Wirtschaft
Die Commerzbank sieht die "Stunde der Wahrheit für die Lira" am 24. Juli um 13.00 Uhr schlagen. Denn dann steht die nächste Zinsentscheidung der Zentralbank an.
Die Commerzbank sieht die "Stunde der Wahrheit für die Lira" am 24. Juli um 13.00 Uhr schlagen. Denn dann steht die nächste Zinsentscheidung der Zentralbank an.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Donnerstag, 12. Juli 2018

Der Börsen-Tag: Türkische Lira verarbeitet Absturz

Nicht nur der Dax und der Euro erholen sich, auch bei der türkischen Lira ist das der Fall. Gestern war sie in Reaktion auf das überraschend große Leistungsbilanzdefizit der Türkei regelrecht abgestürzt.

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Zuvor hatte schon Präsident Erdogan den Kurs nach unten gedrückt, weil er voraussagte, dass Dollar und Zinsen demnächst fallen würden.

"Der Kerl hat keine Ahnung von Geldpolitik oder Wechselkursen", sagt Tim Ash von Bluebay Asset Management und zieht einen Vergleich mit einem Zugunglück in Zeitlupe. Erdogan werde diesen Kampf letztlich verlieren, prognostiziert Ash.

Aktuell kommt der Dollar leicht zurück auf 4,8310 Lira, nachdem er gestern ein Rekordhoch von 4,9795 Lira erreicht hatte. Der Euro sinkt auf 5,6376 Lira, hier lag das Rekordhoch gestern bei 5,8053 Lira.

Die Commerzbank sieht die "Stunde der Wahrheit für die Lira" am 24. Juli um 13.00 Uhr schlagen. Denn dann steht die nächste Zinsentscheidung der Zentralbank an. Bewahrheite sich Ende Juli das, was Erdogan gestern in den Raum gestellt habe, dass nämlich die Zinsen in nächster Zeit sinken würden, sei "der Absturz der Lira, den wir gestern gesehen haben, wahrscheinlich nur ein lächerlicher Abklatsch dessen, was ihr am 24. Juli drohen könnte", so die Commerzbank. In diesem Fall wären dann nach Meinung der Analysten wohl auch Kapitalverkehrskontrollen unvermeidbar

Quelle: n-tv.de