Wirtschaft
Die Frauen machen J&J-Produkte wie den Körperpuder "Baby Powder" für ihre Erkrankungen verantwortlich und werfen dem Konzern vor, Gefahren verschwiegen zu haben.
Die Frauen machen J&J-Produkte wie den Körperpuder "Baby Powder" für ihre Erkrankungen verantwortlich und werfen dem Konzern vor, Gefahren verschwiegen zu haben.
Freitag, 13. Juli 2018

Der Börsen-Tag: Krebsrisiko verschwiegen?: J&J muss Milliardenstrafe zahlen

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Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson soll wegen Verschweigens gesundheitlicher Gefahren 4,69 Milliarden Dollar (rund vier Milliarden Euro) zahlen. Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Missouri sieht es als erwiesen an, dass 22 Frauen nach jahrzehntelanger Benutzung von Körperpuder, das den pharmazeutischen Hilfsstoff Talkum enthält, an Eierstockkrebs erkrankten. Johnson & Johnson (J&J) habe nicht vor den Krebsrisiken des Produkts gewarnt. Der Konzern kündigte Berufung an.

  • In dem Prozess in St. Louis in Missouri traten die krebskranken Frauen und ihre Familien als Klägerinnen auf. Der Anwalt einer der Frauen, Mark Lanier, sagte, die Jury aus sechs Frauen und sechs Männern habe ihre Entscheidung nach einem sechswöchigen Prozess und achtstündigen Beratungen gefällt.
  • Die Summe, die J&J zahlen soll, setze sich zusammen aus 550 Millionen Dollar Entschädigung und rund 4,1 Milliarden Dollar Strafe.

Johnson & Johnson habe "mehr als 40 Jahre lang vertuscht", das krebserregendes Asbest in Talkum enthalten sei, sagte der Anwalt. "Wir hoffen, dass der Verwaltungsrat von Johnson & Johnson aufmerkt und dass er künftig die medizinische Zunft und die Öffentlichkeit besser über den Zusammenhang zwischen Asbest in Talkum und Eierstockkrebs informiert." Das Talkum müsse vom Markt verschwinden.

Quelle: n-tv.de