Startup

Für Lieferdienste hagelt es Kritik Lobbyverband warnt vor unfairen Methoden

63891558.jpg

Foodora und Deliveroo stehen in einem harten Wettkampf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die deutsche Gastronomie-Branche kämpft mit den neuen Lieferdiensten Foodora und Deliveroo um Kunden. Ein Abhängigkeitsverhältnis von Buchungsportalen wie in der Hotelbranche sollte aber vermieden werden, mahnen Lobbyisten.

Die deutsche Gastronomie-Branche hat das Geschäftsgebaren von neuen Lieferdiensten wie Foodora und Deliveroo scharf kritisiert. "Wir müssen genau hinschauen, wo die etablierte Wertschöpfungskette ziemlich respektlos angegriffen und zu Lasten unserer Branche Geschäft gemacht wird", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Ingrid Hartges zu "Zeit Online". Es dürfe bei Essenslieferungen nicht zu monopolistischen Strukturen kommen, in denen sich die Gastro-Betriebe den Bedingungen der Lieferdienste beugen müssten.

Lieferdienste für Restaurants ohne eigenen Fahrerservice sind in den vergangenen Monaten in deutschen Städten stark gewachsen. Die beiden Unternehmen Foodora und Deliveroo stehen dabei in einem harten Wettbewerb. Das deutsche Start-up Foodora arbeitet mit mehr als 2000 Restaurants in Deutschland und international mit etwa 7500 Lokalen zusammen. Von den Gastronomen werden nach Informationen von "Zeit Online" Provisionen von bis zu 30 Prozent für ein ausgeliefertes Essen verlangt.

Der Gastronomie-Verband will unbedingt vermeiden, dass es zu einer ähnlichen Situation kommt wie in der Hotelbranche. Dort bestehe seit einigen Jahren eine starke Abhängigkeit von Buchungsportalen wie Booking oder HRS, sagte Hartges. "Unsere Hoteliers sind alles andere als glücklich über die Provisionssätze, die von diesen Anbietern verlangt werden." Der besseren Erreichbarkeit neuer Zielgruppen und einer leichteren Buchbarkeit stünden erhebliche Kosten entgegen.

Die Angst der Gastronomen-Lobby sei nicht ganz unberechtigt, kommentiert der Partner der Risikokapitalfirma E.Ventures Christian Leybold im Gespräch mit "Zeit Online". Doch neben der möglichen Gefahr einer Monopolbildung würden Lieferdienste auch Chancen bieten. "Wenn sich eine Marke zwischen das Restaurant und den Kunden schiebt, verliert man ein Stück an Kontrolle." Gleichzeitig könnten aber auch neue Absatzmöglichkeiten erschlossen werden. "Gewinner werden die sein, die es schaffen, sich innerhalb eines Universums wie Foodora immer noch zu profilieren", sagt Leybold. Ihnen bleibe die Möglichkeit eine starke Marke zu etablieren, gute Bewertungen zu sammeln oder bekannte Köche einzustellen. "Der Kunde muss wegen des Restaurants auf die Plattform kommen und nicht, weil er irgendwo asiatisch bestellen will", so Leybold weiter.

Quelle: ntv.de, jki/AFP