Wirtschaft
Investoren verlieren das Interesse an türkischen Anleihen, die Abwertung der Lira geht weiter. Was sich derzeit am Bosporus abspielt ist ein Countdown.
Investoren verlieren das Interesse an türkischen Anleihen, die Abwertung der Lira geht weiter. Was sich derzeit am Bosporus abspielt ist ein Countdown.(Foto: imago/BE&W)
Freitag, 10. August 2018

Der Börsen-Tag: Showdown am Bosporus? Stimmen zum Lira-Crash

Die Lira taumelt seit Tagen von einem Tief zum nächsten. Hier die Einschätzungen einiger Ökonomen und Analysten:

  • Thomas Gitzel, VP Bank:  "Die angespannte Situation könnte durch ein beherztes Vorgehen der türkischen Notenbank abgemildert werden. Nötig wäre eine kräftige Zinserhöhung, die zu erkennen gäbe, dass die Währungshüter am Bosporus gewillt sind, dem Verfall der heimischen Währung nicht tatenlos zuzusehen. Doch genau hieran mangelte es in den vergangenen Tagen und Wochen."
  • Michael Hewson, CMC Markets: "Seit geraumer Zeit haben Investoren die sich entwickelnde Währungskrise in der Türkei als lokales Problem eingestuft, aber das beschleunigte Tempo des Absturzes nährt die Sorgen um das Türkei-Engagement europäischer Banken. Die Aussicht auf ein neues Wirtschaftsmodell, das vorgestellt werden soll, lindert diese nicht, vor dem Hintergrund eines Präsidenten, der göttlichen Beistand erfleht und seine Leute gegen den Rest der Welt stellt."
  • Carsten Hesse, Berenberg Bank: "Die Türkei steckt in großen Schwierigkeiten. Nach einem kreditgetriebenen Boom weisen der Anstieg der Inflation und der dramatische Währungsverfall in 2018 darauf hin, dass das Land nun Gefahr läuft, auf eine Pleite zuzusteuern. Neben den auf der Hand liegenden Risiken für die Türkei selbst, wirft das die Frage auf, wie stark die Eurozone davon beeinträchtigt würde. Unserer Meinung nach wäre der Einfluss auf das BIP der Eurozone gering. Selbst wenn die Exporte in die Türkei um 20 Prozent einbrechen würden, würde das nur 0,1 Prozent des Wachstums in der Eurozone wegnehmen."

Der Dollar wird für die Türken immer teurer. Für ein Land, das die meisten Waren importiert, eine dramatische Entwicklung:

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Quelle: n-tv.de