in die Insolvenz, nachdem sich die Mitarbeiter gegen einen von Gewerkschaften und Management ausgehandelten Rettungsplan gestellt hatten.

Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben die Idee für eine restrukturierte "NewAlitalia".
Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben die Idee für eine restrukturierte "NewAlitalia".(Foto: dpa)

 

09:51 Uhr

Russischer Alukonzern erlebt Horror-Crash

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Vor einer Woche kostete die Aktie des russischen Aluminiumriesen Rusal an der Hongkonger Börse noch 4,60 Hongkong-Dollar - bis heute hat der Kurs nach einem tagelangen Sturzflug bereits fast 70 Prozent an Wert eingebüßt. Allein zum Start dieser Woche geht es mehr als 20 Prozent nach unten auf im Tief 1,40 Hongkong-Dollar.

Ursache für das Kurs-Massaker sind bereits laufende als auch die Ankündigung neuer US-Sanktionen. Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hatte zuvor neue US-Sanktionen gegen Russland wegen dessen Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad angekündigt. Dabei sollten Firmen bestraft werden, die Ausrüstung an Assad verkauften und mit Chemiewaffen zu tun hätten.

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Wie ein Brocken Aluminium in der Barentsee sinkt der Kurs der Rusal-Aktie nach unten.
Wie ein Brocken Aluminium in der Barentsee sinkt der Kurs der Rusal-Aktie nach unten.(Foto: imago/ITAR-TASS)

 

09:23 Uhr

Dax steigt nach Syrien-Schlag weiter an

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Die Sorge um eine Eskalation im Syrien-Konflikt ist nach den begrenzten US-geführten Militärschlägen am Markt erstmal weitestgehend vorbei. Damit rücken harte wirtschaftliche Fakten wieder in den Vordergrund. Der Dax startet den Handel 0,3 Prozent höher bei 12.483 Punkten. Bereits am die vergangene Woche hatte er mit einem Plus beendet.

"Die Raketenangriffe am Wochenende scheinen eine einmalige Sache gewesen zu sein und es sieht nicht danach aus, als ob die Situation zwischen den USA und Russland deshalb eskaliert", sagte Michael Hewson, Chefanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Dennoch sollten Anleger das Risiko für die Zukunft nicht ganz außer Acht lassen, meint Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Allerdings rücke nun die US-Bilanzsaison wieder mehr in den Fokus.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an kai.stoppel(at)nachrichtenmanufaktur.de.

08:46 Uhr

Gewinne in Japan, Verluste in China

Erleichterung über einen begrenzten US-geführten Militärschlag auf Ziele in Syrien haben Anleger in Japan zum Wochenauftakt vorsichtig optimistisch gestimmt. Der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei schloss 0,3 Prozent fester bei 21.835 Punkten. Auch der breiter gefasste Topix-Index legte knapp ein halbes Prozent zu.

  • Marktexperten sagten, bei Anlegern komme es positiv an, dass nach den Luftschlägen in Syrien am Wochenende erst einmal keine weitere Eskalation absehbar sei. Nur im Falle neuer Angriffe westlicher Mächte könnte es zu einem Kursrutsch an den Börsen kommen, sagte Frank Benzimra von Societe Generale Corporate and Investment Banking.

Börsianer in Japan hatten aber auch Spekulationen über einen baldigen Rücktritt des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zu verdauen. Ex-Regierungschef Junichiro Koizumi sagte in einem am Montag veröffentlichten Interview des Magazins "Aera", Abe werde wahrscheinlich im Juni seinen Posten räumen.

In China zogen sich Investoren zurück aus Sorge vor einem Abflauen der Wirtschaft. Der CSI300 und der Index der Börse in Shanghai verloren je knapp zwei Prozent. Anleger fürchten, dass sich eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte und ein verlangsamtes Kreditwachstum allmählich auf die boomende Konjunktur auswirken, wie Analysten erklärten. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans gab 0,7 Prozent nach.

08:23 Uhr

US-Sanktionen lassen Rubelkurs fallen

(Foto: imago stock&people)

Neue US-Sanktionen für Russland belasten die russische Währung. Der US-Dollar verteuerte sich um ein halbes Prozent auf 62,29 Rubel. Der Euro zog ebenfalls um 0,5 Prozent auf 76,76 Rubel an.

  • "Diese Sanktionen strahlen weit über die eigentlich sanktionierten Unternehmen hinaus aus und belasten auch Russlands Währung", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Ein weiterer Anstieg des Dollars auf 70 Rubel sei nicht auszuschließen.

Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hatte neue US-Sanktionen gegen Russland wegen dessen Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad angekündigt. Dabei sollten Firmen bestraft werden, die Ausrüstung an Assad verkauften und mit Chemiewaffen zu tun hätten.

08:13 Uhr

Ölpreise sinken trotz Militärschlägen gegen Syrien

(Foto: imago/Gustavo Alabiso)

Die Ölpreise haben zum Beginn der Handelswoche zunächst den Rückzug angetreten. Die Militärschläge der USA, Frankreichs und Großbritanniens gegen Ziele in Syrien vom Wochenende führten zu keinem Anstieg, obwohl die Kosten für Rohöl bei einer Zuspitzung der politischen Lage im Nahen Osten oft aufgrund steigender Risiken zunehmen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni wurde am Morgen mit 71,83 US-Dollar notiert. Das waren 75 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai fiel um 60 Cent auf 66,79 Dollar.

Nach Einschätzung von Beobachtern überwiegt am Markt nun wieder die Sorge einer zu starken Förderung in den USA. In der vergangenen Woche hatten die geopolitischen Risiken die Preise noch stark steigen lassen. So war der US-Ölpreis in den fünf Handelstagen bis zum vergangenen Freitag um mehr als acht Prozent nach oben gesprungen.

07:52 Uhr

Euro hält sich auf Freitagniveau

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Der Euro hat sich zu Wochenbeginn zunächst kaum bewegt. Die Gemeinschaftswährung wurde im frühen Handel bei 1,2331 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,2317 Dollar festgesetzt.

Die Militärschläge der USA, Frankreichs und Großbritanniens vom Wochenende gegen Ziele in Syrien zeigten im Devisenhandel keine größeren Auswirkungen. Befürchtet wird eine weitere Verschlechterung des Verhältnisses zwischen den USA und Russland.

Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Wochenauftakt am Devisenmarkt. Am Morgen und am Vormittag stehen keine wichtigen Konjunkturdaten aus der Eurozone auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Erst am Nachmittag könnten US-Konjunkturdaten für neue Impulse sorgen. Besonders im Fokus stehen Umsatzzahlen aus dem US-Einzelhandel.

07:32 Uhr

Dax auf höchstem Stand seit Ende Februar erwartet

(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Mit steigenden Kursen am deutschen Aktienmarkt rechnen Händler für den Wochenauftakt. Der Dax könnte das Freitagshoch bei 12.524 Punkten überwinden und auf den höchsten Stand seit Ende Februar steigen, sagt ein Marktteilnehmer.

Die Chancen seien gut, nachdem sich die Furcht vor einer direkten russisch-amerikanischen Konfrontation in Syrien als unbegründet herausgestellt habe. Zwar kam es am Wochenende zum Militärschlag, aber eben nur auf Ziele, die in direktem Zusammenhang mit der Chemiewaffen-Produktion des Assad-Regimes stehen. Vorbörslich notiert der Frankfurter Leitindex 0,4 Prozent höher bei 12.491 Punkten.

"Damit sollte das Kaufinteresse nun anziehen", sagt der Marktteilnehmer. Daneben dürften vor dem kleinen Verfall am Freitag Absicherungen heruntergefahren werden. "Ein Test des Schlüsselwiderstands bei 12.600 Punkten sollte nun bald möglich sein", so der Marktteilnehmer.

Vom Umfeld kommen zunächst keine Impulse. Der Euro tritt auf der Stelle, die Renditen dürften mit der zunehmenden Risikobereitschaft etwas anziehen, und die Ölpreise bröckeln etwas ab. Impulse dürften am Nachmittag vom US-Einzelhandelsumsatz ausgehen sowie vom Empire-State-Manufacturing-Index.

06:38 Uhr

Syrien-Luftschläge tangieren Nikkei nicht

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Die US-geführten Luftschläge auf Ziele in Syrien am Samstag haben keine Turbulenzen an den asiatischen Finanzmärkten ausgelöst. Marktexperten sprachen vielmehr von moderaten Kursreaktionen, da die Angriffe begrenzt gewesen und keine weiteren absehbar seien. "Den Berichten zufolge wurde sorgsam darauf geachtet, dass keine russischen Ziele getroffen wurden", sagte Anlagestratege Salman Ahmed von der Privatbank Lombard Odier. Die Preise für Gold zogen leicht an, während sich Rohöl um 0,8 Prozent verbilligte.

Nur im Falle neuer Angriffe der Westmächte in Syrien dürfte es zu einem Kursrutsch an den Börsen kommen, sagte Frank Benzimra von Societe Generale Corporate and Investment Banking. An den meisten Aktienmärkten in der Golfregion legten die Kurse am Sonntag zu, so etwa in Saudi-Arabien, Abu Dhabi und Dubai.

Als erster großer Markt reagierte die Börse in Tokio zu Wochenbeginn auf die Entwicklungen in Syrien mit leichten Kursaufschlägen. Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg im Vormittagshandel um 0,1 Prozent auf 21.800 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,1 Prozent auf 1731 Zähler. Der MCSI-Index für asiatisch-pazifische Werte außerhalb Japans verlor dagegen 0,2 Prozent.

Der Euro stagnierte im fernöstlichen Handel zum US-Dollar. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,2330 Dollar. Zum Yen legte die US-Währung um 0,2 Prozent auf 107,53 Yen zu. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9626 Franken je Dollar und bei etwa 1,1876 Franken je Euro.