Wirtschaft
Donnerstag, 09. August 2018

Der Börsen-Tag: WTO schlägt Alarm: "Keiner darf im Zollstreit schweigen"

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Welthandelsorganisation (WTO) blicken mit großer Sorge auf den US-Handelsstreit mit China und anderen Ländern.

"Die ersten Schüsse im Handelskrieg sind gefallen"
"Die ersten Schüsse im Handelskrieg sind gefallen"(Foto: picture alliance / Xu Jinquan/Xi)

Sollten alle angedrohten Schritte umgesetzt werden, würde der durchschnittliche US-Einfuhrzoll auf den höchsten Stand der vergangenen 50 Jahre klettern, warnen die Währungshüter der EZB in ihrem jüngsten Wirtschaftsbericht. "Diese Entwicklungen stellen auf die kurze bis mittlere Frist ein ernstzunehmendes Risiko für die globalen Handels- und Konjunkturaussichten dar."

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO) warnt ebenfalls vor gravierenden Folgen durch eine weitere Eskalation des Streits. "Die Situation ist äußerst ernst", schreibt Roberto Azevêdo in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Seiner Einschätzung nach sind "die ersten Schüsse" in einem Handelskrieg bereits gefallen. "Eine weitere Eskalation hätte erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, würde in allen Ländern Arbeitsplätze und Wachstum gefährden und die Ärmsten am schwersten treffen."

Die Kritik des WTO-Chefs an der zugespitzten Lage beschränkt sich aber nicht auf einzelne Länder. "Es liegt in der Verantwortung der gesamten internationalen Gemeinschaft, zur Lösung dieser Probleme beizutragen", schreibt Azevêdo. Und: "Schweigen könnte sich als ebenso schädlich erweisen wie das Ergreifen von Maßnahmen, die zu einem Handelskrieg führen könnten."

Quelle: n-tv.de